Hunter Lawrence performt in der AMA Motocross-Serie.
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Motocross

Motocross-Guide: So findest du das perfekte Set-Up für die Federung

Die richtige Einstellung deiner Motocross-Maschine ist entscheidend für deine Performance, aber genau das kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Wir helfen dir dabei.
Von: Natalie Hamingson
7 min readPublished on
Wie kommt deine Motocross-Maschine mit all den engen Kurven und hohen Sprüngen am besten zurecht? Die Antwort liegt in der Federung - sie hilft deinem Motorrad, die Stöße auf der Strecke zu absorbieren, und gleicht die Druck- und Zugstufe aus, damit deine Reifen das Terrain der Strecke mit Leichtigkeit meistern können.
Tyler Bereman performt bei Red Bull Imagination 2023.

Tyler Bereman mit einem Sprung bei Red Bull Imagination 2023.

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Die Federung ist ein unverzichtbarer Teil deines Motorrads, womit du sichergehen musst, dass sie in Bestform performt. Lies weiter, um alles über die Einstellung der MX-Federung zu erfahren, angefangen bei der Mechanik bis hin zu einer Schritt-für-Schritt-Anleitung für das passende Set-Up.

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Der Schlüssel zur perfekten Motocross-Federung

Dein Motocross-Bike hat zwei Federsysteme - eines für das Vorderrad und eines für das Hinterrad. Die beiden Hauptakteure der Vorderradaufhängung sind die Gabel und der Stoßdämpfer. Durch eine hydraulisch gesteuerte Feder werden Stoßdämpfer und Gabel zusammengedrückt, um die Kraft zu absorbieren. Wenn du z. B. über einen Reifen oder eine Walze fährst, ist der Aufprall für dich und dein Bike nicht ganz so hart.
Deine Hinterradaufhängung hat keine Gabel. Sie besteht aus einem Gestänge, das eine Feder und einen Dämpfer mit der Schwinge verbindet, die für die Drehung des Rades vorgesehen ist. Dieses System bewegt dein Hinterrad auf und ab, wenn du eine Steigung überwindest.
Jedes Motorrad benötigt eine andere Abstimmung der Motocross-Federung, spezifisch auf den jeweiligen Rider zugeschnitten, womit die adäquate Einstellung von einer Reihe von Faktoren abhängt. Im Handbuch deines Motorrads findest du Hinweise zum Fahrergewicht und zu geländespezifischen Federungseinstellungen. Auf hartem Boden brauchst du zum Beispiel weniger Dämpfung. Berücksichtige auch deinen Fahrstil, besonders wenn du häufig auf die Bremse trittst.
Kelana Humphrey in Action bei Red Bull Imagination 2023.

Kelana Humphrey performt bei Red Bull Imagination 2023 in Kansas.

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Werkzeuge und Ausrüstung für die Motocross-Federung

Auf beiden Seiten deines Fahrwerks befinden sich Zahnräder, mit denen du die Federung einstellen kannst. Du drehst diese um eine bestimmte Anzahl von Klicks, entweder im oder gegen den Uhrzeigersinn, um die Federung an jedem Rad auszugleichen.
Möglicherweise wird dein Bike mit einem Spezialwerkzeug für die Einstellung geliefert, bei manchen Systemen reicht hingegen auch ein einfacher Schraubenzieher. Dein Werkzeugkasten ist dir in dieser Hinsicht eine gute Unterstützung: Um zum Beispiel den Nachgiebigkeitsgrad oder den Stoßdämpferaufprall einzustellen, wenn das Bike belastet wird, brauchst du einen Hammer und ein Maßband.
Ken Roczen in Action.

Ken Roczen performt in der AMA SuperMotoCross-Serie.

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So bereitest du dich auf die Einstellung der Motocross-Federung vor

Überprüfe den Gesamtzustand deines Motorrads, bevor du mit dem Einstellen beginnst. Zum Beispiel spielt der Reifendruck eine Rolle, also kontrolliere, ob dieser 13 oder 14 psi beträgt. So kannst du sicher sein, dass die Federung nicht nur deshalb nicht richtig funktioniert, weil die Reifen mehr Luft brauchen.
Um die Federung optimal einstellen zu können, solltest du dein Bike auf einen Ständer stellen - mit angehobenen Rädern lassen sich die Zahnräder leichter einstellen. Es ist immer am sichersten, wenn du dein Motorrad mit der Hilfe einer anderen Person bearbeitest. Auch für bestimmte Einstellungen der Federung brauchst du Unterstützung, also bitte einen Kumpel, in der Nähe zu bleiben.
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Motocross-Fahrwerkseinstellung: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Einstellen des Durchhangs
Zu Beginn misst du die Nachgiebigkeit im unbelasteten Zustand, d.h. ohne Gewicht auf dem Motorrad und mit vollständig abgekühltem Motor. Miss mit deinem Maßband vertikal von der Hinterachsschraube in der Mitte bis zum Schutzblech deines Motorrads. Markiere auf der Karosserie deines Bikes genau die Stelle, an der das Maßband anschlägt. Steig dann in voller Montur auf -- mit Helm und Schuhen - und setz dich in deine gängige Fahrposition. Wippe ein paar Mal auf und ab, damit sich die Federung einpendelt. Lass eine:n Freund:in von der Hinterachse bis zu der Markierung messen, die du vorher gemacht hast.
Jetzt, wo du die Nachgiebigkeit gemessen hast, kannst du sie nach Bedarf anpassen. Manche Rider streben einen Nachgiebigkeitswert von 100 Millimetern an, aber das hängt von deinem Gewicht, deinem Fahrstil und dem Gelände ab. Mehr Nachgiebigkeit erhöht die Stabilität, während weniger zu einem flüssigeren Handling des Motocross-Bikes beiträgt. So stellst du die Nachgiebigkeit an deinem Motorrad ein.
  • Finde die Kontermutter und die Einstellmutter an deiner Hinterradfederung.
  • Löse die obere Mutter mit einem Hammer und einem Schlagdämpfer und drehe die Mutter gegen den Uhrzeigersinn.
  • Drehe die untere Mutter im Uhrzeigersinn für weniger Nachgiebigkeit und gegen den Uhrzeigersinn für mehr Höhe.
  • Sobald du die beste Nachgiebigkeit erreicht hast, drehst du die Kontermutter im Uhrzeigersinn, um sie festzuziehen.
2. Einstellung der Druckdämpfung
Die Druckstufendämpfung gibt an, wie schnell deine Federung beim Aufprall auf Unebenheiten auf der Strecke einfedert. Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen einer steifen, hohen Druckstufe und einer federnden, lockeren Druckstufe zu finden, aber das kann je nach Gelände unterschiedlich sein. Um die Einstellung vorzunehmen, fängst du mit der vorderen Federung an und drehst die Zahnräder entweder im Uhrzeigersinn, um die Federung zu straffen, oder gegen den Uhrzeigersinn, um sie zu lockern. Dies wiederholst du mit den hinteren Klickern.
Pierce Brown in Action.

Pierce Brown performt in der AMA SuperMotoCross-Serie.

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3. Einstellung der Zugstufendämpfung
Die Zugstufe bezeichnet die Rückstellung, die dein Bike nach dem Einfedern erfährt. Sie sorgt dafür, dass deine Räder auf der Strecke bleiben.
Um die Zugstufendämpfung einzustellen, drehst du die vordere und hintere Zugstufe im oder gegen den Uhrzeigersinn, um sie zu straffen oder zu lockern. Vorne findest du die Zugstufe an der oberen Kappe, die die Gabel in Position hält. Bei der Hinterradaufhängung befindet sie sich normalerweise am Gabelkopf am unteren Ende deines Federbeins.
4. Feinabstimmung und Tests
Wenn du Schwierigkeiten hast, das richtige Set-Up für deine Ziele zu finden, mach nach deinen ersten Einstellungsversuchen eine kurze Fahrt. Wenn sich dein Fahrverhalten nach ein paar Runden zu steif anfühlt, versuche es mit ein paar Klicks der Zahnrädchen in die andere Richtung. Kleine Anpassungen an jedem Teil deines Fahrwerks und anschließende Testfahrten sind der beste Weg, um herauszufinden, was genau zu dir passt.
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Tipps zur Fehlersuche und Wartung

Um all die feinen Nuancen zu lernen, mit denen du deine Federung im Gleichgewicht halten kannst, musst du vielleicht etwas herumprobieren. Hier sind einige häufige Probleme, mit denen Rider konfrontiert sind, sowie einige Tipps und Tricks zur Fehlerbehebung und Wartung der Federung.
  • Entlüfte deine Gabel. Das Ablassen der Luft aus der Gabel ist wie das Tragen eines Helms: Du musst es jedes Mal tun, wenn du fährst. Deine Gabel sollte dafür eine "Entlüftungsschraube" oder einen Entlüftungsknopf haben. Mach das, bevor du losfährst, solange die Gabel noch kühl ist und du dein Vorderrad anheben kannst.
  • Notiere dir deine Federungseinstellungen. Notiere dir deine Federungseinstellungen, damit du nicht jedes Mal von vorne anfangen musst. Mache dir jedes Mal Notizen, wenn du ein neues Terrain angehst, damit du die richtige Anzahl von Klicks und den richtigen Grad der Nachgiebigkeit für jede Strecke kennst.
  • Probleme mit der Lenkung angehen. Wenn du Probleme hast, den Lenker zu kontrollieren, könnte das an der Einstellung deiner Federung liegen. Ein wackelnder Lenker, ein Phänomen, das als "Headshake" bekannt ist, ist manchmal das Ergebnis einer steifen Gabel oder einer weichen Hinterradfederung.
  • Überprüfe deine Achse. Wenn sich deine Hinterradfederung komisch anfühlt, überprüfe, ob deine Achse nicht zu weit hinten oder vorne ist. Wenn du hier eine Einstellung vornimmst, kann das die Reaktionszeit des hinteren Stoßdämpfers deutlich verbessern.
  • Öle deine Gabeln. Wenn die Vorderradgabel zu locker ist, kannst du sie durch Hinzufügen von Öl fester machen. Das zusätzliche Öl füllt einen Teil des Luftraums auf, was zu einer steiferen Gabel führt.
  • Fette dein Gestänge. Bei der Hinterradaufhängung solltest du regelmäßig das Gestänge des Stoßdämpfers und den Drehpunkt der Schwinge einfetten, um die beste Leistung zu erzielen.
  • Bitte um Hilfe. Manchmal brauchst du jemanden, der dir zeigt, wie es geht. Wenn du immer noch nicht weißt, was die Ursache für deine Fahrwerksprobleme ist, kannst du einen Motocross-Fahrwerksexperten fragen. Entsprechende Foren sind eine gute Anlaufstelle für dich.

Erlerne die hohe Kunst des Motocross-Fahrwerkstunings

Die Einstellung deines Motocross-Fahrwerks ist wichtig für die Gesamtleistung deines Motorrads, aber es kann einige Zeit dauern, bis du dich an eine spezifische Einstellung gewöhnt hast. Letztendlich lohnt sich das aber definitiv. Du wirst es dir danken, wenn du das nächste Mal über eine harte Bodenwelle fährst und deine Räder genau dort bleiben, wo sie sein sollen.