Wir erleben die Wiedergeburt der spannenden Formel 1. Die Teams von Ferrari und Red Bull Racing sind bullen... äh bärenstark und Mercedes ist nicht mehr unschlagbar. Beste Voraussetzungen also für einen spektakulären Grand Prix in Spielberg. Bevor es von 7. bis 9. Juli losgeht, schauen wir kurz in die Vergangenheit. Wir haben ein paar kuriose Zahlen rausgesucht, weil ein bisschen Statistik muss in der Formel 1 immer sein...
24 Minuten und 34,899 Sekunden
3 Trainingseinheiten, 1 Qualifying und nach nicht einmal einer halben Stunde war alles wieder vorbei... Der kürzeste Grand Prix der F1-Historie fand 1991 im australischen Adelaide statt und endete nach exakt 24 Minuten und 34,899 Sekunden wegen sintflutartiger Regenfälle. Und das längste F1-Rennen der Geschichte? War erst nach 4 Stunden, 4 Minuten und 39 Sekunden vorbei – der Große Preis von Kanada 2011 in Montreal musste wegen Regens zwei Stunden unterbrochen werden, am Ende siegte Jenson Button.
Jugendschutz bis 18 Jahre
Max Verstappen war in der Saison 2015 mit nur 17 Jahren der jüngste Formel 1-Fahrer aller Zeiten. Mit den neuen Regeln in der Königsklasse des Motorsports wäre seine großartige Karriere gar nicht mehr möglich. Denn für die Superlizenz – den Führerschein in der Königsklasse des Motorsports – gilt jetzt ein Mindestalter von 18 Jahren.
Von 22 auf 1
Aufholjagden sind das Salz in der Formel 1-Suppe. Den Rekord hält dabei John Watson. Der Brite siegte 1983 beim US-Grand Prix in Long Beach – gestartet war er von Platz 22! Und wenn wir schon beim Gewinnen sind: Das knappste Rennen aller Zeiten war der GP von Italien 1971, bei dem Peter Gethin 0,01 Sekunden vor Ronnie Peterson über die Ziellinie fuhr. Ganz anders der GP von Australien 1995 in Adelaide: Damon Hill siegte mit einem Rekordvorsprung von zwei Runden vor Olivier Panis.
100.000.000 Dollar Strafe
Die Formel 1 ist eine geheime Kommandosache. Ein Bolide besteht aus rund 10.000 Einzelteilen – und fast jeder davon wird mit Sensoren überwacht. Pro Runde kommen rund 4 Gigabyte an Daten zusammen, die per Telemetrie (Fernübertragung von Messwerten) an die 20 Meter hohen Antennen in den Kommandozentralen übertragen werden. Wer Daten von anderen Teams klaut und erwischt wird, muss tief in die Portokassa greifen: 2007 wurde McLaren von einem Ferrari-Mechaniker mit Team-Geheimnissen versorgt – inklusive technischen Daten und der Ferrari-Gehaltsliste. Die Strafe dafür: sagenhafte 100 Millionen Dollar!
11, 22, 33: Die Schnapszahlen werden knapp
Was im echten Leben die Wunschkennzeichen sind, sind in der Formel 1 die Startnummern – und da werden langsam die Schnapszahlen knapp. Sergio Perez hat sich die 11 gesichert, Jenson Button die 22 und Max Verstappen die 33. Weltmeister Lewis Hamilton hat die 44 auf dem Auto, mit der 55 fährt Carlos Sainz und die 77 trägt Valtteri Bottas. Damit bleiben nur noch die 66 und die 88 übrig – und seit dieser Saison auch wieder die Nummer 99. Diese Schnapszahl hatte Adrian Sutil in der Saison 2014 auf seinem Sauber und kann ab sofort neu vergeben werden.
16 Siege ohne Titel
Nicht jedem ist es vergönnt, Formel 1-Weltmeister zu werden. Der Brite Stirling Moss zum Beispiel hat 16 Rennen gewonnen, aber einen Titel konnte er nie erobern. Gleiches ist auch Carlos Reutemann (12 Siege) und David Coulthard (11 Siege) "gelungen". Nicht einmal in die Nähe des WM-Titels ist Andrea de Cesaris in der Saison 1987 gekommen: In 16 Rennen ist er 16 Mal ausgefallen. Negativ-Rekord. Etwas stabiler ist Kimi Räikkönen unterwegs, der 27 Mal in Serie in die Punkteränge gefahren ist und 2012 in 20 Rennen 20 Mal klassiert war. Beides ein Positiv-Rekord.
Der Red Bull Ring in Zahlen
Die Rennstrecke ist exakt 4,326 Kilometer lang. Eine Besonderheit der Rennstrecke sind die Höhenunterschiede. Die maximale Steigung beträgt 12 %, das maximale Gefälle 9,3 %. Ein F1-Grand Prix führt über 71 Runden und somit exakt über 307,146 km. Die erste Siegerzeit von Nico Rosberg: 1:27:54,976, seine zweite: 1:30:16.930
Erster Heimsieg nach 22 Rennen
Vier Mal sind österreichische Fahrer beim Großen Preis von Österreich auf Pole gestanden – 1970 Jochen Rindt und 1974, 1975 und 1977 Niki Lauda –, aber erst am 19. August 1984, beim 22. Grand Prix in Spielberg, konnte Niki Nationale den ersten Heimsieg vor Nelson Piquet und Michele Alboreto feiern. Der Triumph hing allerdings am seidenen Faden, denn in der Schlussphase des Rennens spielte das Getriebe von Laudas McLaren-Porsche verrückt und er rettete sich mit einem einzigen Gang, dem vierten, ins Ziel. Zwei Jahre später hat sich auch Gerhard Berger in die Geschichtsbücher des Österreich-GP eingetragen: mit der schnellsten Rennrunde mit seinem Benetton BMW.
Alle Freude der gepflegten PS-Kultur dürfen sich auf ein „Motorsport-Festival zum Anfassen“ freuen. Der Große Preis von Österreich lässt die Fans hautnah an der Formel 1 teilhaben.

