Jost Arens vollführt einen Trick während seiner Deutschlandreise
© Johannes Schön
Skateboarding

Jost Arens – mit Camper und Skateboard durch 16 Bundesländer

Jost Arens und Dennis Ludwig haben sich auf die Reise begeben und sind in 16 Tagen mit dem Wohnmobil durch die 16 deutschen Bundesländer gerollt, um in jedem davon Tricks für einen Part zu filmen.
Autor: Stefan Schwinghammer
3 min readveröffentlicht am

3.500 km von Düsseldorf nach Hannover

Gerade in den reisebeschränkten Zeiten von Corona hat es allgemein an Reiz gewonnen, das eigene Heimatland genauer unter die Lupe zu nehmen, anstatt sich in den Flieger nach Los Angeles zu setzen. Den Einfall, in 16 Tagen in 16 Bundesländern einen Skatepart zu filmen, hatte der in Köln lebende Jost Arens allerdings beim Schauen einer YouTube Show. „Die Idee kam mir durch 7 vs. Wild, wo Leute alleine in der Wildnis ausgesetzt werden. Dadurch habe ich Bock auf Camping bekommen. Und ich wollte zeigen, dass man nicht extra irgendwo hinfliegen muss, sondern es auch in Deutschland gute Spots gibt“, erklärt er die Entstehungsgeschichte hinter seinem neuesten Part.
Gemeinsam mit Filmer Dennis Ludwig legte Jost Arens 3.500 km zurück.
Gemeinsam mit Filmer Dennis Ludwig legte Jost Arens 3.500 km zurück.
Ursprünglich wollte er die Reise mit dem 9-Euro-Ticket antreten, was sich jedoch als logistisch nicht umsetzbar erwies. Also ist er mit seinem Freund und Filmer Dennis Ludwig in einen Camper gestiegen und von Düsseldorf nach Hannover 3.500 km einmal rundherum durch Deutschland gefahren – alles selbst hinterm Steuer. Ludi ohne Führerschein auf Shotgun.
Die Idee kam mir durch 7 vs. Wild, wo Leute alleine in der Wildnis ausgesetzt werden. Dadurch habe ich Bock auf Camping bekommen. Und ich wollte zeigen, dass man nicht extra irgendwo hinfliegen muss, sondern es auch in Deutschland gute Spots gibt.

Das baut richtig Stress ab

Auf Luxus, wie Dusche oder in der eigenen Küche kochen, musste das Duo, das ohne jegliche Camping-Erfahrung in das Projekt startete, dabei verzichten. Sie kamen in ihren eigenen Streetrat-Modus. Morgens wurde in den See gesprungen, dann gab’s Brötchen vom Bäcker und abends Pommes und Falafel von der Bude. Die Zeit war knapp, Bequemlichkeiten unnötig. Campingplatz gönnten sie sich nur an drei Tagen. „Hört sich stressig an, war aber geil“, schwärmt Jost, „es gab keinen Tag, an dem wir keinen Bock hatten.“
Jedes Bundesland wurde zum Spielplatz für den Profi-Skateboarder.
Jedes Bundesland wurde zum Spielplatz für den Profi-Skateboarder.
Nicht mal zum Lagerkoller kam es im fünf Quadratmeter großen Reisemobil. Lediglich die Musikauswahl wurde irgendwann anstrengend. Gefragt nach Tipps für einen Roadtrip überlegt Jost deshalb nicht lange: „Ausreichend Playlists!“. Abgesehen davon war das reduzierte Leben genau das, was er gesucht hat. „Mir ist bei dem Trip aufgefallen, wie gestresst die Leute in Deutschland sind. Ich glaube es würde vielen Menschen gut tun, mal etwas minimalistischer zu leben“, schildert er seine Erfahrungen und beschreibt, wie sich das Empfinden der limitierten Situation unterwegs im Handumdrehen von „es stresst mich” zu „das baut richtig Stress ab“ verwandelt hat.

Switch Frontblunt mit Freunden

Weil ein Roadtrip natürlich noch mehr Spaß bringt, wenn man dabei Freunde besucht, hatte Jost sich im Vorfeld schon mit einigen Locals verabredet und andere kamen spontan hinzu. Er wollte nicht nur selbst einen Part filmen, sondern darin möglichst viele Skater und Crews aus Deutschland einbinden. Auch Legenden wie Sami Harithi, ein guter Freund von Jost, oder Marcus Jürgensen, den Jost in Hamburg auf gut Glück angerufen hat, sind im Part vertreten. Dabei hat MJ den Switch Frontblunt genau in dem Moment gestanden, als die Mittagspause zu Ende ging. Timing is key. Zum letzten Halt des Trips ging es deshalb auch einen Tag früher als geplant von Bremen nach Hannover, denn das Rail, welches Jost für den Ender im Kopf hatte, befindet sich am Stadion, in dem tags darauf ein Bundesligaspiel angesetzt war. Durch die dabei gewonnene Zeit ließ sich, nach eingetütetem Trick, zum Abschluss sogar noch eine Dusche abstauben, wonach Jost erst realisierte, wie sehr die Bettwäsche im Van bereits Eigengeruch entwickelt hatte.
Jost Arens traf sich während der Reise mit einigen Skatern und Crews.
Jost Arens traf sich während der Reise mit einigen Skatern und Crews.
Auch wenn er sich am Ende auf die eigenen vier Wände und ein selbstgekochtes Essen gefreut hat, nach zwei Tagen Pause hätte er direkt wieder losziehen können, sagt er zum Abschluss. Vielleicht nochmal nach Mainz oder Wiesbaden, die Städte deren Skateszene und Spots ihn am positivsten überrascht haben. Und was hat ihm allgemein am besten an dem Projekt gefallen? „Einfach die Zusammenarbeit mit Ludi. Wir haben schon die ganze Welt zusammen bereist und jetzt haben wir auch mal Städte besucht, zu denen normalerweise keine Skateboard-Tour führt.“

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