Lords of the Fallen ist das erste Soulslike mit Next-Gen-Technik
© CI Games
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Lords of the Fallen ist das erste Next-Gen-Soulslike

Mit einer interessanten Weltenwechsel-Mechanik und der Unreal Engine 5 im Rücken versucht das Reboot von Lords of the Fallen seinen Vorgänger in den Schatten zu stellen.
Von: Matthias Regge (@PrinnyTonic)
7 min readPublished on
Dieses Jahr ist ein echtes Fest für Soulslike-Fans. Gleich zwei Spiele innerhalb des Genres haben nun in kurzer Zeit ihren Weg auf PC und Konsolen gefunden. Erst Lies of P, welches mit seinem Pinocchio-Szenario und Steam-Punk-Style begeistern konnte, und nun das Action-Rollenspiel Lords of the Fallen, welches mit seinem Design sehr an die Dark Souls-Games von From Software erinnert.
Die Stimmmung von Lords of the Fallen ist sehr packend

Die Stimmmung von Lords of the Fallen ist sehr packend

© CI Games

In Lords of the Fallen erwarten euch knifflige Bosskämpfe, düstere Areale und ein Schwierigkeitsgrad, der es schafft dennoch fair zu bleiben und Spieler:innen zahlreiche Chancen gibt sich selbst zu verbessern.

Das Original Red Bull

Red Bull Energy Drink

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Als Speedrunner freut sich Red Bull-Gamer David “GrandPOObear” Hunt natürlich immer über spielerische Herausforderungen. Da ist das Soulslike-Genre für ihn natürlich wie geschaffen. Als Elden Ring erschienen ist hat er seine ersten sieben Tage mit dem Spiel gestreamt und im Nachgang zu einem unterhaltsamen Reisetagebuch zusammengefasst.

Die Geschichte der zwei Lord of the Fallen

Manche Spieler:innen werden sich vermutlich erinnern, dass es bereits einen Soulslike-Titel mit dem Namen Lords of the Fallen gab. Dieser ist 2014 für PC, Xbox One und PlayStation 4 erschienen. Er zählte zu den ersten größeren Spielen dieses Genres, welches nicht von From Software entwickelt wurde. Interessanterweise wurden aber nicht nur Demon’s Soul und Dark Souls als Inspirationen für Lords of the Fallen genannt, sondern auch Titel wie Street Fighter und Tekken.

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Kritiker wurden mit Lords of the Fallen allerdings nicht richtig warm. Es heimste durchschnittliche bis leicht positive Wertungen ab. Hier musste sich der Titel Vergleichen mit Dark Souls II stellen, welches im selben Jahr erschienen ist. Der mangelnde Feinschliff und die weniger spielerische Tiefe als beim großen Vorbild wurden oft angeprangert.
Das erste Lords of the Fallen war sehr durchschnittlich

Das erste Lords of the Fallen war sehr durchschnittlich

© Deck 13

Ein Nachfolger wurde bereits Ende 2014 angekündigt und sollte 2017 erscheinen. Da die Entwicklung nicht mehr über das deutsche Studio Deck13 durchgeführt wurde, befand sich Lords of the Fallen 2 längere Zeit in einer Developement-Hell. 2020 gründete Publisher CI Games dann Hexworks, welche sich unter Verwendung von Unreal Engine 5 dem Titel annahmen. Zu diesem Zeitpunkt war es auch schon klar, dass es sich hier nicht um einen Nachfolger, sondern um ein Reboot mit dem Namen The Lords of the Fallen handeln sollte. 2022 entschied man sich dann aber, das “The” fallen zu lassen und auch dieses Game einfach Lords of the Fallen zu nennen.

Wandeln zwischen den Welten

Lords of the Fallen besticht von Beginn an mit einer wunderschönen, leicht unheimlichen Stil voller gotischer Architektur und düsteren Mittelalter-Vibes. Optisch erinnert der Titel damit sehr an die Spiele der Dark Souls-Reihe. Wo es sich visuell aber sehr abhebt, ist mit dem Reich der Toten, genannt Umbral. Sollte euer Charakter sterben, werdet ihr nicht genretypisch an den letzten Checkpoint geworfen und seid gezwungen, eure hart verdienten Erfahrungspunkte, in diesem Spiel Kraft genannt,zurück zu gewinnen. Stattdessen erwacht ihr im Umbral. Eine Welt, welche die der Lebenden fast perfekt spiegelt. Findet ihr nun bestimmte Götzen, könnt ihr der Totenwelt entkommen und wieder zurück ins Reich der Menschen gelangen.
Im Umbral sammelt ihr mehr Erfahrung

Im Umbral sammelt ihr mehr Erfahrung

© Hexworks

Das Umbral hat aber auch noch weitere spielerische Zwecke. Wie bereits erwähnt, ist es strukturell fast identisch mit der regulären Spielwelt. Allerdings gibt es an manchen Stellen Abweichungen, die euch dabei helfen, eure Reise fortzusetzen. Wo normalerweise ein tiefer See euren Fortschritt blockiert, ist im Umbral eventuell einfach nur ein Graben, den ihr durchschreiten könnt. Glücklicherweise könnt ihr auch ohne Ableben die Welt der Toten betreten. Dafür trägt euer Charakter eine Lampe, mit dessen Hilfe ihr jederzeit in das Umbral eintreten könnt. Für eine Flucht aus dem Totenreich muss jedoch nach wie vor eine Götze aufgesucht werden.
Das ist relevant. Denn das Umbral ist kein friedlicher Ort. Hier trefft ihr ebenfalls auf Feinde, die euch gnadenlos angreifen. Zusätzlich wächst eure Furcht mit jedem Moment, den ihr dort verbringt. Steigt diese an, erscheinen immer mehr Gegner und Dämonen, die euch nach dem Leben trachten. Hat die Furcht ihr Maximum erreicht, jagt euch ein Sensenmann, der euch mit nur einem einzigen Angriff niederstrecken kann. Als Ausgleich zu dieser stetig wachsenden Gefahr erhaltet ihr allerdings im Umbral mehr Kraft, als in der Welt der Lebenden. Hier entsteht also schnell ein spannendes Risk-Reward-System.
Waffen können in unterschiedlichen Stilen genutzt werden

Waffen können in unterschiedlichen Stilen genutzt werden

© Hexworks

Technisch ist die Verbindung der beiden Spielwelten auch spannend gelöst. Ihr könnt eure Lampe jederzeit nutzen, um mit ihrem Licht die Umgebung zu beleuchten. Sie offenbart euch dadurch, wie das Umbral an dieser Stelle aussieht. Das bedeutet ihr müsst beim Erkunden des Reichs der Lebenden stets ein offenes Auge für eventuelle Abweichungen im Totenreich haben, die euch einen Vorteil verschaffen können.

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Im Kampf viel gewohntes

Eure Lampe ist allerdings mehr als nur ein Werkzeug, um die Geheimnisse des Umbrals zu erkunden. Sie spielt auch eine Rolle im Kampfsystem von Lords of the Fallen. Dieses bietet ansonsten die üblichen Elemente, die Spieler:innen aus dem Genre gewohnt sind: Man attackiert Feinde mit schwachen oder starken Angriffen, weicht per Ausfallschritt und Rollen Attacken aus und versucht die gegnerische Haltung mit Paraden zu brechen. Alles, während man seine Ausdauer im Auge behält, welche als Ressource für jegliche Aktion dient.
Dank eurer Lampe könnt ihr die Seele vom Körper eurer Gegner trennen

Dank eurer Lampe könnt ihr die Seele vom Körper eurer Gegner trennen

© CI Games

Mit Hilfe der Lampe könnt ihr allerdings so manche Auseinandersetzung mit den, doch recht fordernden, Feinden zu euren Gunsten beeinflussen: Dank der Fähigkeit Seelenschinder könnt ihr die geistliche Form eurer Feinde kurzzeitig aus ihrem Körper ziehen und dadurch verwundbarer machen. Außerdem könnt ihr mit dem Licht der Lampe zudem einige Gegner schwächen, welche durch einen sogenannten Umbral-Parasiten gestärkt werden.
Fernkampf wird in Lords of the Fallen auch etwas anders gehandhabt, als bei vielen Genre-Kollegen: Distanzangriffe nutzen eine eigene Ressource, die nach einer Rast wieder komplett aufgefüllt wird. Zwischendurch kann sie auch durch Munitionsbeutel erneuert werden. Magiebasierte Charaktere setzen hingegen auf Magiepunkte. Diese funktionieren technisch gesehen genau wie die Munition für Fernkampfwaffen.
Abgesehen davon erwarten Genre-Veteranen aber keine großen Überraschungen. Auch die Statuspunkte, welche ihr durch Aufleveln verbessert, sind alle sehr an die Vorbilder von From Software angelehnt. Das gilt auch dafür, wie Waffen funktionieren und entsprechend mit diesen Attributen skalieren. Das ist aber nicht tragisch. Denn die Grundformel von Soulslikes hat sich mittlerweile über viele Jahre hin bewährt.
Fernkampf nutzt in Lords of the Fallen eine eigene Ressource

Fernkampf nutzt in Lords of the Fallen eine eigene Ressource

© CI Games

Unreal Engine 5: Segen und Fluch

Leider ist nicht nur die Spielwelt von Lords of the Fallen in zwei Teile gespalten. Auch die Technik des Titels bietet sowohl eine Licht- als auch eine Schattenseite. Dank dem Nutzen der Unreal Engine 5 sieht das Spiel unglaublich gut aus. Die technische Finesse der Optik wird von dem grandiosen Art-Style perfekt ergänzt. Leider sorgt die Engine gerade auf dem PC noch stellenweise für Framerate-Einbrüche und kurze, visuelle Schluckäufe, ungeachtet davon, wie viel Kraft in eurem Rechner steckt. Das ist etwas, an dem das Team aber stetig arbeitet. Der Performance-Modus auf den aktuellen Konsolen läuft hingegen recht stabil, muss aber auch an manchen Stellen mit kurzen FPS-Hängern klarkommen.
Dank Unreal Engine 5 sieht Lords

Dank Unreal Engine 5 sieht Lords

© CI Games

Audio-technisch gibt es hier allerdings nichts zu bemängeln. Die gesprochenen Dialoge sind gut und die Soundeffekte untermalen eure Gefechte perfekt. Alles während ein orchestraler Soundtrack die Stimmung mit atmosphärischen Musikstücken untermalt.
Lords of the Fallen ist ein großer Schritt nach vorne, wenn man ihn mit seinem indirekten Vorgänger vergleicht. Technisch ist es den Spielen von From Software eindeutig überlegen und in Sachen Stil absolut auf einem Level mit Titeln wie Dark Souls und Elden Ring. Spielerisch schafft es Lords of the Fallen aber noch nicht, an die Götter des Genres anzuknüpfen. Es ist aber für alle, die sich nach einem Titel im Dark Souls-Style verzehren, die perfekte Ablenkung. Das Spiel macht nichts falsch und bietet Veteranen und Einsteigern alles, was Soulsborne-Games so besonders macht. Wer nicht mehr als “Gewohntes in Gut” erwartet, bekommt bei Lords of the Fallen genau, was er sucht.

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