Gaming
Fans des Monster-Sammel-Genres werden auf Steam mittlerweile gut bedient. Neben Disc Creatures und Tem Tem ist nun der Early Access von Monster Crown gestartet. Seinen Ursprung hatte das Projekt auf Kickstarter, wo es über 45.000$ an Unterstützung sammeln konnte. Monster Crown verspricht ein Retro-angehauchtes Monster-Abenteuer mit über 200 unterschiedlichen Kreaturen zu sein. Es bedient sich dabei an Mechaniken, die man aus Genre-Veteranen wie Pokémon und Dragon Quest Monster kennt. Zusätzlich verspricht es eine düstere, reifere Geschichte. Wir haben unseren virtuellen Rucksack gepackt und die Early Access-Welt von Monster Crown erkundet.
Wichtiger Hinweis: Alle Eindrücke basieren auf der Early Access-Version des Spiels. Der Titel kann sich sowohl inhaltlich, als auch technisch, in der Zukunft verändern.
"Hey! Hast du dein Monster im Lotto gewonnen?!?"
Ihr übernehmt die Rolle eines 14-Jahre alten Protagonisten, der mit seinen Eltern auf einer Farm lebt. Die Welt, in der ihr euch befindet ist von Monstern bevölkert. Monster-Bändiger schließen mit diesen Päkte, um sie zu ihrem Partner zu machen. Dadurch diesen manche als Gefährten oder Nutztiere; es gibt allerdings auch wilde Monster, die für die Bevölkerung eine Gefahr darstellen können. Dennoch hält euch das nicht davon ab mit einem Monster, dass ihr durch die Verlosung in einem Comic-Buch gewinnt, loszuziehen, um ein großer Bändiger zu werden.
Der Welt, die von Monster Crown präsentiert wird, ist eine Mischung aus Fantasy und Jetzt-Zeit. Am ehesten Vergleichbar mit dem Setting der Pokémon-Titel. Der Grundstein für ein interessantes World Building ist gelegt, noch schafft es der Titel nicht ganz seine Vision zu präsentieren. Innerhalb der ersten Stunden versucht der Titel eine düstere Stimmung aufzubauen, als seine Genre-Kollegen. Durch den Kontrast zur der verspielten, knuffigen Optik könnte dieser Ansatz aber nicht bei jedem Spieler sofort zünden. Die Idee eines reiferen Monster-Abenteuers mit düsterem Einschlag, ist aber vielversprechend.
Ein simpler Mix, aus bekannten Funktionen
Solltet ihr jemals ein Monster-Sammel-Game gespielt haben, wisst ihr was euch erwartet. Ihr reist durch die Welt, erlebt Abenteuer und begegnet dabei zahlreichen Kreaturen. Diese sind jederzeit auf der Overworld sichtbar - Zufallskämpfe gibt es keine. Berührt ihr eines dieser Monster beginnt ein Kampf. Dieser läuft Rundenbasiert ab. Euer Monster kämpft gegen den wilden Kontrahenten. Ihr wählt aus einer Liste von möglichen Angriffen, um die Lebenspunkte des Gegners auf null zu reduzieren und den Kampf zu gewinnen. Dadurch erhalten eure Kreaturen Erfahrungspunkte, steigen Level auf und lernen neue Attacken.
Diese Angriffe haben, wie auch die Monster selbst, einen von fünf unterschiedlichen Typen: Brute, Will, Unstable, Relentless oder Viscious. Ähnlich einem Schere-Stein-Papier-Prinzip ist jeder dieser Typen besonders effektiv im Kampf gegen einen anderen.
Wilde Monster für Erfahrungspunkte zu besiegen ist aber nicht die einzige Option, die ihr im Kampf habt. Sollte euer Gegner erst einmal geschwächt sein, könnt ihr ihm einen Vertrag anbieten. Nimmt das Monster diesen an, reiht es sich in euer Team ein.
Mit mehreren Kreaturen in eurem Gefolge könnt ihr eine besondere Mechanik von Monster Crown nutzen: Wechselt ihr euren aktiven Kämpfer während eines Duells aus, füllt sich ein Balken. Diesen verbraucht ihr dann, um euren nächsten Angriff zu verstärken. Je öfter ihr zuvor gewechselt habt, desto stärker der Effekt. Während diese Funktion eine der wenigen Dinge ist, die Monster Crown im Kampf von der Konkurrenz abheben, fällt sie strategisch momentan kaum ins Gewicht.
Monster entwickeln sich mit steigender Stufe nicht weiter. Stattdessen bietet Monster Crown ein Zucht-System, das an Dragon Quest Monsters erinnert. Zwei Monster können fusioniert werden, um einen Nachkommen zu erschaffen, welcher die Optik und Fähigkeiten seiner Eltern vereint. Es ist dabei immer spannend zu sehen, was aus der Kreuzung eurer Kreaturen entstehen kann.
Der perfekte Gameboy Color-Look
Die Optik von Monster Crown ist an den Gameboy Color angelehnt. Sowohl die die Darstellung der Sprites, als auch die Farbpalette, erinnert stark an den Retro-Handheld von Nintendo. Ein erfrischender Look. Viele Titel, die einen nostalgischen Stil emulieren wollen, zielen eher auf einen NES- oder Super Nintendo-Flair.
So charmant der Stil auch ist - die Designs der Monster schwanken zwischen Großartig und Okay. Bei einer so großen Anzahl unterschiedlicher Kreaturen, kann man das aber verzeihen. Die Musik hingegen ist sehr gut komponiert und fängt den Zeitgeist des Gameboy Color optimal ein.
Etwas Feinschliff ist hingegen noch beim Interface notwendig. Viele, wichtige Informationen sind für den Spieler nicht einsehbar. Sollte ein Monster zum Beispiel vergiftet sein, gibt es keinerlei optisches Feedback für diese Statusänderung. Lediglich der scrollende Kampftext weißt auf diesen Umstand hin. Dieser ist mit seiner Position am unteren Bildschirmrand auch nicht immer im Blickwinkel des Spielers.
Wir sind auf die nächste Stufe gespannt
Das Gameplay von Monster Crown hebt sich sehr wenig von anderen Taschenmonster-Varianten ab. Der Titel traut sich leider nicht das bereits gelernte Design zu hinterfragen, und mit neuen Ideen aufzuwerten. Es versucht statt dessen, ein Best-Of der bisher erschienenen Genre-Kollegen zu sein. Mit ein wenig Feinschliff und dem Durchsetzen der düsteren Atmosphäre, kann das auch sicher gelingen.
Noch ist Monster Crown im Early Access. Fans des Genres sollten die Entwicklung des Titels also im Auge behalten.