Wenn du dich in der Welt des Skateboardens oder Longboardens nicht so gut auskennst, ist es gar nicht so einfach, die Unterschiede zwischen den beiden Boardarten zu erkennen. Und ob du es glaubst oder nicht, die Boards haben völlig unterschiedliche Verwendungszwecke. Wenn du darüber nachdenkst, dir ein Board zuzulegen, solltest du dich vorher fragen, was du damit machen willst: Beim Street-Skaten im urbanen Raum verwirklichen, dich in der Halfpipe austoben oder doch lieber steile Hügel hinunterbrettern? Wir helfen dir bei deiner Entscheidung und wollen die immerwährende Longboard vs. Skateboard-Debatte ein für alle Mal klären.
Die Ursprünge des Skateboards und des Longboards
Um den Unterschied zwischen einem Longboard und einem Skateboard wirklich zu verstehen, müssen wir kurz in ihre Geschichte eintauchen. In den frühen 1950er-Jahren liebten Surfer das Gefühl auf der Welle zu reiten, so sehr, dass sie an wellenlosen Tagen an Land dieselbe Erfahrung machen wollten. Sie suchten sich ein Stück Holz, schnitten ein Board aus, befestigten an der Unterseite ein paar Rollen - et voilà, das Skateboard war geboren. Als die Skater aber realisierten, dass die ersten Boards zu groß und zu flach waren, um damit Tricks ausführen zu können, machten sie sie einfach kleiner.
Um 1990 herum stellten Surfer wiederum fest, dass die Boards viel zu klein waren, um damit richtig cruisen zu können und, dass sie sich nicht mehr wie ein Surfboard anfühlten. Also änderten sie ein weiteres Mal das Design und die Größe des Skateboards, um das zu kreieren, was wir heute als Longboard kennen.
Genug mit der Geschichtsstunde, hier haben wir nun die wichtigsten Unterschiede zwischen Longboards und Skateboards:
1. Größe und Form
Wenn man ein Longboard und ein Skateboard nebeneinanderlegt, fällt schnell auf, dass bei einem Longboard die Nose und das Tail flach sind. Bei einem Skateboard ist das nicht der Fall: Da sind sie kurvig nach oben gebogen, um Flips leichter ausführen und Tricks einfacher landen zu können.
Wie der Name schon sagt sind Longboards länger. Sie können bis zu 1,5 m lang sein, während typische Skateboards zwischen 70 und 90 cm lang sind. Hier wird es etwas irritierend: Longboards gibt es nämlich auch in Größen um die 70 cm. Wenn dich das zu sehr verwirrt, denke immer daran, dass der Hauptunterschied darin liegt, dass Longboards flach sind und Skateboards nicht. Wenn du also ein flaches Board siehst, das verhältnismäßig kurz ist, ist es vermutlich einfach nur ein kurzes Longboard.
2. Deck-Flexibilität
Für alle Skate-Neulinge da draußen, das sogenannte „Deck" ist die Basis deines Boards - also das Brett, auf dem du mit deinen Füßen stehst. Wenn du Tricks machen willst, sollte das Board dünner sein, was wiederum heißt, dass es flexibler ist. Der Flex des Decks steht für die Steifigkeit deines Boards. Viel Flex (weich) eignet sich für sanftes Cruisen. Mittlere Flexibilität sorgt für das richtige Maß an Stabilität und Elastizität, um Jumps zu erleichtern.
Viele Longboards sind so designed, dass sie beim Downhill-Fahren maximale Geschwindigkeit erreichen. Um dabei für ausreichend Stabilität zu sorgen, sind Longboards normalerweise dicker gebaut und haben wenig Flex, um dich auf deinem Ride nach unten perfekt zu supporten.
3. Achsen und Rollen
Sowohl Skateboards als auch Longboards haben Rollen und das, worauf sie sie befestigt sind, nennt sich Achse. Genau hier liegt ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Boardtypen: Die Achsen funktionieren unterschiedlich. Die Achsen eines Skateboards sind steif und schmal, um Grinds zu erleichtern und Tricks einfacher landen zu können. Außerdem sind sie auf die Größe des Decks abgestimmt.
Bei Longboards sind die Achsen dagegen flexibler, was für ein geschmeidigeres Fahrgefühl sorgt - perfekt also für lange Downhill-Rides. Die Achsen bei Longboards können außerdem viel breiter sein und messen zwischen 150 mm und 180 mm.
Bei den Rollen gilt Folgendes: Für schnelle und ruhige Rides mit einem Longboard eignen sich große und weiche Rollen. Skateboards haben im Gegensatz dazu eher kleine und härtere Rollen, um besser mit Rails, Ledges und Gaps klarzukommen. Wenn du vorhast, auf deinem Board vorwiegend durch die Gegend zu cruisen, empfehlen wir weiche Rollen - für einen sanften und kontrollierten Ride.
4. Balance
Wenn du das Ziel vor Augen hast, Tricks zu lernen aber noch nie auf einem Skateboard gestanden bist, solltest du mit einem Longboard beginnen. Durch die Größe und Stabilität ist es viel einfacher die richtige Balance zu finden. Wenn du dich dann sicher fühlst auf dem Longboard, kannst du immer noch auf ein Skateboard umsteigen und herausfinden, wie es ist auf einem kleineren Board zu stehen und zu fahren.
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5. Speed und Tricks
Wenn es dir nach wie vor schwer fällt zu entscheiden, welcher Boardtyp du bist, dann frag dich einfach, warum du skaten willst. Willst du schwierige und eindrucksvolle Tricks in den Boden stampfen oder lieber mit maximalem Speed einen Hügel hinunterrasen?
Skateboards sind perfekt für Skater, die:
- Neue Tricks lernen wollen
- Rails grinden
- Miniramps skaten
- Kickflips üben
- Ollies meistern
Longboarder sind dagegen eher die Typen, die:
- Geschmeidig mit Freunden herumcruisen
- Hillbombs machen
- Zum Strand fahren damit
- Mit dem Board durch die Stadt flitzen
Fährt man Berge runter, dann kann Longboardfahren sicher Spaß machen. In der Stadt jedoch, denke ich, wird das relativ schnell langweilig, weil man nicht so viele Möglichkeiten wie auf einem Skateboard hat.
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