Viele Modern-Spieler trauern immer noch Splinter Twin nach
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Diese 10 Dinge vermissen Magic-Spieler

© Wizards of the Coast
Magic: The Gathering bietet stets etwas Neues. Doch es gibt Dinge, die Fans vermissen.
Autor: Matthias Regge (@PrinnyTonic)veröffentlicht am
Jedes Jahr erscheinen zahlreiche neue Karten für Magic: The Gathering. Das Design-Team macht sich durchgehend Gedanken, wie sie das Spiel frisch und aufgregend gestalten können.
Gleichzeitig versucht man mit neuen Produkten den Wünschen der Spieler entgegen zu kommen. Sowohl Einsteiger als auch Profis sollen genau das finden, was sie brauchen, um das Hobby vollkommen zu genießen.
Dabei bleiben ab und zu Dinge auf der Strecke, die sich Fans zurück wünschen. Wir haben einmal 10 davon zusammen getragen:

10. From the Vault

Jedes Jahr erschien eine Kollektion aus Karten, die unter einem gemeinsamen Thema gesammelt wurden. From the Vault: Dragons versorgte euch mit ikonischen Drachen, From the Vault: Annihilation war ein “Who is Who” der besten Board-Wipes.
Alle Karten kamen in einem besonderen Foil-Look, der nicht nur das Artwork, sondern die gesamte Karte bedeckte. Stellenweise wurden sie auch mit neuen Illustrationen versehen. Eine Alternative stellen momentan die Signature Spellbooks dar. Diese bieten thematische Karten, passend zu einem der Planeswalker der Gatewatch.
Das Produkt: Signature Spellbook Jace
Ersatz für From the Vault: Siganture Spellbooks

9. Duel Decks

Besonders für Küchentisch-Magic optimal: Duel Decks boten 2 Decks, die direkt gegeneinander gespielt werden konnten. Zwar waren diese nicht immer perfekt ausbalanciert, aber die unterschiedlichen Themen haben dafür gesorgt, dass jeder sein passendes Produkt findet.
Die unterschiedlichen Deck-Paare boten Szenarien wie “Golbins gegen Elfen”, “Eis gegen Feuer” oder “Dämonen gegen Engel”. Duel Decks waren nicht für Spielstärke, sondern thematische Tiefe konzipiert. Das hat sie vor allem bei Einsteigern und Fans der Magic-Welt beliebt gemacht. Oft kamen die Decks auch mit starken Reprints und tollen, neuen Artworks.
Die Magic-Karte Demonic Tutor
Damals ein willkommener Reprint: Demonic Tutor aus Divine vs. Demonic

8. Lorwyn und Kamigawa

Wenn man der Magic-Community glauben schenken kann, so sind es vor allem zwei Welten innerhalb des Multiversums, die sie vermissen: Die Märchenwelt Lorwyn und das Japan-angehauchte Kamigawa.
Momentan ist es eher eine Frage von “wann”, nicht “ob” - Allerdings können es Fans kaum erwarten, dass sie wieder Karten in den entsprechenden Ästhetiken bekommen können.
Einige Elfen fangen mit Seilen einen Riesen
Riesen, Elfen und Bilderbuch-Optik: Das war der Lorwyn Block

7. Event Decks

Ein großer Bestandteil von Magic: The Gathering ist die Turnierszene. Event Decks boten spielstarke Karten und klare Strategien. Das Produkt war dafür gedacht, neuen Spielern einen guten Einstieg in die Welt des wettbewerblichen Kartendrehens zu bieten.
Doch Duel Decks bestachen nicht nur durch spannende Themen und brauchbares Gameplay. Da wichtige Karten oft in einem Playset von 4 Karten vorhanden, und relevante Staples Teil des Pakets waren, wirkten sich diese Decks auch positiv auf den sekundären Kartenmarkt aus.
Mittlerweile wurde das Produkt durch Challenger Decks ersetzt. Diese sind allerdings weniger Spielstark als ihre indirekten Vorgänger.
Die 4 Challenger Decks von 2020
Anstatt Event Decks werden nun Challenger Decks angeboten
Bei einem so komplexen, strategischen Spiel wie Magic: The Gathering ist es kein Wunder, dass es eine große Turnierszene voller spannender Matches gibt. Bei Red Bull Untapped konnte man einen Einblick in Competitive-Magic erhalten:

6. Splinter Twin in Modern

Ein fast schon geflügelter Begriff ist “Unbann Splinter Twin in Modern”. Die Karte wurde 2016 aus dem Format gebannt, da die Combo-Decks, die diese Karte gespielt haben, sehr konstant im vierten Spielzug gewinnen konnten.
Damals war dieses Maß an Beständigkeit ein Dorn im Auge von Wizards of the Coast. In der Zwischenzeit haben allerdings Decks wie Uro Omnath, Amulet Titan oder Hammer Time gezeigt, dass sich das Tempo des Formats stark verändert hat. Es wird Zeit Splinter Twin von der Banlist zu nehmen.
Die Magic-Karte Splinter Twin
Splinter Twin war lange das Aushängeschild für Modern

5. Farbidentität für Weiß

Jede Farbe in Magic hat eine klare Identität. Sowohl thematisch, als auch im Bezug auf ihre Spielweise. Jedenfalls in der Theorie. Wizards of the Coast spricht in diesem Fall vom “Color Pie”. Einem Kuchen, bei dem jede Farbe sich ein Stück herausnehmen kann, in dem sie besonders gut ist.
Dieses Konzept wurde im Laufe der Zeit immer mehr verwässert. Das ist auf der einen Seite Schade, da manche Farben dadurch ihre Spezialität mit anderen Farben teilen müssen. Es ist aber auch notwendig, um in manchen Formaten Antworten auf starke Strategien zu liefern. Und solange eine Funktion durch den “Flavor” einer Karte unterstützt wird, hat damit auch fast niemand ein Problem.
Schade ist allerdings, dass Weiß als einzige Farbe in Magic keine wirkliche Identität mehr hat. Alles was Weiß macht, machen Blau, Schwarz, Rot und Grün besser. Besonders tragisch ist dabei, dass manche Mechaniken - wie das Ziehen von Karten - dabei nicht einmal in Betracht gezogen werden.

4. Balance in Standard

Nein. Spieler vermissen nicht die Karte Balance im Standardformat. Jedenfalls hoffen wir nicht, dass jemand Balance in Standard vermisst.
Was allerdings dringend notwendig wäre, ist das bessere Testen von neuen Sets bevor sie auf den Markt kommen. Es gab eine Zeit, in der es eine Utopie war, dass eine Karte aus dem Standardformat gebannt werden musste. Dies blieb in der Vergangenheit berüchtigten Karten wie Jace, the Mind Sculptor und Stoneforge Mystic vorbehalten.
Mittlerweile ist es Gang und Gäbe, dass mindestens eine Karte aus einem neuen Set auf der Bannliste landet, nachdem sie das Turnierformat komplett übernommen hat. Vielleicht ist es einfach der Wunsch, mehr “spaßige und aufregende” Karten zu drucken - auf die Kosten der Spiel-Balance sollte dies aber nicht geschehen.
Die Magic-Karte Uro, Titan of Nature's Wrath
Turniere drehten sich eine Zeit lang nur noch um Uro

3. Kartenqualität

Seit einiger Zeit kämpft Wizards of the Coast mit der Qualität des gedruckten Produktes. Karten sind bei weitem nicht mehr auf dem qualitativen Niveau von Früher. Besonders zeigt sich das bei Premium-Karten.
Es ist auch damals nicht ungewöhnlich gewesen, dass sich diese aufgrund ihrer Foil-Schicht mit der Zeit etwas wölben. Mittlerweile ist dies aber ein wirkliches Problem gewesen. Karten kommen teilweise bereits gebogen aus Packungen. Und selbst in mehrere Schichten aus Kartenhüllen gepackt, biegen sich manche so stark, dass Turnierspieler sorge haben eine Strafe für “markierte Karten” zu erhalten.

2. Turniere, die mit Karten gespielt werden

Magic: The Gathering Arena ist die digitale Online-Version des Kartenspiels. Spieler waren über dessen Release sehr glücklich, da die frühere Lösung - Magic Online - sehr veraltet und schwer zu bedienen war. Und obwohl Arena wesentlich limitierter als seine antike Alternative ist, so ist es die Zugänglichkeit, die das Game bei Fans und Twitch-Zuschauern zum Erfolg geführt hat.
Es war nur eine Frage der Zeit, in der auch Turniere in dieser Umgebung gespielt werden. Ein holpriger Weg, da Arena nicht die Werkzeuge hatte, um ein echtes Turnier-Umfeld zu simulieren. Dies ist mittlerweile besser geworden.
Allerdings nehmen die digitalen Turniere überhand, jedenfalls in der Berichterstattung. Verständlich, in einer Welt, in der aktuell viel Interaktion über den Online-Weg stattfinden muss. Doch bereits zuvor wurden immer weniger “Paper”-Turniere gestreamt. Es war schwerer große Events zu verfolgen. Stattdessen fokussierte sich Wizards of the Coast auf die digitalen Wettkämpfe. Sehr schade. Denn dadurch geht vor allem das Rampenlicht für Formate verloren, die nicht auf Magic: The Gathering Arena gespielt werden können.
Zahlreiche Spieler sitzen an Tischen und Spielen gegeneinander
Papier-Turniere sind das Herz, und die Seele, von Magic: The Gathering

1. Fetch-Länder

Es ist ziemlich sicher, dass wir Fetchländer nie wieder in Standard zu sehen bekommen. Das ist aber auch nicht weiter tragisch. Es erscheinen mittlerweile viele Sets, die dafür ausgelegt sind andere Formate wie Modern, und vor allem Commander, zu unterstützen. Ein Release in solchen Sets wäre für Standard vollkommen unproblematisch, und würde zahlreichen Spielern dabei helfen, ihre teure Land-Base erschwinglicher zu machen.
Wizards of the Coast hatten auch angekündigt, dass ein Reprint der begehrten Länder fest geplant ist. Leider haben wir in diesem Fall bisher nur die Secret Lair Ultimate Edition bekommen. Diese war allerdings teuer, limitiert und beinhaltet nicht einmal alle 10 Länder dieser Art.
“Fetchies” sind ein wichtiger Bestandteil aller Formate, in denen sie legal spielbar sind. Leider übersteigt dadurch der Bedarf die Verfügbarkeit um ein Vielfaches. Es ist essentiell, dass Karten dieser Art, die als absolute “Must haves” gelten, leichter zu bekommen sind.
Eine Abbildung der Secret Lair Ultimate Edition
Nicht ganz, was sich Spieler erhofft hatten: Secret Lair Ultimate Edition