Der Sachsenring und Marc Marquez – das ist die große Liebe. Der Spanier hat den Grand Prix von Deutschland zum vierten Mal in Serie gewonnen und seine Führung in der WM auf 48 Punkte ausgebaut. Auf den Plätzen 2 und 3: der Brite Cal Crutchlow (Honda) und der Italiener Andrea Dovizioso (Ducati).
Basis des Erfolgs war ein riskanter Reifenpoker: Marc Marquez hat auf der noch feuchten Strecke als erster Top-Fahrer auf Slicks gewechselt – und danach eine Rekordrunde nach der anderen abgeliefert. Ein Rennen zum Vergessen erlebte hingegen Weltmeister Jorge Lorenzo, der mit Platz 15 gerade mal einen Punkt retten konnte. Kaum zufriedener zeigte sich Valentino Rossi, der nach seinem viel zu späten Bike-Wechsel nur Platz 8 schaffte.
Stand in der MotoGP-Weltmeisterschaft
1. Marc Márquez, Honda, 170 Punkte
2. Jorge Lorenzo, Yamaha, 122
3. Valentino Rossi, Yamaha, 111
4. Dani Pedrosa, Honda, 96
5. Maverick Viñales, Suzuki, 83
Stimmen vom Podium
Marc Márquez über seine Strategie
Es war heute echt schwer, die richtige Entscheidung zu treffen. Ich habe das Rennen mit den falsche Regenreifen begonnen, die haben nicht zu meinem Rennstil gepasst. Deshalb habe ich die erste Gelegenheit genutzt, um das Bike zu wechseln. Ich habe dann schnell meinen Rhythmus gefunden und die letzten Runden genossen.
Cal Crutchlow über seine Reifenwahl
Ich habe mit dem harten Regenreifen bewusst eine ganz andere Strategie gewählt. Das war am Anfang riskant. Ich wäre in der Aufwärmrunde fast gestürzt, weil ich keine Temperatur in den Vorderreifen bekam. Aber je trockener die Strecke wurde, umso schneller bin ich geworden. Leider bin ich zu spät in die Box gefahren, um auf Slicks zu wechseln.
Andrea Dovizioso über Freude und Enttäuschung
Einerseits bin ich enttäuscht, weil ich gewinnen hätte können. anderseits bin ich froh, endlich wieder auf dem Podest zu stehen. Ich war völlig darauf fokussiert, meinen ersten Platz zu bewahren, dass ich den richtigen und perfekten Zeitpunkt für den Motorradwechsel verpasst habe.
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Nächster Stopp: Red Bull Ring in Spielberg
Beim nächsten Stopp in Spielberg werden die Karten neu gemischt, denn der Red Bull Ring ist für alle Fahrer Neuland. Bevor die MotoGP von 12. bis 14. August ihr Comeback in Österreich feiert, analysieren wir zur Halbzeit der WM (und zu Beginn der 25tägigen Sommerpause) Ausgangslage für die 3 WM-Führenden:
Marc Marquez (170 Punkte): Der zweifache Weltmeister hat – nach dem schwierigen Finale 2015 – wieder merklich Spaß am Fahren und beeindruckt mit seiner Konstanz. Was auch daran liegt, dass der Spanier ist entspannter geworden ist. Mit seinem Motto 2016 "Lieber einen sicheren Platz 2, als einen riskanten Kampf um Platz 1" hat er schon viele Big Points gesammelt. An Marc wird auch in Spielberg definitiv kein Weg vorbeiführen, wenn es um den Sieg geht.
Jorge Lorenzo (122 Punkte): Der amtierende Weltmeister konnte mit seinem Sieg in Quatar und zwei weiteren ersten Plätzen perfekt in die Saison starten, ist aber jetzt in ein ebenso unerklärliches wie tiefes Form-Loch gefallen. Platz 10 in Assen, Platz 15 am Sachsenring – schlimmer geht's fast nimmer für den Champion. Und seine Körpersprache am Bike und in der Box verheißt auch für die kommenden Rennen nichts Gutes. Die Rückkehr des Yamaha-Piloten auf das Podest und noch viel mehr die Verteidigung seines WM-Titels wird ein harter Weg.
Valentino Rossi (111 Punkte): Der italienische Superstar überrascht Freund und Gegner mit Fehlern. Bereits drei Mal hat "Der Doktor" in dieser Saison das Ziel nicht gesehen und so wertvolle Punkte verschenkt. Obwohl VR46 seinen Vertrag mit Yamaha bis 2018 verlängert hat, dürfte er den Kopf nicht ganz frei haben – der Kampf um seinen lange ersehnten 10 Weltmeistertitel (1x 125ccm, 1x 250 ccm, 1x 500 ccm, 6 x MotoGP) könnte an seinen Nerven zerren. Aber: Schon am Sachsenring hat Valentino Rossi angekündigt, die Unmögliche möglich machen zu wollen. Und dem Doktor ist das zuzutrauen...
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