Mountainbiker Johannes Fischbach springt beim Red Bull Genua Cerro Abajo von einer Rampe.
© Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool
Bike

Downhill-Pro Johannes Fischbach über den Stuttgart Cerro Abajo

Johannes Fischbach zählt zu den erfahrensten Urban-Downhill-Fahrern Deutschlands: 2016 gewann er alle drei Stationen der Cerro Abajo Rennserie und sicherte sich damit den Weltmeistertitel.
Von: Andi Spies
5 min readPublished on
Als dreifacher Deutscher Downhill-Meister gehört Johannes 'Fischi' Fischbach seit Jahren zum festen Starterfeld der Red Bull Cerro Abajo-Serie. In der laufenden Saison zeigt er starke Form: Nach Platz zwei beim Cerro Abajo Rennen in Genua liegt er aktuell auf Rang drei der Gesamtwertung. Nun bereitet er sich auf die Deutschlandpremiere in Stuttgart vor, wo er als Lokalmatador vor heimischem Publikum um den Sieg mitfahren will.

Das Original Red Bull

Red Bull Energy Drink

Red Bull Energy Drink
Was macht für dich den besonderen Reiz von Urban Downhill Rennen aus?
Der besondere Reiz ist für mich, dass man ein Downhill-Rennen mitten in einer Stadt fährt – das wirkt streckenweise fast unrealistisch, fast wie ein Videospiel: Man steht oben in der Stadt und versucht, so schnell wie möglich nach unten zu kommen, durch Straßen, die im normalen Leben wegen Verkehr und Fußgängern nie befahrbar wären. Der klassische Downhill-Reiz bleibt natürlich bestehen: so schnell wie möglich von oben nach unten, das Fahrrad am absoluten Limit bewegen. Aber dass man das mitten in einer Stadt macht, ist einfach etwas ganz Besonderes.
Das Podium des Red Bull Genua Cerro Abajo 2025 mit zwei Europäern und einem Brasilianer auf der obersten Stufe.

Roger Vieira mit Fischbach und Loron auf dem Podium in Genua

© Red Bull Content Pool

Wie unterscheidet sich ein klassischer World Cup Download hinsichtlich der Anforderungen an euch Fahrer von einem City Downhill?
Der Hauptunterschied ist der Untergrund: Normaler Downhill findet auf Erde und Dreck statt, in der Stadt fährt man dagegen über Treppen, Asphalt und Pflastersteine. Dazu kommt, dass ein anderes Skill-Level gefragt ist, weil Sprünge und Hindernisse anders funktionieren. Ein normaler Dirt-Sprung lässt sich anders timen als ein Sprung über ein Treppen-Set – bei Treppen, Asphaltkanten oder Stufen verzeihen die Landungen kaum Fehler. Bist du zu kurz oder zu weit, endet das meistens ungünstig.
Quotation
Ich erwarte, dass in Stuttgart richtig was abgeht und rechne mit extrem vielen Zuschauern und einer richtig geilen Show.
Johannes 'Fischi' Fischbach
Wie bereitest du dich auf ein Urban Downhill-Rennen vor?
Meine Vorbereitung unterscheidet sich ehrlich gesagt nicht groß vom normalen Downhill-Training. Ich fahre weiterhin viel Downhill, baue aber zusätzlich mehr Dirt-Sprünge und Pumptrack-Einheiten ein und übe im Skatepark gezielt urbane Elemente wie Wallrides, Walltaps oder Sprünge aus einem Shark-Fin. Das physische Training – Sprint, Kraft, Kraftausdauer – bleibt dagegen praktisch identisch zum klassischen Downhill.
Hast du irgendwelche Routinen die du an Wettkampftagen oder kurz vor dem Start absolvierst?
Eine wichtige Routine ist für mich, den Lauf kurz vor dem Start noch einmal zu visualisieren: Ich schließe die Augen und stelle mir vor, wie ich die Strecke perfekt runterfahre – genau das versuche ich dann in der Realität umzusetzen. Dieses Visualisieren direkt vor dem Start ist für mich der wichtigste Teil der Vorbereitung.
Johannes Fischbach in der Luft während des Red Bull Cerro Abajo im Teatro Nazionale Genua, Italien, am 25. August 2025

Johannes Fischbach segelt über das Gap

© Mauro Puccini/Red Bull Content Pool

Mit welchem Rad- Setup trittst du beim Red Bull Stuttgart Cerrok Abajo an?
Ich fahre mein Enduro-Bike, ein Rayman Roucour mit 170 Millimeter Federweg vorne und hinten, komplett aus Carbon. Für Urban-Downhill-Rennen ist es fast perfekt: ausreichend Federweg bei relativ geringem Gewicht.
Nimmst du an deinem Bike spezielle Modifikationen vor? Du hast doch mal Zusatzgewichte verwendet richtig?
Ja, das stimmt. Auf schnellen Strecken, wo das Bike durch viele Treppen, Schläge und unrhythmische Passagen leicht die Kontrolle verliert, befestige ich unten am Tretlager zusätzliche 1 bis 1,3 Kilogramm. Zentral positioniert sorgt das Gewicht dafür, dass das Bike spürbar satter auf der Strecke liegt und nicht so schnell außer Kontrolle gerät. Beim Antritt und Beschleunigen merkt man zwar, dass das Rad etwas schwerer ist, aber auf den High-Speed-Sektionen gleicht die zusätzliche Kontrolle das mehr als aus. Auf Strecken, die wirklich ans Limit gehen, setze ich die Gewichte daher gerne ein.
Am 24. August 2025 rast Johannes Fischbach beim Red Bull Cerro Abajo in Genua, Italien, durch eine Kurve und begeistert die Zuschauer bei diesem epischen Downhill-Abenteuer in der Stadt

Johannes Fischbach bei Red Bull Cerro Abajo Genua 2025

© Mauro Puccini / Red Bull Content Pool

Verwendest du je nach Witterung und Strecke spezielle Reifen?
Normalerweise fahre ich vorne wie hinten immer die gleichen Reifen, Maxxis DHR II – die habe ich in den letzten zwei Jahren durchgehend genutzt, weil sie einen guten Rollwiderstand mit gutem Grip verbinden. In Genua habe ich mir allerdings einen Slick geschnitten, also das komplette Profil entfernt. Das brachte gewisse Vorteile, aber auch einige Nachteile – ich muss noch schauen, ob sich der Reifen noch einmal einsetzen lässt beziehungsweise ob er für Stuttgart Sinn ergibt.
Was erwartest du von der Deutschlandpremiere des Stuttgart Cerro Abajo?
Ich erwarte, dass in Stuttgart richtig was abgeht. Stuttgart und die ganze Region drumherum sind absolut fahrradverrückt, und wenn ein Event wie Red Bull Cerro Abajo dort zum ersten Mal stattfindet, werden die Leute nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern deutschlandweit anreisen, um sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen. Ich rechne mit extrem vielen Zuschauern und einer richtig geilen Show.
Johannes Fischbach beim Red Bull Genova Cerro Abajo am 28. Juni 2026 in Genua, Italien.

Johannes Fischbach wird das heimische Publikum hinter sich haben

© Bartek Woliński/Red Bull Content Pool

Du liegst nach deinem tollen zweiten Platz beim Genua Cerro Abajo jetzt in der Gesamtwertung auf Platz 3. Was hast du dir für den Contest in Stuttgart vorgenommen?
Ich will nach Stuttgart fahren und versuchen, das Rennen zu gewinnen. Ein solches Event in Deutschland zu haben, während ich gleichzeitig richtig fit bin und eine gute Geschwindigkeit habe, ist eine seltene Gelegenheit – deshalb push ich wirklich darauf, dort zu gewinnen. Natürlich kann immer viel passieren, es gibt viele Fahrer auf meinem Niveau. Aber ich hoffe einfach ein bisschen auf den Heimvorteil.
Du bist schon viele der Cerro Abajo Events mitgefahren. Hast du eine Strecke, die dir besonders taugt?
Ich bin ein großer Fan von Red Bull Cerro Abajo in Valparaíso, Chile – dort wurde die ganze Rennserie ja auch gegründet. Ich konnte das Rennen einmal gewinnen, in den letzten Jahren war ich nicht mehr ganz vorne dabei, aber es bleibt trotzdem meine Lieblingsstrecke, weil es von oben bis unten durchgehend Hindernisse gibt. Man hat also nie einen Moment, um kurz zu entspannen oder nachzudenken.

Teil dieser Story

Red Bull Stuttgart Cerro Abajo

Das weltgrößte urbane Downhill-Rennen bringt die besten MTB-Rider zusammen und jagt sie durch enge Gassen. Jede Line entscheidet. Wer holt sich 2026 den Titel Red Bull Cerro Abajo Weltmeister?

DeutschlandStuttgart, Deutschland
Zum Event