Screenshot aus dem Rennspiel GRID Legends zeigt ein Drift-Rennen
© Codemasters
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GRID Legends: Tourenwagen, Drifts und Doku-Story

Anfang 2022 erwartet Rennspiel-Fans mit GRID Legends bereits das erste Gaming-Highlight. Wir konnten den Racer bereits ausgiebig anspielen und mit den Entwicklern sprechen. Unsere Vorschau zum Spiel.
Autor: Philipp Briel
7 min readveröffentlicht am
Rennspiel-Veteranen, die bereits in den 1990er Jahren virtuell auf das Gaspedal traten, ist die altehrwürdige TOCA Touring Cars-Reihe von Codemasters natürlich ein Begriff. Im Jahr 2003 führte das legendäre DTM Race Driver die Serie in das neue Jahrtausend und gilt unter Genrefans bis heute als absolutes Highlight. Daraus entstanden im Laufe der Jahre die Grid-Games, die 2022 mit dem neuen GRID Legends in die nächste Runde gehen. Wir konnten den Racer bereits ausgiebig spielen und verraten euch, was euch im Game erwartet.
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GRID Legends: Arcade trifft Simulation

Dem Reboot aus dem Jahre 2019 gelang die perfekte Balance zwischen Realismus und Zugänglichkeit. Die Entwickler von Codemasters halten an der altbekannten Formel fest und setzen auch im neuen GRID Legends wieder auf eine Gameplay-Mischung, die sich irgendwo zwischen Rennsimulation und Arcade-Racer einordnet.
Creative Director Chris Smith beschreibt das Spielgefühl im neuesten Ableger als "chaotische Renn-Action" und das passt tatsächlich wie die Faust aufs Auge.
Auch GRID Legends ist schnell erlernbar und dennoch schwierig zu meisten. Die insgesamt 22 Strecken (inklusive Variationen kommen wir auf 143 Track-Layouts) zum Release des Spiels ohne Unfall zu absolvieren, ist nicht das Problem. Dabei schnell zu sein und den Sieg einzufahren, benötigt hingegen schon deutlich mehr fahrerisches Können.
Besonders, da GRID Legends hinsichtlich des Fahrgefühls und Handlings der Boliden spürbar zulegt. Das macht sich bereits in unseren ersten Runden auf dem Red Bull Ring deutlich bemerkbar. Auch das Wetter haben mehr Auswirkungen auf das Fahrverhalten als noch im Vorgänger. Erstmals in der Historie der GRID-Reihe dürfen wir diesmal sogar bei heftigen Schneestürmen an den Start gehen.
Screenshot aus dem Rennspiel GRID Legends zeigt ein Rennen in London.
GRID Legends kombiniert Arcade-Fahrspaß mit Simulationsaspekten.
Hinter den Kulissen der wichtigsten Tourenwagenmeisterschaft Deutschlands: Unsere Reihe 'Driving DTM' begleitet Alex Albon, Nick Cassidy und Liam Lawson durch die DTM-Saison.

22 Min

Spielberg

Das Team bereitet sich auf das Rennen am Red Bull Ring in Spielberg vor, während Liam Lawson einen waghalsigen Flug wagt.

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Die wichtigsten Neuerungen von GRID Legends

Doch GRID Legends ist nicht einfach nur eine überarbeitete Version des Vorgängers. Tatsächlich haben die Entwickler viele spannende Neuerungen und Verbesserungen eingeführt, die dem Gameplay des Racers gut zu Gesicht stehen:
  • Das Fahrerfeld wurde vergrößert: Nun tummeln sich 22 Autos gleichzeitig auf der Piste (gegenüber 16 im Vorgänger)
  • Der Fuhrpark wurde erweitert: Über 130 Wagen aus 9 verschiedenen Fahrzeugklassen stehen zum Release zur Wahl
  • Mehr Rennmodi: Insgesamt 9 Rennvarianten stehen zur Wahl (gegenüber 3 in GRID 2019) – darunter Tourenwagen, GT, Elektro-Formel-Rennwagen und sogar Stadium Trucks
  • Mehr Events: Der Karrieremodus von GRID Legends umfasst satte 250 Veranstaltungen, es gibt also jede Menge zu tun
  • Choreographer 2.0: Die KI erschafft dynamische Events während der Rennen, so begehen KI-Fahrer Fahrfehler die zu kleineren oder größeren Unfällen führen, mechanische Defekte können auftreten, während die KI zudem deutlich aggressiver fährt, wenn auch ihr ruppig unterwegs seid.
  • Verbessertes Handling: Das Fahrverhalten wurde stark verbessert, sodass sich GRID Legends jetzt noch eine Spur realistischer spielt, ohne dabei aber so anspruchsvoll wie eine waschechte Simulation zu werden.
  • Waschechter Storymodus: Mit Driven to Glory erwartet euch eine echte Story-Kampagne samt realer Schauspieler, die hinsichtlich des Aufbaus an die Netflix-Doku Drive to Survive angelehnt ist. Die Story stammt unter anderem aus der Feder des Writers Brad Kane des PS4-Actionhits Ghost of Tsushima.
  • Race Creator: In diesem Modus schustert ihr euch eure eigenen Renn-Events zusammen. Statt eines klassischen Streckeneditors, ist der Race Creator simpler aufgebaut. Ihr wählt Fahrzeugklasse, Strecke, Wetter und andere Parameter und könnt dann direkt starten.
  • Cross-Play: Besonders cool – GRID Legends bietet Crossplay zwischen PC, Xbox- und PlayStation-Konsolen und das auch generationsübergreifend. 22 Spieler gehen auch in den Online-Rennen an den Start
  • Hop-in Multiplayer: Sämtliche Singleplayer-Rennen mit Ausnahme der Story-Kampagne (also auch die normale Karriere) bieten einen Hop-in Multiplayer. Andere Online-Spieler können so jederzeit eurer Sitzung beitreten und übernehmen dabei einfach einen der auf der Strecke befindlichen KI-Fahrer. Damit ist es theoretisch sogar möglich, die gesamte Karriere im Koop-Modus durchzuspielen – und das mit bis zu drei Freunden.
Screenshot aus GRID Legends zeigt ein Rennen bei Schnee in Moskau.
Auf den verschneiten Straßen Moskaus mangelt es an Grip.
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Driven to Glory: Der Storymodus

GRID Legends bietet einen waschechten Story-Modus namens Driven to Glory. Damit kehrt die Reihe zu ihren Wurzeln zurück, waren doch die DTM Race Driver-Games seinerzeit die ersten, die eine Geschichte im Rennspielgenre verankerten.
Konkrete Details wollen die Entwickler von Codemasters laut Creative Director Chris Smith erst im Januar 2022 veröffentlichen, allerdings erwartet euch ein ähnlicher Aufbau, wie im Netflix-Hit Drive to Survive.
Ihr dürft euch also auf Blicke hinter die Kulissen der fiktiven Rennställe im Game, sowie in die Köpfe der Fahrerinnen und Fahrer freuen und seid dabei, wie Rivalitäten auf der Strecke entstehen oder knallharte Fights um Meistertitel ausgetragen werden. Angeführt wird der Cast unter anderem von Schauspieler Ncuti Gatwa, den Seriejunkies vor allem aus seiner Rolle als Eric Effiong in der Serie "Sex Education" können dürften.
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Karriere, Herausforderungen, Multiplayer

Doch auch abseits des Story-Modus gibt es in GRID Legends viel zu tun. So wartet der Racer zudem mit einem Karrieremodus auf, der sich ein wenig am MyTeam-Modus von F1 2021 orientiert. Hier kämpft ihr nicht nur als Fahrer um den Meistertitel der verschiedenen Klassen, sondern kümmert euch als Manager um die Geschicke des Rennstalls.
Ihr erstellt eure eigene Lackierung und euer Teamlogo, akquiriert Sponsoren und stattet eure Crew, sowie euren Teamkollegen in einem Talentbaum mit neuen Fähigkeiten aus. 250 Events stehen insgesamt zur Wahl, welche davon ihr auf dem Weg zur Meisterschaft in den Klassen Rookie, Semi-Pro oder Pro angehen wollt, überlässt das Game euch.
Außerdem gibt es wöchentliche und monatliche Events und Herausforderungen, in denen ihr euch einzigartige Extras und Boni sichert. GRID Legends ist laut Game Director Chris Smith zudem als soziales Erlebnis konzipiert, so gibt es beispielsweise auch ein Smart Menü, das euch direkt auf einen Blick neue Events oder Rekorde und Fortschritte von Freunden aufzeigt, während ihr per Knopfdruck direkt ihrer Sitzung beitreten könnt.
Screenshot aus GRID Legends zeigt ein Rennen in London aus der Cockpit-Perspektive
Rundkurse, Etappen, Trucks und Drifts: Für Abwechslung ist gesorgt.
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Die Rennevents und Strecken

Auch hinsichtlich der Rennen erwarten euch GRID Legends einige Neuerungen. Insgesamt neun Event-Arten stehen zur Wahl, darunter natürlich klassische Rundkurs- oder Point-to-Point-Rennen. Neu dazu gesellen sich unter anderem Eliminator-Events, in denen der letztplatzierte Fahrer herausfliegt, während sich langjährige Fans der Reihe über die Rückkehr der Drift-Events freuen.
Chaotisch aber ungemein spaßig fallen hingegen die Multi-Class-Veranstaltungen aus, in denen Fahrzeuge verschiedener Klassen gemeinsam auf der Piste unterwegs sind. Stellt euch fette Super Trucks gemeinsam mit kleinen Lightweight-Vehikeln vor und ihr bekommt einen ungefähren Eindruck davon, was euch erwartet.
Elektrische Formel-Rennwagen samt Boost-Funktion und wuchtige Stadium Trucks (inklusive Rampen auf der Piste) runden die Vielfalt gekonnt ab.
Gefahren wird mit insgesamt 48 verschiedenen Fahrzeugklassen auf 22 Strecken, die sich aus 13 Rundkursen wie dem Red Bull Ring, neun Städten wie London oder Moskau, sowie einer Point-to-Point-Etappe zusammensetzen. In Kombination mit unterschiedlichen Layouts steigt die Auswahl auf 148 Varianten – weitere werden nach dem Release als kostenlose oder kostenpflichtige DLCs folgen.
Screenshot aus GRID Legends zeigt ein Rennen mit Stadium Trucks. Hier sorgen Rampen auf der Piste für zusätzliche Action.
Die fetten Stadium Trucks stellen eine besondere Herausforderung dar.
Screenshot aus GRID Legends zeigt ein Drift-Event
Endlich gibt's wieder Drift-Events
Sie bringen die Reifen zum Qualmen: Die Red Bull Driftbrothers Elias und Johannes Hountondji sind wahre Meister ihres Fachs im Drift-Racing. Unsere Show begleitet die Brüder bei der Drift Masters European Championship 2018.

12 Min

Die Mutter der Erfindung

Folge Elias und Johannes Hountondji bei ihren Battles 2018 beim Drift Masters European Championship Stopp in Polen.

Deutsch +2

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Das Gameplay von GRID Legends

Aus spielerischer Sicht erinnert GRID Legends hinsichtlich des Fahrgefühls stark an den direkten Vorgänger, allerdings fallen die Detailverbesserungen sofort auf. Noch immer steuern sich die Boliden sehr direkt und recht driftlastig. Der Spagat zwischen Arcade und Simulation gelingt einmal mehr.
Entsprechend verzichtet das Rennspiel auf echtes Fahrzeugtuning und lässt euch auch diesmal nur rudimentär am eigenen Setup schrauben. Boxenstopps oder Reifenabnutzung gibt's ebenfalls nicht, allerdings mechanischen Schaden. Was in Kombination mit dem auf den Lackaustausch ausgelegten Gameplay für jede Menge Rennaction sorgt.
Immerhin steuern sich die Boliden der verschiedenen Klassen sehr abwechslungsreich. Während Open-Wheeler und elektrische Formel-Boliden fast schon auf dem Asphalt kleben, wollen gerade die leistungsstarken Hypercars mit Geschwindigkeiten von bis zu 400 km/h erst gebändigt werden.
Zudem lassen sich sämtliche Fahrzeuge auch upgraden. Dafür kauft ihr jedoch keine Teile, sondern schaltet die Verbesserungen einfach durch gefahrene Kilometer frei. Je länger ihr also hinter dem Lenkrad eines Boliden Platz nehmt, desto besser wird er. Dabei ist es vollkommen egal, ob ihr im Solo-Modus oder Multiplayer an den Start geht.
Und sollte euch die Fülle an Inhalten zum Release von GRID Legends nicht reichen, stehen im Laufe des ersten Jahres zahlreiche kostenlose oder kostenpflichtige Zusatzinhalte auf dem Programm, die von neuen Autos und Strecken bis hin zu Erweiterungen der Story-Kampagne reichen.
Screenshot aus GRID Legends zeigt ein Multi-Class-Event. Hier treten bis zu drei Fahrzeugklassen gegeneinander an.
Entschuldigung, dürfte ich mal durch?
Die spielerische Mischung aus einsteigerfreundlichem Arcade-Fahrspaß, gepaart mit lizenzierten Boliden und Strecken, sowie einem Hauch Rennsimulation steht GRID Legends jedenfalls gut zu Gesicht.
Rennspiel-Fans dürfen schon mal langsam in Richtung Startlinie rollen. GRID Legends erscheint am 25. Februar 2022 für PC, PS4, PS5, Xbox One und Xbox Series X/S.