Jubelpose: Marco Odermatt bei seinem zweiten Platz in Sölden
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Marco Odermatt: Gelingt der Sprung nach ganz oben?

© Erich Spiess /ASP / Red Bull Content Pool
Durch eine Verletzung wurde er letzte Saison ausgebremst. In diesem wahrscheinlich sehr speziellen Winter hofft Marco Odermatt aber wieder vorne mitzuspielen. Der Start ist geglückt.
Autor: Laurent Morel /JTveröffentlicht am
Nach seinen ersten Podiumsplätzen Ende der Saison 2018/19 ging Marco Odermatt letzten Winter vor den Augen des Publikums durch die Decke. In Beaver Creek gewann er in der Disziplin Super-G seinen ersten Weltcup-Sieg. Emotional ging es weiter, denn nach seiner Verletzung am Alta Badia-Parallelrennen Ende des Jahres schaffte er ein starkes Comeback und sicherte sich bis Ende der Saison zwei weitere Podiumsplätze.
Nach dem Rennen in Beaver Creek reisst der Schweizer Skifahrer Marco Odermatt die Arme nach oben.
Marco Odermatt bei seinem Sieg in Beaver Creek
Auch dieser Winter startete auf sensationelle Art mit dem zweiten Platz am traditionellen Eröffnungsrennen in Sölden, wo er nur fünf Hundertstel hinter dem norwegischen Sieger Lucas Braathen lag. Genug, um optimistisch in die nächste Saison zu starten, die eine Besondere zu werden verspricht.

Marco, wie fühlst du dich nach dem ersten Rennen der Saison?

Marco Odermatt: Für mich und das ganze Team war der Tag perfekt. Wir hatten im Sommer wirklich gute Trainingstage und das spürten wir an diesem ersten Rennen. Das macht grosse Freude. Wir sind erst im letzten Moment vor Ort angekommen und das war die beste Strategie.
Natürlich, der Druck ist immer irgendwie da. Aber nicht mehr als auch schon davor.

Was fehlt noch für einen Sieg im Riesenslalom?

Eigentlich nicht viel…und früher oder später wird der auch kommen, davon bin ich überzeugt. Mein erster Sieg wird unvergesslich, das ist klar.

Momentan scheint das Schweizer Riesenslalom-Team, inklusive Loïc Meillard, unaufhaltsam zu sein...

Wir verstehen uns wahnsinnig gut. Es macht wirklich Spass. Wir lachen viel zusammen, wir sind alle befreundet. Loïc ist eine grosse Bereicherung, unter anderem wegen seiner Technik im Riesenslalom. Ich von meiner Seite bringe Wissen in Sachen Geschwindigkeit. So können wir jeweils von den Stärken des anderen profitieren. Das funktioniert sehr gut.

Du wirst als der neue Leader des Schweizer Teams gehandelt. Was sind deine Ziele diesen Winter?

Ich sehe mich noch nicht in dieser Rolle. Ich möchte einfach so schnell wie möglich sein und so viele Podiumsplätze wie möglich gewinnen. Wenn ich Siege an den grössten Rennen anstreben möchte, und das ist mein mittelfristiges Ziel, dann muss ich mit einer gewissen Konstante gewinnen. Es ist noch ein bisschen früh dafür.
Marco Odermatt beim FIS Alpin Ski World Cup Rennen in Kitzbühel.
Marco Odermatt beim Rennen in Kitzbühel

Woran habt ihr am meisten gearbeitet?

Diesen Sommer habe ich mich sehr auf Riesenslalom fokussiert. Ich habe viel Körpertraining gemacht, um mehr Stabilität auf den Skiern zu haben und somit nicht immer am Limit zu laufen. Wir haben auch viel am Material gearbeitet, damit es belastbarer ist. Das sind Details, die im Endeffekt einen grossen Einfluss auf das Resultat haben.

Fühlst du dich unter Druck?

Natürlich, der Druck ist immer irgendwie da. Aber nicht mehr als auch schon davor.

Wie gehst du diese Saison an, die sehr wahrscheinlich speziell sein wird mit vielen Rennen, die ohne Publikum stattfinden oder sogar abgesagt werden?

Natürlich ist das alles sehr schade. Und dennoch haben wir Glück, überhaupt die Möglichkeit zu haben, Rennen zu fahren. Ich hoffe, dass die Saison wie geplant ablaufen wird. Ich werde versuchen, mich so gut es geht nicht von der speziellen Situation ablenken zu lassen.
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