EMMIs sind in Metroid Dread eine echte Gefahr. Samus weicht am besten aus.
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4 Gründe, warum ihr Metroid Dread nicht verpassen solltet

Samus Aran ist zurück! Nach 19 bekommt Metroid Fusion einen Story-Nachfolger. Metroid Dread liefert dabei ein Feuerwerk aus knackigem Gameplay und bedrohlicher Stimmung.
Autor: Matthias Regge (@PrinnyTonic)
6 min readveröffentlicht am
Lange Zeit waren Fans der Metroid-Reihe besorgt. Sowohl um die Hauptreihe der Serie, die auf dem Nintendo Entertainment System begann, als auch um die Prime-Spiele, die ihr Debüt auf dem Nintendo Gamecube hatten, hatte Nintendo lange den Mantel des Schweigens gelegt. Mit der Ankündigung von Metroid Prime 4 und dem Release von Metroid: Samus Returns machte der Gaming-Gigant allen klar: Metroid lebt.
Nun ist mit Metroid Dread der erste Teil der Reihe für die Nintendo Switch erschienen. Entwickelt wurde das Game nicht von Nintendo, sondern von Mercury Steam, die sich auch um das zuletzt erschienen Spiel auf dem Nintendo 3DS gekümmert hatten. Und scheinbar haben sie seit dem einiges dazugelernt. Denn es gibt einige Gründe, warum ihr Metroid Dread auf keinen Fall verpassen solltet.
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Das erste (wirklich) neue 2D-Metroid seit 11 Jahren

Zwar ist 2017 Metroid: Samus Returns für den 3DS erschienen, aber hier handelte es sich nicht um einen neuen Teil der Reihe, sondern einen Remake des Gameboy-Spiels Metroid II: Return of Samus. Natürlich war dieser Titel gespickt mit aktualisierter Optik und neuen Mechaniken - wovon einige auch ihren Weg in Metroid Dread gefunden haben - die Geschichte wurde mit dem Titel allerdings nicht weitergeführt.
Das bedeutet, das letzte “neue” 2D-Metroid war Metroid Other M, welches im Jahr 2010 für die Wii erschienen ist. Nimmt man es genau, dann könnte man diesen Part aber auch ignorieren, da er laut Producer Yoshio Sakamoto nicht länger Teil des Kanons der Hauptreihe ist.
Ein Screenshot aus dem Wii-Spiel Metroid Other M
Metroid Other M konnte Fans leider nicht überzeugen
Der letzte Metroid-Teil der Hauptreihe war demnach Metroid Fusion. Der Titel ist 2002 für den Gameboy Advance erschienen. Metroid Dread ist Story-technisch der direkte Nachfolger zu Fusion und wurde in Trailern auch als Metroid V bezeichnet (Super Metroid ist Teil 3, Fusion Teil 4).
Fans der Reihe könne hier also endlich erleben, wie die Geschichte von Samus Aran nach den Ereignissen auf SR388 weitergeht. Und Veteranen werden ohnehin gut bedient. Es kehren jede Menge altbekannte Fähigkeiten und Mechaniken zurück, die man bereits aus früheren Metroid-Teilen kennt. Zusätzlich hat Metroid Dread noch ein paar andere Überraschungen für Kenner in Petto, die wir nicht verderben wollen.
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Unglaublich smoothes Movement

Super Metroid ist immer noch einer der beliebtesten Titel auf Speedrun.com. Ein Grund dafür ist das sehr knackige, befriedigende Movement des Spiels. Dieses ist zwar fordernd, aber belohnt den Spieler mit viel Freiheit, wenn gelernt hat Samus durch (und über) den Planet Zebes zu manövrieren. Auch Red Bull-Gamer und Speedrunner GrandPooBear hat uns in seinem Interview erzählt, wie sehr er den Titel liebt.
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GrandPooBear baut sich das Studio seiner Träume
Metroid Dread ist etwas einfacher zu steuern, aber büßt nichts in Sachen Befriedigung ein. Samus von A nach B zu bewegen fühlt sich unglaublich smooth an. Wall-Jumps sind leichter als je zuvor, mit einem Slide kommt man fix durch schmale Öffnungen. Und im Laufe des Abenteuers lernt die Kopfgeldjägerin noch weitere Fähigkeiten, welche die Reise beschleunigen. Es ist sehr spaßig durch die Gänge und Höhlen von Planet ZDR zu flitzen. Auch wenn die Wege auf den ersten Blick sehr weit wirken; dank den zahlreichen Optionen, und der präzisen Steuerung, sind diese nie langweilig.
Ein weitere Meister im Bereich Nintendo-Movement ist der deutsche Red Bull Smash-Profi Ice. Zwar spielt er in Super Smash Bros. Melee nicht Samus, sondern Fox, aber er ist dennoch für seine präzisen, schnellen Bewegungen bekannt.
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Hübsch und Pfeilschnell

Das flotte Movement von Metroid Dread wird durch die konstanten 60 FPS unterstrichen, die der Titel auch (größtenteils) im Handheld-Modus halten kann. Dabei sieht der Titel aber auch wirklich fantastisch aus. Hintergründe sind lebendig, die unterschiedlichen Abschnitte des Planeten heben sich optisch von einander ab und überall kann man kleine Details erspähen, die man so nicht auf der Nintendo Switch erwartet hätte. Dabei nutzen die Designer von Mercury Steam ein paar clevere Tricks, wie die Verwendung von Filmkörnung, um Staubpartikel in einem Lichtstrahl zu simulieren. Wer sich für diese Aspekte der Entwicklung interessiert, sollte ich einmal den Tech Review von Digital Foundry ansehen:
Aber auch die Präsentation der Zwischensequenzen ist gelungen. In diesen kann man Samus endlich mal als das Badass erleben, als welches sie immer dargestellt wird. Die Cut-Scenes, in denen sie diverse Bosse zerlegt sind echte Hingucker.
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EMMIs - eine echte Gefahr

Eine klare Inspiration der Metroid Reihe waren die Alien-Filme von Ridley Scott. Darum ist ein wichtiges Stilmittel der Spiele das Gefühl von Isolation. Samus ist in einer unbekannten Welt, voller Gefahren, auf sich allein gestellt. Unterstrichen wird das durch die engen Tunnel und düstere Musik, die den Games der Serie ihren leicht unheimlichen Charme geben.
Metroid Dread dreht das Gefühl von Gefahr noch einmal auf. Ein neues Feature des Titels sind die sogenannten EMMIs: Maschinen, die designierte Bereiche durchstreifen und nur ein Ziel haben: Samus zu töten. In diesen EMMI-Zonen lauert die Gefahr also buchstäblich hinter jeder Ecke. Sobald einer dieser Jäger Samus erspäht, nimmt er bedingungslos die Verfolgung auf. Euch bleibt keine andere Wahl als zu fliehen. Keine eure Waffen kann die Maschinen stoppen. Und solange euch ein EMMI auf den Fersen ist, könnt ihr das Gebiet nicht verlassen.
Relativ früh findet Samus eine Methode, um die EMMI auszuschalten. Diese ist als Ressource aber stark limitiert und ihre Anwendung lässt Samus für einen Angriff durch ihre Verfolger weit offen. Allerdings ist es ungemein befriedigend einen EMMI los zu werden und das entsprechende Gebiet von da in Ruhe zu durchsuchen.
Zwar wurde er nicht von Robotern gejagt, allein im All war aber auch Felix Baumgartner, als er an Red Bull Stratos teilgenommen hat. Einem Fallschirmsprung aus der Stratosphäre der Erde.
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Red Bull Stratos

Ein echter Volltreffer

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass Metroid Dread vermutlich eines der besten Spiele dieses Jahres ist. Der Titel sieht top aus, klingt fantastisch und spielt sich butterweich. Zwar ist der Erkundungsaspekt im Vergleich zu anderen Vertretern des Genres geringer als man erwartet, die knackige Action mit seiner nahezu perfekten Steuerung gleicht das allerdings aus.
Metroid Dread ist zudem an manchen Stellen fordernd, ohne jemals unfair zu werden. Besonders Bosskämpfe sind eine Hürde, die manche vor eine Herausforderung stellen werden. Allerdings ist es dabei nie unklar, wie man an sein Ziel kommt. Und mit etwas Übung überwindet man auch diese. Die zahlreichen Checkpoints vermeiden dabei Frustration.
Der Titel ist für die Nintendo Switch erhältlich und kann ohne Frage mit Spielen wie Mario Odyssey und Breath of the Wild mithalten.