“Gambits Spot zu kaufen, war beängstigend”

© GameSports.de/Karina Ziminaite
Autor: Karina Ziminaite und Johannes Gorzel
Die Team Vitality Besitzer erklären ihr interesse an der EU LCS.
Team Vitality ist dabei, die letzten Handgriffe in ihrem neuen League of Legends-Gaming-Haus in Berlin zu tätigen, bevor es am 14. Januar richtig los geht. Nur wenig Zeit bleibt bis zum neuen EU LCS-Split und die Hingabe und Zielstrebigkeit, welche man der Liga widmet, sind schon heute hier zu fühlen. Obwohl die fanzösische Organisation in ihrem Heimatland bekannt ist, war ihr Name für die meisten europäischen Fans neu. Das ändert sich allerdings im Nu, denn Team Vitality verpflichtete die erfahrenen LCS-Veteranen Cabochard, Shook, Nukeduck, Hjarnan und kaSing.
All diese Spieler verfügen über eine solide Fan-Gemeinschaft, doch nicht nur ihre Unterstützer werden sie diese Woche anfeuern. In der ersten Reihe werden Vitalitys Teammanager Fabien ‘Neo’ Devide (23) und ihr League of Legends-Manager Nicolas Maurer (30) zu den Lautstärksten gehören. Mit nur wenigen Tagen bis zum großen Debüt des Teams trafen wir das Duo in Berlin, um über diesen großen Schritt und ihre Pläne zu sprechen.
Team Vitality ist in Frankreich sehr bekannt - vor allem unter Call of Duty-Fans. Erzählt uns von der Geschichte des Teams und dessen Anfängen.
Nicolas Maurer: Wir haben das Team vor zweieinhalb Jahren gegründet. Getroffen haben wir uns, als wir für das französische Fernsehen als Video-Editoren arbeiteten. Fabien war bereits dabei, ein französisches CoD-Team rund um ihren Star-Spieler Gotaga zu leiten. Damals war das bei against All authority - ein bekanntes französisches Team, das auch einmal in der LCS unterwegs war. Zu dieser Zeit waren sie mit dem Management der Organisation nicht zufrieden, weshalb sie sich von ihr trennten. Fabian und ich fassten daraufhin den Entschluss, unser eigenes Projekt zu starten - Vitality war geboren. Die Spieler vertrauten Fabien und folgten ihm und schnell wurde das neue Team populär.
Fabien ‘Neo’ Devide: Gotaga hatte viele Fans und eine große Community auf YouTube, was uns natürlich half, schnell zu wachsen, denn wir konnten dadurch gute Partner und Sponsoren finden. Als wir wuchsen, holten wir dann auch FIFA- und Rainbow Six Siege-Spieler mit ins Boot.
Fabien, in der französischen eSport-Szene bist du eine herausstechende Persönlichkeit. Dabei erhalten Manager sehr selten so viel Aufmerksamkeit.
Ich bin wahrscheinlich der schlechteste CoD-Spieler der Welt. Ich liebe es, das Spiel zu schauen, verstehe alles und war auch schon Coach. Ich war Inhaber, Manager, Freund, Nanny, lustiger Streamer, doch nie war ich der Spieler. Gleichzeitig erhielt ich allerdings fast genauso viel Aufmerksamkeit wie sie, weil wir uns sehr nahe standen. Die Spieler vertrauen mir, weil ich immer loyal bin und das Beste für sie möchte. Das ist der größte Wert in Vitality und auch der Grund, weshalb unser Team so persönlich ist. Ich liebe dieses Team, es ist mein Leben.
Was zog euch in die League of Legends-Szene?
Nicolas: Wir wollten schon seit einiger Zeit expandieren, um ein Multi-Gaming-Team zu werden. Es war eines unserer Ziele. Wir wollten bei League of Legends einsteigen, weil wir das Spiel selbst sehr mögen und es sich großer Popularität erfreut. Ich spiele etwas mehr als Fabien, doch wir beide verfolgen die Szene seit einiger Zeit. Wir warteten bloß auf die richtige Gelegenheit. Weil wir in Frankreich sehr bekannt sind, wurden wir von französischen Challenger-Spielern angesprochen, die unter unserem Banner spielen wollten. So cool sie auch waren, die Roster wirkten nie wie gute LCS-Kandidaten. Ein Challenger-Team zu holen, wirkte wie ein Wagnis. Wenn wir in League of Legends mitmischen, dann wollen wir nicht nur teilnehmen, wir wollen gewinnen.
Vitality-Mitbesitzer Nicolas Maurer.
Vitality-Mitbesitzer Nicolas Maurer.
Wieso seid ihr dann erst jetzt dabei?
Nicolas: In die EU LCS einzuziehen und für einen Slot zu zahlen ist viel Geld. Wir haben Ressourcen und Kontakte gesammelt. Vorher waren wir nicht stark genug und 2016 war das perfekte Jahr für den Einstieg. In den nächsten Jahren werden die Preise der Slots für unabhängige Organisationen wie unsere wahrscheinlich untragbar werden.
Welche Erfahrungen bringt ihr von eurer Zeit mit Call of Duty mit?
Fabien: In der Call of Duty-Szene zu arbeiten ist äußerst schwierig, weil sie nicht so stabil ist. Es gibt dort junge Spieler mit riesiger Reichweite, wir mussten schnell lernen und wuchsen schnell. Wir experimentierten außerdem viel. Des Weiteren verfügen wir bereits über ein Gaming-Haus in Frankreich, weshalb das Projekt in Berlin uns leicht fällt. Wir haben viele Fehler gemacht und es ist im eSport wichtig, auch mal Misserfolge zu verzeichnen - nur so hat man später Erfolg. Wir haben einige schlechte Entscheidungen getroffen und von ihnen gelernt. Spieler sind für uns das Wichtigste und sie genießen unsere höchste Priorität.
Nicolas: Wir haben einen guten Ruf, weil wir uns so sehr alle dem widmen. Wir sind hier nicht des Geldes wegen, sondern weil wir einfach nur Erfolg haben möchten. Wenn wir damit auch Geld verdienen, toll! Doch das Wichtigste ist es, Spielern das zu geben, was sie zum Siegen brauchen und ihnen die bestmöglichen Bedingungen zu bieten. Darum wollen Spieler für uns spielen, obwohl sie vielleicht woanders mehr Geld verdienen würden.
Die Chefs albern mit Cabochard und Coach Shaunz.
Die Chefs albern mit Cabochard und Coach Shaunz.
Wie habt ihr euer LCS-Roster ausgewählt und wer war dafür hauptverantwortlich?
Nicolas: Als wir Gambit kauften, waren keine verpflichteten Spieler übrig, bis auf Shaunz und Forg1ven. Letzterer war bereits in Gesprächen mit H2k-Gaming. Wir wollten sicher gehen, dass wir ein starkes Roster hatten, bevor wir den Slot kauften. Shaunz und Cabochard waren dessen Rückgrat. Wir haben Shaunz viel Vertrauen entgegengebracht.
Fabien: Sie sprachen mit anderen Spielern und wir erklärten ihnen, was wir bieten können. Alle wollten zusammen spielen. kaSing ging zu TSM, doch kam zurück, weil er mit Hjarnan spielen wollte. Wir waren sehr glücklich über diese Entscheidung. Ich habe Gambit in der letzten Saison unterstützt und Shaunz ist ein guter Freund. Im ersten Split wäre eine Top 3-Platzierung toll, doch mit Top 5 wären wir auch zufrieden. Unser ultimatives Ziel für dieses Jahr ist die Teilnahme an den Worlds.
Es standen in dieser Off-Season mehrere Slots zum Verkauf. Neben Gambit soll auch Elements seinen Spot verkauft haben wollen. Wieso habt ihr euch für Gambits entschieden?
Fabien: Es ist nicht so teuer wie in NA, doch trotzdem ein Haufen Geld. Für uns war die persöliche Verbindung mit Shaunz ein entscheidender Faktor. Ehrlich gesagt war es beängstigend, Gambits Slot zu kaufen. Sie haben eine so beeindruckende Historie und Fan-Gemeinde. Wir wollten diese Marke nicht zerstören und dafür Hass abbekommen. Es war riskant und wir hatten viel Respekt für sie. Obwohl das komisch war, funktionierte es gut. Irgendwie wird Gambit bestimmt zurückkommen - es handelt sich um gute Typen.
Fabien ‘Neo’ Devide
Fabien ‘Neo’ Devide
Team Vitality: “Buying Gambit’s slot was scary”
Team Vitality are finalising the setup of their new League of Legends gaming house in Berlin. With only a few more days left to the EU LCS you can feel the determination and anticipation spirit here. Even though the French organization is well-known in their home country, for most of the European fans their name was new. However, this is quickly changing as Team Vitality’s roster consists of experienced LCS players Cabochard, Shook, Nukeduck, Hjarnan and kaSing.
All the players have a solid fan base and experience, but not only their supporters will be rooting for them this Thursday and Friday at Riot Games studio in Berlin. In the first row the co-owners, Head of the Team Fabien ‘Neo’ Devide (23) and Team Vitality League of Legends General Manager Nicolas Maurer (30), will be cheering for their boys. With the big day almost here we met the duo in Berlin to ask about the decision to join the League of Legends world, their values and plans.
Team Vitality is a well-known name in France, especially for the Call of Duty enthusiasts. Give us a short history of the team, how did it all start?
Nicolas Maurer: We founded Team Vitality 2.5 years ago. We met each other while we were working as video editors for French TV. Fabien was already managing a French Call of Duty team with a very well-known player, Gotaga. At the time he was playing with the French organisation ‘against All authority’, which was also competing in the LCS long ago. They were not very happy with management and decided to quit. Fabian and me got an idea to create our own project. That is when Vitality was born. Players trusted Fabian and followed him. It quickly gained popularity.
Fabien ‘Neo’ Devide: Gotaga had a huge fan base and community on YouTube, it helped us grow fast and we managed to secure good partners and sponsors from the beginning. As we grew we expanded to other console games like FIFA and Tom Clancy's Rainbow Six Siege.
Fabien, you are quite an outstanding personality in the French eSports scene yourself, managers rarely get so many fan attention?
Fabien: I’m probably the worst player of Call of Duty in the world. I love to watch the game, I understand everything and I was a coach. I was an owner, manager, friend, nanny, the funny guy on the stream, but not the player. At the same time I got almost the same exposure as they did, because we were always very close. Players trust me, I am very loyal and I always want the best for them. This is the main value of Vitality and this is why our team is very personal. I love this team. It is my life.
What has drawn you into the League of Legends scene?
Nicolas: We wanted to expand for some time and become a multi-gaming team. It was one of our objectives. We wanted to join League of Legends because we like the game ourselves and it is the most popular game. I play a little bit more than Fabien, but we both have been following the scene for a while. We waited for the right opportunity. Since we’re well-known in France, we were approached by French challenger players on multiple occasions, asking to play under our name. As cool as they were, the rosters did not seem like good LCS contenders. Getting a challenger team seemed like a gamble. If we join the League of Legends, we want to compete, we want to win.
Nicolas Maurer
Nicolas Maurer
Why did you join this year and not before?
Nicolas: Moving to the EU LCS and paying for a slot is a lot of money. We were gathering resources, contacts. Before we were not strong enough and 2016 was a perfect year to get in. In the next few years the slot prices will probably be unbearable for independent organisations like us.
What kind of experience are you bringing from your years with Call of Duty and other games?
Fabien: The Call of Duty scene is one of the most difficult to work in because it is very unstable. There are also young players with huge exposure, we had to learn quickly and grow fast. We experimented a lot. We already have a gaming house in France so it was easier to get one set up in Berlin. We made many mistakes. It is important to fail in eSports to succeed later. We made some bad choices and we learned from them. Players are the most important for us and they are our first priority.
Nicolas: We have a good reputation because of this dedication. We are here not for the money; we just want to succeed. If we get some money out of this, great, but the most important thing is to give players what they need to win and ensure the best possible conditions. This is why players want to play for us even though they might be paid better somewhere else.
Team Vitality owners, Cabochard and Shaunz.
Team Vitality owners, Cabochard and Shaunz.
How did you choose your LCS roster and who had the biggest say selecting the players?
Nicolas: There were no contracted players left in Gambit when we acquired their spot except for Shaunz and Forg1ven, whereas the latter was already in talks with H2k-Gaming. We wanted to make sure we have a strong roster before buying the slot. Shaunz and Cabochard were the backbone of it. We put a lot of trust in Shaunz.
Fabien: They spoke to other players, we told them what we can offer. They all wanted to play together. kaSing went to TSM but came back, he wanted to play with Hjarnan. We were very happy he returned. I supported Gambit last season and Shaunz is actually a good friend of mine. Top 3 would be a great result for the first split, but top 5 is also OK. Our ultimate goal for this year is to go to Worlds.
There were two slots for sale in this off-season, not only Gambit Gaming but also Elements wanted to sell their place in the EU LCS. Why did you go for Gambit’s one?
Fabien: It is not as expensive as in NA but still a big chunk of money. For us the deciding factor was the personal connection that I had with Shaunz. Honestly, we were afraid to buy Gambit’s slot. They have such a great history and a huge fan base. We did not want to kill the brand and get the hate for “destroying” them. It was scary, we had a lot of respect for them. It was weird but it all worked out well, Gambit will probably bounce back anyway, they have great guys there.