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Nach Vize-Finn kommt Levy Win: Der RBLZ-Spieler im Porträt
Im zwei Jahren bei RBLZ Gaming hat sich Levy Finn Rieck zwischen den Platzhirschen behauptet. Erfahre mehr über einen lange unterschätzten eSportler in EA FC, der jetzt Deutscher Meister ist.
Im Schatten der Superstars, verborgen hinter Rekorden oder funkelnden Trophäen: Hier dürfen sich Spieler wie der frühere Liverpool-Kapitän Jordan Henderson oder Lorenzo Insigne angesprochen fühlen. Und auch in Leipzig gab es auf dem virtuellen Rasen lange einen Spieler, der sich in eine solche Liste einfügte.
Levy Finn „Levyfinn“ Rieck heißt der Fußball-affine eSportler, der zwar auch hobbymäßig für den SV Blau-Weiß Baasdorf kickt, aber noch lieber mit RBLZ Gaming auf Titeljagd geht. Reisen die eFootballer von RB Leipzig zu Offline-Events wie dem VBL Grand Final oder dem DFB-ePokal, wurde der 23-Jährige in den vergangenen Jahren - hinter Anders Vejrgang und Umut Gültekin - oft nur im dritten Atemzug genannt. Auf der internationalen Bühne gar zum Underdog degradiert.
Spätestens im ersten Halbjahr 2025 hat sich das geändert. Levy Finn krönte sich zunächst mit den RBLZ bei der VBL Club Championship zum Deutschen Club-Meister und später beim VBL Grand Final zum Deutschen Einzelmeister. Aber dazu später mehr.
Top-Skiller und GOAT-Bezwinger 2.0
Zumindest einigen unter uns blieb die weltmeisterliche Message von „RBLZ_Umut“ bei der UEFA eChampions League 2024 im Ohr, wo er seinen Teammate als „most underrated Player im Teilnehmerfeld“ bezeichnete. Der restliche Verlauf des an drei Wochenenden ausgespielten Turniers in London (hier das Finale Re-live anschauen) ist bekannt.
Wie einst „RBLZ_Umut“ im FeWC-Finale 2022, schockte Levy Finn den als Iceman gefürchteten Argentinier Nicolas „nicolas99fc“ Villalba (FC Sevilla) - auf seine Art! Skillmoves in diversen Varianten und überraschende Skill Cancels prägen sein Gameplay. Darauf fanden auch andere namhafte Top-Spieler (u.a. Emre Yilmaz) in der Knockout-Stage der eCL keine Antwort.
„Ich habe bewiesen, dass ich gegen die absoluten Weltklasse-Spieler bestehen kann. Besonders der Sieg gegen einen der GOATs wie Nicolas nach einem anfänglichen 0:2-Rückstand bedeutet mir extrem viel“, betont der RBLZ-Spieler, der für den Final-Einzug (2:5 gegen Jonas „Jonny“ Wirth) das bisher größte Preisgeld seiner Gamepad-Karriere kassierte. Umgerechnet etwa 46.000 Euro.
EA FC 24 Earnings: Aufstieg in die Top 6 der Welt
Wer es mit dem Leitsatz von eSports-Caster Brandon Smith („It’s all about Earnings“) hält, der stellt an dieser Stelle fest: Selbst ohne Titel etablierte sich der 23-Jährige schon im ersten Jahr nach seinem Wechsel vom F.C. Hansa Rostock nach Leipzig in der Weltspitze. Nur fünf (!) eSportler machten mit FC 24 mehr Cash als der gebürtige Köthener (100,603.33 US-Dollar).
„Große materielle Wünsche habe ich derzeit nicht. Ich bin quasi typisch deutsch und würde - selbst bei einem Titelgewinn - so viel Preisgeld wie möglich sparen“, grinst der Brillenträger und schweift in Erinnerungen an EA FC-Vorgänger-Titel wie FIFA 21. „Da habe ich Hobby-Turniere gespielt, teilweise für einen Zehner.“
„Vize-Finn“: Wie der RBLZ-Spieler mit dem Running Gag umging
Diese eloquente Art zeichnete den RBLZ-Spieler bereits aus, als er noch im Trikot mit der „Kogge“ aktiv war und in seiner Premierensaison in der Virtual Bundesliga (FIFA 22) zum „VBL Newcomer of the Season“ gewählt wurde. Ohne zu stocken und in nahezu jeder Situation findet „levyfinn“ die richtigen Worte. Seine Statements wirken nahbar, manchmal untermalt mit einer gesunden Portion Humor.
Vize-Finn? Den im Zuge der vier Final-Niederlagen geborene Running Gag aus der VBL-Community griff der deutsche eNationalspieler mitunter in seinen Instagram-Posts auf. Genauso nahm er es sportlich, wenn er den Back-to-Back-Triumph der Leipziger im DFB-ePokal nur von der Bank aus erlebte.
Titel-Breakout unter Tränen beim VBL Grand Final
Es fehlten bis zur FC 25-Saison meist nur Nuancen zum Titel-Breakout des RBLZ-Spielers. Dann war es endlich soweit - und das sogar doppelt! Mit seinem Team holte sich Levy Finn im März den Titel bei der VBL Club Championship. Der Fluch war besiegt - und danach ging die Titel-Party erst so richtig los.
Ende April kam es zum Season Showdown der Virtual Bundesliga in Köln. Beim VBL Grand Final ging es einmal mehr um die Dusche Einzelmeisterschaft und ein Gesamtpreisgeld in Höhe von 100.000 Euro. Levy Finn zog ins Endspiel ein - und traf hier auf Weltmeister und Teamkollege RBLZ_Vejrgang. In einem spektakulären Finale behielt er die Oberhand, sicherte sich 40.000 Euro Preisgeld und machte das Double perfekt.
Unmittelbar nach dem Abpfiff folgte ein Meer aus Freudentränen. Man merkte: Spätestens jetzt war all die Last, die Levy Finn in den vergangenen Jahren mit sich herum getragen hatte, abgefallen. "Zwar war ich auch schon vorher stolz auf meine vielen Top-Leistungen bei Turnieren - allein 2024 bin ich schließlich nicht nur Vizemeister im VBL Grand Final, sondern auch Zweiter in der eChampions League geworden. Dennoch trägt man immer diese eine Frage mit sich herum: Wann ist es an der Zeit für den ersten großen Einzeltitel?", so der neue Deutsche Einzelmeister im eFootball: "Da ist es vermutlich normal, wenn im Moment des Sieges alles von einem abfällt.”

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