Screenshot aus Need for Speed: Unbound zeigt einen Lotus, der vor zwei Polizeiautos flieht.
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Need for Speed: Unbound führt die Reihe zurück in die Spur

Need for Speed ist zurück in der Spur: Wir verraten euch, was Need for Speed: Unbound richtig macht und was den Arcade-Racer auszeichnet.
Autor: Philipp Briel
5 min readveröffentlicht am
Die lange Leidensgeschichte für Fans der Need for Speed-Reihe scheint endlich ein Ende zu haben, denn der neueste Serienteil, Need for Speed: Unbound, führt die altehrwürdige Rennspiel-Reihe wieder zurück in die Spur. Entwickler Criterion Games macht beim Arcade-Racer eine Menge richtig, wir verraten dir, was das Game auszeichnet.
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Street Cred ohne Fremdscham-Faktor

Screenshot aus Need for Speed: Unbound zeigt A$AP Rocky

Auch Hip-Hop-Star A$AP Rocky klemmt sich hinter das Lenkrad

© Electronic Arts

Spätestens mit den Underground-Ablegern in den Jahren 2003 und 2004 gehörte eine hippe Inszenierung mit Zwischensequenzen, getunten Karren und pseudo-coolen One-Linern zum guten Ton innerhalb der Need for Speed-Serie. Kein Wunder, sprangen die Arcade-Rennspiele seinerzeit doch auf den Hype-Train der The Fast and the Furious-Filme auf.
Besonders die letzten Ableger wie das schlicht Need for Speed betitelte Reboot im Jahr 2015, aber auch die Nachfolger Payback und Heat trieben diese peinlichen Story-Einlagen und Zwischensequenzen auf die Spitze.
Der neue Ableger, Need for Speed: Unbound, bietet zwar ebenfalls eine Story, die den grundlegenden Tonus der Underground-Streetracing-Szene beibehält. Reduziert den Fremdscham-Faktor aber auf ein Minimum, ohne dass die Street Credibility dabei auf der Strecke bleibt. Unbound ist definitiv nicht mehr so cringe wie seine Vorgänger.
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Englisch +1

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Ein ganz eigener Look

Screenshot aus Need for Speed: Unbound

Unbound setzt stilsicher auf einen eigenen Look, der hervorsticht.

© EA

Aus grafischer Sicht macht Need for Speed: Unbound eine Menge her und punktet mit einer glaubhaften, fiktiven US-Metropole, die sich einfach richtig und lebendig anfühlt und noch dazu hervorragend aussieht.
Allerdings haben die Entwicklerinnen und Entwickler verstanden, dass es mehr braucht als möglichst viele Grafikdetails und eine flüssige Bildrate. So flechtet Unbound Comic- beziehungsweise Graffiti-Effekte ein, die letztlich für einen ganz besonderen, eigenen Look des Arcade-Rennspiels sorgen. Und das, ohne dabei zu aufdringlich zu werden.
Klar: An den bunten Flügelchen oder Raucheffekten scheiden sich, auch innerhalb der Fanbase, die Geister. Aber es sind genau diese kleinen Details, mit denen sich Need for Speed: Unbound gekonnt aus der Masse abzuheben vermag. Nicht zu realistisch und nicht zu comichaft, aber stilsicher und einzigartig.
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Unbound bekommt das Fahrgefühl gut hin

Screenshot aus Need for Speed: Unbound zeigt ein Nachtrennen im Regen

Leicht zu erlernen und doch recht anspruchsvoll: Das Fahrverhalten

© EA

Anstrengende Rennen mit Gummiband-KI-Gegnern, die jeden Fahrfehler eurerseits gnadenlos ausnutzen und repetitive Events gehören in Need for Speed: Unbound endlich der Vergangenheit an. Denn der neue Arcade-Racer bekommt nicht nur das Fahrgefühl, sondern auch die Veranstaltungen deutlich besser und motivierender hin als seine direkten Vorgänger.
Unbound spielt sich genau so, wie sich ein Arcade-Rennspiel anfühlen sollte. Das Handling der Boliden ist vergleichsweise simpel und doch anspruchsvoll genug, um das Gewicht der Fahrzeuge, aber auch eure Anpassungen akkurat widerzuspiegeln.
Die Entwickler haben genau an den richtigen Stellen nachgebessert, um sicherzustellen, dass das Game Spaß macht. Da wären beispielsweise gleich zwei Nitro-Boost-Systeme, die sich kontinuierlich aufladen oder sich im drei aufladbaren Segmenten als kurze Schübe zusätzlich abfeuern lassen.
Dabei füllt sich die Nitro-Burst-Leiste, wenn ihr beispielsweise im Gegenverkehr fahrt oder in letzter Sekunde einem Crash ausweicht. Hier werden die Burnout-Wurzeln von Criterion Games deutlich spürbar.
Trotz Arcade-Ansatz unterscheiden sich die 143 Fahrzeuge hinsichtlich des Fahrverhaltens stark voneinander. Genauso macht aber auch euer Setup einen enormen Unterschied aus, immerhin lassen sich die Karossen in Richtung Drift oder Bodenhaftung anpassen.
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Spannende Events, motivierende Fortschritte

Screenshot aus Need for Speed: Unbound

Actionreiche Straßenrennen mit getunten Karren und Cops im Nacken. Check.

© EA

Eine Gummiband-KI gibt es in Need for Speed: Unbound erfreulicherweise nicht. Wer mit einer massiv gepimpten Rennschleuder einen Vorsprung herausfährt, rettet diesen auch ins Ziel – sofern nichts schiefgeht, versteht sich.
Damit der Arcade-Racer aber nicht zu einfach wird, haben die Entwickler bei den Fortschritten etwas das Gas herausgenommen. So wollen einzelne neue Tuning-Teile gerade in den ersten Spielstunden hart erarbeitet werden. Mehrere Rennen ziehen ins Land, bis ihr euch endlich das neue Motorteil leisten und so die Geschwindigkeit eures Wagens verbessern könnt.
Selbst auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad ist Unbound durchaus knackig und ihr solltet besser nicht damit rechnen, jedes einzelne Rennen zu gewinnen. Stattdessen freut ihr euch immer wieder aufs Neue über einen Platz auf dem Podium. Oder in den Top-5. Zumal euch das Game dafür trotzdem mit überraschend viel Barem belohnt.
So fühlt sich jedes neue Tuning-Teil, jede Verbesserung tatsächlich wertvoll an wenn ihr bemerkt, dass eure Karre damit KI-Gegner wie Waru oder Obi endlich das Wasser reichen kann.
Das Ganze verbindet das Rennspiel mit einem motivierenden Risiko-und-Belohnungssystem, bei dem ihr selbst entscheidet, ob ihr noch ein Event starten oder lieber das hart erarbeitete Geld in Sicherheit bringen wollt. Natürlich spielen auch die Cops serientypisch wieder eine wichtige Rolle, die für zusätzliche Spannung sorgen.
Und seien wir mal ehrlich: Den Gesetzeshütern zu entkommen, Straßensperren auszuweichen und ungesehen unter dem wachsamen Blick der Polizeihubschrauber zu entschwinden, war seit jeher eine der Stärken der Reihe.
Ein extremer Wagen: Die Red Bull Driftbrothers Elias Hountondji und Johannes Hountondji haben gemeinsam mit BMW M einen 1.040 PS starken Drift-Boliden zusammengeschustert. Und bitten zur Premiere Rewinside auf die Strecke. Eine extreme Erfahrung für alle Beteiligten.

9 Min

Rewinside meets Red Bull Driftbrothers

Schwerelos? Achterbahn? Der YouTuber ringt nach der Fahrt mit den Driftbrothers Eli und Joe Hountondji im 1000 PS-Boliden um Worte!

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Willkommen im Tuning-Himmel

Screenshot aus Need for Speed Unbound zeigt einen getunten Nissan Fairlady

Beim optischen und Leistungstuning sind euch kaum Grenzen gesetzt.

© EA

Vor allem ältere Semester erinnern sich daran zurück, dass Need for Speed die Aspekte des optischen Tunings im Rennspiel-Genre vor rund 20 Jahren erst salonfähig gemacht hat. Verchromte Spinner-Felgen hier, ein fetter Spoiler dort und bloß nicht die Neon-Unterbodenbeleuchtung vergessen. Ach, das waren noch Zeiten.
Erfreulicherweise bekommt Need for Speed: Unbound die Tuning-Aspekte mindestens genauso gut hin. So lässt euch das Game nicht nur die Leistung, das Fahrverhalten und den Grip der Boliden anpassen, auch beim optischen Tuning dürft ihr nahezu jede Schraube der Karossen anpassen.
Immerhin müssen die Autos ja auch gut aussehen, oder? Und so ein paar schicke Felgen, Seitenschweller oder Spezialeffekte kitzeln sicherlich ein paar Zusatz-PS heraus (tun sie nicht). Ungefähr so, wie eine RGB-Beleuchtung eures Gaming-Zubehörs die Performance verbessert (tut sie nicht).
Na wie dem auch sei. Die Möglichkeiten, euren ganz individuellen fahrbaren Untersatz zusammenzuschustern fallen derart vielfältig aus, dass beim Anblick der Tuning-Optionen sogar US-Rapper Xzibit schwach werden könnte, um noch eine neue Staffel Pimp My Ride abzudrehen (tut er nicht).

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