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MTB

Red Bull Formation: Hannah Bergemann über die Bedeutung des Events

Mit der zweiten Austragung setzt Red Bull Formation den Weg, weibliche Freeride-MTB-Athletinnen stärker in den Fokus zu rücken, fort. Hannah Bergemann erklärt, warum das Event so wichtig ist.
Autor: Tom Ward
veröffentlicht am
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Red Bull Formation

United States

Hannah Bergemann

United StatesUnited States
Die 24-jährige Hannah Bergemann ist in Oregon in den Vereinigten Staaten geboren und drauf und dran, zu den ganz Großen im Mountainbike-Freeride-Sport zu gehören. Aber schon jetzt trägt sie ihren Teil dazu bei, der nächsten Generation an Athletinnen den Weg in die Freeride-Szene zu ebnen.
So war Bergemann integraler Bestandteil der ersten Austragung von Red Bull Formation 2019, einem rein weiblichen MTB-Freeride-Event, und auch heuer kehrt sie nach Utah zurück, um neben Casey Brown, Vaea Verbeeck und Vinny Armstrong ihre Skills zu beweisen.

Was ist Red Bull Formation?

Das Event wird im Laufe einer Woche abgehalten, in der acht der besten weiblichen Mountainbike-Athletinnen der Welt (neben erfolgreichen MentorInnen der Industrie) in die Wüste von Utah reisen, wo sie zusammen daran arbeiten, außergewöhnliche und kreative Lines zu bauen und diese zu befahren. Dabei verfolgt Formation ein ganz besonderes Ziel: die Stellung der Damen in der Freeride-Szene zu stärken und den zukünftigen Athletinnen den Zugang zu erleichtern. Es gibt also eine Menge Gründe, warum Red Bull Formation 2021 für Spannung sorgt.
Bevor sie ihren Flug nach Utah nimmt, haben wir uns mit Bergemann getroffen, um mit ihr über Red Bull Formation, Damen im Freeride und der Bedeutung, schon jetzt in die Zukunft zu investieren, zu sprechen.
Warum sind Events wie Red Bull Formation so wichtig?
Sie sind deshalb so wichtig, weil es darum geht, den Sport des weiblichen Freeride-Mountainbikings voranzutreiben. Es ist das erste seiner Art, da es bisher noch kein Event gegeben hat, dass sich rein auf Athletinnen konzentriert.
Es ist mit Red Bull Rampage vergleichbar, da die Location, die Ziele und der Fahrstil ähnlich ausfallen, dennoch ist der Konkurrenzkampf nicht so intensiv wie bei Rampage - es geht eher um die Zusammenarbeit. Wir treffen uns, um gemeinsam daran zu arbeiten, wo und wie wir fahren, wir konzentrieren uns auf diesen Aspekt des Sports. Dem Event kommt große Bedeutung zu, wenn es darum geht, die weibliche Freeride-Disziplin in eine neue Richtung zu stoßen. Wir haben ein Ziel vor Augen und genau darin liegt die Spannung.
Events wie Red Bull Formation sind deshalb so wichtig, weil es darum geht, den Sport des weiblichen Freeride-Mountainbikings voranzutreiben.
Warum ist es so bedeutend, die nächste Athletinnen-Generation zu inspirieren?
Es war echt verrückt, all die positiven Reaktionen zu sehen, nachdem wir das Event 2019 zum ersten Mal ausgetragen haben. All meine männlichen Freunde bringen schon lange Zeit einen gewissen Enthusiasmus für Freeride mit, da sie mit Rampage aufgewachsen sind - so etwas gab es für Mädchen und Frauen bisher noch nicht.
Die nächste Generation zu supporten, gehört zu meinen größten Zielen. Mit den Sponsoren und dieser Plattformen sind mir die Möglichkeiten gegeben, das, was ich gelernt habe, weiterzugeben. Die Mädchen, mit denen ich arbeite, entwickeln sich unfassbar schnell weiter und sie beweisen, dass die kommende Generation die Grenzen weiter pushen wird. Ich bin der festen Ansicht, dass es bald eine Menge Athletinnen geben wird, die das Skill-Set mitbringen, bei diesen Freeride-Events teilzunehmen.
Camila Nogueira, Blake Hansen und Harriet Burbidge-Smith arbeiten an der Line bei Red Bull Formation 2021 in Virgin, Utah, USA.
Athletinnen nehmen ihre eigene Crew mit, um die Line zu bauen.
Warum ist das Investieren in die Zukunft gerade jetzt so wichtig?
Es bringt jedem von uns Vorteile. Je mehr Marken in den weiblichen Freeride-Sport investieren, desto mehr Frauen wollen Teil davon sein und desto größer fällt der Gewinn aus. Aber es liegt an den Firmen, die weibliche Szene zu unterstützen und eine Plattform aufzubauen. Red Bull hat mit Formation genau damit begonnen. Es scheint mir, als hätte Formation bereits jetzt eine Menge losgetreten. Mir fällt auf, dass viele Mädchen bereits jetzt vom Freeride überzeugt sind, während auch in den Medien immer intensiver darüber berichtet wird.
Ich habe das Glück, mit Transition Bikes in Oregon zusammenzuarbeiten. Sie haben mich im letzten Jahr in dieser coolen Rolle geholt, wo ich Mitarbeiter und Fahrerin zugleich bin, was ziemlich einzigartig ist, da ich die Flexibilität und den Support einer Athletin bekomme, während ich zugleich Zugriff auf die Ressourcen habe, um direkt für ein Bike-Unternehmen zu arbeiten. Bei Entscheidungen habe ich ein Mitspracherecht, das ist großartig!
Wie sieht dein Plan für Red Bull Formation 2021 aus?
In diesem Jahr nehmen noch mehr Athletinnen Teil, während wir zugleich ein rein weibliches Medien-Team haben - das ist ziemlich cool! Meine Ziele haben sich im Vergleich zum ersten Jahr nicht verändert: Ich will eine Line bauen, die mich herausfordert und hoffentlich kann ich mit anderen Athletinnen zusammenarbeiten und cooles Terrain befahren.
Auf welche Athletinnen sollten wir unsere Augen in diesem Jahr besonders richten?
Im ersten Jahr freute ich mich ganz besonders darauf, mit Casey Brown zu fahren. Leider war sie verletzt, also freue ich umso mehr, in diesem Jahr mit ihr unterwegs zu sein. 2019 hatte ich eine Menge Spaß, mit den Mädchen, die dabei waren, zu arbeiten, aber auch Vaea Verbeeck kommt dieses Jahr zurück - auch auf sie freue ich mich.
Tahnée Seagrave ist jemand, mit der ich es liebe zusammenzuarbeiten - das war auch schon bei anderen Projekten so - aufgrund der Reisebestimmungen in Großbritannien kann sie in diesem Jahr aber leider nicht dabei sein. Ich bin aber auch gespannt auf viele der neuen Athletinnen.
Hannah Bergemann und Finnegan Hopper checken die Line bei Red Bull Formation 2021 in Virgin, Utah, USA.
Bergemann will 2021 noch mehr aus Red Bull Formation herausholen.
Was kommt als nächstes?
Ich coache relativ häufig und das macht echt Spaß, da einem bewusst wird, dass die Mädchen aus Events wie Red Bull Formation durchaus eine Menge Inspiration ziehen. Ich plane, hoffentlich weitere Events in diesem Stil auszutragen. Ich möchte mit der Fackel voran laufen und Möglichkeiten schaffen, um noch mehr Mädchen zu einer professionellen Karriere zu bewegen.
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