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"Ein ganz normaler Trainingstag in Norwegen", lächelt Karsten Warholm, nachdem er als erster Mensch einen brutalen Hürdenlauf über Eis unternommen hat. Das Video des Olympiasiegers über 400 m, das er auf Social Media teilte, spricht Bände: Er schnürt seine Schuhe mit Spikes, bringt sich in die richtige Stimmung und sprintet gnadenlos über hüfthohe Hürden aus Eisblöcken.
Warholm war noch nie jemand, der konventionellen Trainingsmethoden folgt. Er ist bekannt für seine explosive Geschwindigkeit, seine unerbittliche Intensität und einen Trainingsansatz, der oft allen Erwartungen zuwiderläuft. Aber selbst nach seinen eigenen Maßstäben war dieser Trainingstag beispiellos.
Warholm verwandelt einen gefrorenen See in das ultimative Trainingsgelände für Hürdenlauf
Warholm ist für seine unkonventionellen Trainingsmethoden bekannt.
© Håvard Andre Kilvær/Red Bull Content Pool
Die Idee ist simpel, aber unheimlich effektiv: Warholm rannte über einen zugefrorenen See und hüpfte trotz der -- wenig überraschend --rutschigen Oberfläche und der klirrenden Kälte mit bemerkenswerter Präzision über die künstlichen Eishindernisse. Bei jedem Schritt verließ er sich auf seine speziell angepassten Schuhe, um seine Geschwindigkeit und sein Gleichgewicht adäquat aufrechtzuerhalten. Letztlich bewies er damit eines: Selbst die unbarmherzigsten Bedingungen können mit der richtigen Kombination aus Vorbereitung, Geschicklichkeit und Mut gemeistert werden.
"Es war überraschend einfach, auf dem Eis zu laufen", meint Warholm nach dem Training. "Die Spikes boten viel mehr Grip als erwartet und als ich mich erst einmal sicher fühlte, war es ein sehr schönes Lauferlebnis."
Gefrorene Hürden und heftiger Wind: Warholms bisher kühnste Trainingsherausforderung
Die Kulisse war ebenso rau wie atemberaubend - eine riesige, gefrorene Fläche vor den Toren Oslos, wo die Temperaturen weit unter 0°C lagen und ein beißender Wind mit 54 km/h wehte. Unbeirrt stellte sich Warholm auf seine Bahn und trotzte den Elementen mit der ihm eigenen Intensität.
Das Training war denkbar komplex, es erforderte sowohl Präzision als auch Anpassungsfähigkeit. Das Sprinten auf dem Eis stellte eine ganz eigene Herausforderung dar, und die zusätzlichen Hürden verschärften diesen Bestandstest noch weiter. Die glatte und unnachgiebige Oberfläche erforderte ein nahezu perfektes Gleichgewicht. Der Wind, der über den See heulte, machte die Sache noch schwieriger.
"Ich mache das, weil wir gerne kreativ trainieren und es den Sport auf eine ganz andere Art und Weise repräsentiert", erklärt Warholm. "Ich denke auch, dass es für die Leute ein bisschen exotisch ist, Norwegen so zu sehen."
Welche Schuhe hat Karsten Warholm für seine Challenge auf dem gefrorenen See benutzt?
Natürlich kann selbst der beste Hürdenläufer der Welt eine solche Herausforderung nicht ohne die richtige Ausrüstung angehen. Sein Trainer und langjähriger Mentor Leif Olav Alnes half ihm, die Spikes für diese Aufgabe zu modifizieren. Die Schuhe, die hinten bereits mit winzigen Varianten ausgestattet waren, wurden vorne mit 9-mm-Stollen verstärkt, die gerade genug Grip boten, um das Sprinten auf der gefrorenen Oberfläche zu ermöglichen.
Es war ein Experiment sowohl in Sachen Innovation als auch in Sachen Ausdauer. Und für Warholm ging es auch darum, die Grenzen des Möglichen in diesem Sport weiter zu fassen.
Warholms Eis-Challenge: wo Kreativität auf unkonventionelles Training trifft
"Neben dem Sport können wir der Welt mit diesen Trainingseinheiten auch das Land auf eine einzigartige Weise zeigen", hält er fest. "Das ist eine Fortsetzung des Wintertrainings, das wir letztes Jahr in Bislett im Schnee gemacht haben. Ich denke, es macht Spaß für Laufbegeisterte, zu sehen, wie sich mit dem Sport spielen lässt."
"Mit solchen Trainingseinheiten werde ich bei den Weltmeisterschaften zwar keine Goldmedaille gewinnen", gesteht sich Warholm ein. "Aber die spielerische Einstellung und Herangehensweise, die Leif und ich haben, hat uns schon viele Erfolge eingebracht und das wird sich auch nicht ändern."
Mit Sessions wie dieser gewinnt man keine Goldmedaille, aber die spielerische Herangehensweise, die mein Trainer und ich haben, hat uns schon viele Erfolge eingebracht -- das wird sich auch nicht ändern.
Während sich viele seiner Konkurrenten auf die bevorstehende Hallenweltmeisterschaft konzentrieren, testet Warholm weiterhin seine Grenzen unter den unkonventionellsten Bedingungen aus. Auf Eis zu laufen ist vielleicht nicht der Schlüssel zum Weltmeistertitel, aber einem Athleten, der vom Experimentieren lebt, passt das perfekt in die Philosophie.
Die Leichtathletiksaison rückt immer näher und Warholm hat einen weiteren Weltmeistertitel im Visier. Damit war diese eisige Herausforderung vielleicht keine direkte Vorbereitung auf den Sommer, aber sie war zweifelsohne der coolste Hürdenlauf aller Zeiten!