French rider Loïc Bruni racing in France at the opening round of the 2022 World Cup in Lourdes, France on March 26, 2022.
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MTB

Loïc Bruni und seine 5 besten Downhill-Runs

Der französische Downhill-Superstar Loïc Bruni hat im Laufe seiner Karriere einige unglaubliche Erfolge gefeiert. Hier seine 5 denkwürdigsten Triumphe!
Autor: Rajiv Desai
5 min readveröffentlicht am
Loïc Bruni zählt zu den begnadetsten und vielseitigsten Downhillern seiner Generation. Egal, ob im Mercedes-Benz UCI Mountainbike World Cup oder bei Weltmeisterschaften -- der Franzose ist jemand, den man immer auf der Rechnung haben muss. Brunis Rennkarriere dauert mittlerweile über ein ganzes Jahrzehnt, nachdem er 2011 als Junior erstmals auf der internationalen Bühne am Start stand.
Im Laufe seiner Karriere hat der Franzose 70 Weltcuprennen bestritten und an 11 Weltmeisterschaften teilgenommen. Neben der Downhill-Legende aus Südafrika, Greg Minnaar, hat Bruni mit vier WM- und sieben Weltcupsiegen die beste kombinierte Bilanz. Aber er ist noch lange nicht fertig! Der Mann ist immer noch erst 28 Jahre alt und befindet sich am absoluten Höhepunkt seiner Fähigkeiten -- genug Zeit also, diese Bilanz noch aufzupolieren. Vorher wollen wir uns aber seine 5 bemerkenswertesten Runs der Vergangenheit noch einmal auf der Zunge zergehen lassen. Enjoy the ride!
01

Vallnord World Championships, 2015

4 Min

UCI DH Weltmeisterschaften Highlights 2015

Die ganze unglaubliche Action von ein paar fantastischen Renntagen in Andorra.

Der Moment, in dem "Super Bruni" geboren wurde, liegt bereits einige Jahre zurück. Es war 2015 bei den Weltmeisterschaften in Vallnord, Andorra, als der ehemalige Junioren-Weltmeister in seinem zweiten Jahr bei den großen Jungs mitfuhr und sich stetig verbesserte. Er wurde zu der Zeit als Underdog gehandelt, der jederzeit für einen Sieg gut war. 2015 wurde er vier Mal Zweiter, schaffte aber nie den Sprung nach ganz oben. Der Frust war groß!
Bei der WM zu Saisonende wandelte der Franzose diese Frustration dann in Stärke um. Auf der stark ausgefahrenen Strecke fand Bruni eine ganz neue Linie und verdrängte den damals schnellsten Minnaar auf den zweiten Platz. Der Sieg sollte der erste seiner vier WM-Siege sein.
02

Cairns World Cup, 2016

2 Min

UCI Cairns 2016 - Loïc Bruni Winning Run

Der Siegeslauf von Loïc Bruni beim DH-Weltcup der Herren 2016 in Cairns.

2016 startete Bruni zwar als Weltmeister, aber noch immer ohne Weltcupsieg in die neue Saison. Das Ziel war also klar: Er wollte auch im Weltcup einmal ganz oben stehen! Der Saisonauftakt in Lourdes wurde zum Desaster und Bruni begann zu zweifeln. Danach ging es über den Äquator nach Cairns in Australien und die Fans sahen einen viel entspannteren Bruni.
Im tropischen Regenwald leistete sich der Franzose kaum Fehler und verdrängte den Überraschungsmann aus Australien Josh Button vom Hot Seat. Dann hieß es warten! Drei Herren standen noch oben -- der Amerikaner Aaron Gwin sowie die beiden Lokalmatadoren Mick Hannah und Troy Brosnan.
Die Spannung stieg ins Unermessliche und die Fans hielten den Atem an. Hannah fehlte knapp eine Sekunde auf die Zeit von Bruni, während Brosnan als letzter Mann weniger als eine halbe Sekunde langsamer war als der Franzose. Für Super Bruni war es der heiß ersehnte erste Weltcupsieg!
03

Mont-Sainte-Anne World Cup, 2018

3 Min

UCI DH World Cup Mont-Sainte-Anne: Loïc Brunis siegreiche Fahrt

Seine Fahrt hatte alles zu bieten, was man sich nur wünschen kann: Speed, Flair und die Art von Drama, die DH Mountainbiking-Rennen so großartig macht.

Englisch

Wenn Bruni erwartet hatte, dass das Siegen nach seinem ersten Triumph im Weltcup leicht fallen würde, dann lag er damit weit daneben. Ein gebrochenes Schlüsselbein sorgte nämlich dafür, dass er den Großteil der restlichen Saison 2016 verpasste. 2017 war für Bruni dann ein Jahr zum Vergessen -- auch wenn er seinen WM-Titel in Cairns am Ende des Jahres verteidigen konnte. 2018 entwickelte sich ebenfalls zu einer durchwachsenen Saison, in der Bruni viel Pech hatte, darunter ein ausgekugelter Ellbogen gleich zu Beginn.
Da er 2018 im Gesamtweltcup kein Wörtchen mitzureden hatte, konnte Bruni mit einer gewissen Freiheit und Leichtigkeit fahren. In Monte-Sainte-Anne lief es dann endlich wieder wie am Schnürchen. Er unterbot die Bestzeit von Brosnan und feierte nach perfekter Fahrt seinen zweiten Weltcupsieg. Ein paar Wochen später konnte er in Lenzerheide mit dem dritten WM-Titel im dritten Jahr sogar noch einen draufsetzen.
04

Vallnord World Cup, 2019

3 Min

Downhill Siegerfahrt der Herren – Vallnord

Erlebe Loïc Brunis Siegerfahrt beim UCI MTB World Cup 2019 in Vallnord!

Die Saison 2019 ist uns vor allem wegen des packenden Duells zwischen Bruni und Amaury Pierron um den Sieg im Gesamtweltcup so gut in Erinnerung geblieben. Der Kampf ging bis in die letzte Runde und wurde erst beim Saisonabschluss in Val di Sole entschieden. Nach Brunis bisher bester Weltcupsaison seiner Karriere (mit drei Siegen in Maribor, Leogang und Vallnord) holte er sich schließlich verdient den Gesamtsieg.
In Vallnord erlebten wir einen Bruni, der in Topform war und vor Selbstvertrauen nur so strotzte. Er präsentierte sich von seiner schnellsten Seite und versetzte den damals in Führung liegenden Loris Vergier auf Platz 2.
05

Snowshoe World Cup, 2021

3 Min

Loïc Bruni Sieg-Run – Snowshoe Rennen 2

Erlebe die siegreiche Performance von Loïc Bruni beim zweiten Rennen in Snowshoe.

2021 fanden im US-amerikanischen Snowshoe gleich zwei Downhill-Rennen statt, und beide waren für Bruni auf seinem Weg zum zweiten Gesamtsieg seiner Karriere von enormer Bedeutung. Im ersten Rennen wurde er Zweiter -- der Druck wurde damit noch größer. Bruni wusste, dass er nur mit einem Sieg im zweiten Rennen eine realistische Chance haben würde, Loris Vergier im Kampf um den Titel zu überholen. Vor dem Start des zweiten Rennens führte sein französischer Landsmann die Gesamtwertung mit 76 Punkten an.
Vergier ging vor Bruni ins Rennen und er hatte einen furchtbaren Lauf, der ihn weit zurückfallen ließ. Die Tür für Bruni war plötzlich sperrangelweit offen und alles, was er machen musste, war, sauber nach unten zu kommen. Aber nachdem er in dieser Saison noch nie gewonnen hatte, war er fest entschlossen, den Fans zu zeigen, dass er den Titel verdient hat. Höchst engagiert und mit vollem Risiko fuhr Bruni auf Sieg, im Ziel lag er dann tatsächlich vor dem Australier Troy Brosnan, der Zweiter wurde.