Alles fing an, weil ihm die Pros aus seiner Gegend ein paar Boards geflowt haben. Als sich dann die Chance ergab, spontan in einen Tour-Van zu springen, nutzte er die sie und skatete unterwegs einige der härtesten Spots – immer bescheiden, aber immer entschlossen. Erste Sponsoren klopften an, dann wurde erst mal geheiratet – und jetzt kommt der eigene Colorway auf Etnies. Nick Garcia beweist täglich, das sich eine gute Arbeitseinstellung lohnt. Grade als Skateboarder.
Du bist also jetzt Pro auf Element und dein eigener Colorway auf Etnies kommt raus. Bei dir läuft’s gut, oder?Yeah, dabei hat sich eigentlich gar nicht so viel geändert, höchstens in mir drin. Ich glaube, ich nehme die ganze Sache jetzt noch ein bisschen ernster und sich zu verletzen ist noch ein bisschen blöder als früher… aber eigentlich hat sich mein Alltag nicht sonderlich verändert, mal davon abgesehen, dass mein Name jetzt auf Produkte gedruckt wird.
Wie kam der Deal mit Element eigentlich zustande?
Anfänglich gab mir [Chad] Tim-Tim immer mal wieder Boards, wenn er neue Pakete bekam. Er hat mich auch zum Skaten mitgenommen. Auf die Art habe ich mich reingeschummelt.
Du warst grade erst auf DVS, als du zu Etnies gewechselt bist. Wie kam’s?
An sich habe ich es bei DVS geliebt, aber ich habe einfach nie das Gefühl gehabt, so richtig mit der Firma verbunden zu sein, insbesondere, als dann einige Leute gegangen sind oder gekündigt wurden. Ich hatte ein paar Freunde bei Sole Tech, sowohl im Team als auch in der Firma selbst und… Ach, keine Ahnung, es war keine einfache Entscheidung, aber ich wusste, dass Etnies für mich auf lange Sicht die beste Wahl sein würde. Und ich wusste auch, dass echte Homies wegen so etwas nicht lange wütend sein würden.
Du warst ziemlich viel unterwegs auf Tour. Hast du ein Lieblingsreiseziel?Definitiv Australien. Selbst lange Aufenthalte sind dort immer angenehm, schon allein wegen der fehlenden Sprachbarriere. Das ist einer der wenigen Orte, an denen ich nie ganz bereit bin, wieder weg zu fahren. Außerdem habe ich meine Frau dort kennengelernt.
Kannst du uns was aus dem Reisetagebuch erzählen? Eine gute Story von unterwegs?
Es gibt unendlich viele Geschichten aber eine, die mir grade direkt einfällt, ist die von diesem eigenartigen Hotel in Costa Rica. Es lag an einem See, umgeben von Regenwald und zwei Vulkanen. Der Besitzer war ein zwielichtiger Typ, den Namen weiß ich nicht mehr, aber er war Amerikaner und er hatte, wie eigentlich alle seine Mitarbeiter, ziemlich offensichtliche Probleme mit… Medikamenten. Auf jeden Fall hatte er diesen massiven Skatepark auf einem Hügel gebaut, auf dem Gelände des Hotels. Unglaublicher Ort – bizarr, aber großartig. Die meisten Angestellten waren junge, total fertige amerikanische Bräute, also ungefähr der Schlag Mensch, den du am allerwenigsten erwartest, wenn du mitten im zentralamerikanischen Dschungel stehst. Der Hotelbesitzer lebte schon 20 Jahre dort, hatte sich einen eigenartigen Akzent angewöhnt und es irgendwie geschafft, in seiner Zeit dort 12 Kinder zu zeugen. Der Anführer dieser Bande, sein ältester Sohn, war ungefähr 12 Jahre alt. Er mixte sich gern mal einen Jack & Soda an der Bar, verkaufte Weed und belästigte in schöner Regelmäßigkeit erwachsene Frauen, zog ihre Tops runter und legte ihre Brüste frei. Ach so und er hat versucht, uns in einem Golfcart von einer Klippe zu stürzen. Ganz ganz eigenartiger Ort, ganz ganz eigenartiges Wochenende.
Du stammst aus Long Beach, richtig?
Ich bin hier in Long Beach geboren. Als ich fünf Jahre alt war, zogen wir nach New Mexico und danach für ein paar Jahre nach Arkansas. Als ich in der dritten Klasse war, sind wir zurück nach Cali gezogen und ein Jahr später habe ich mit dem Skaten angefangen, nachdem ich bei einem Nachbarn „Fulfill the Dream“ gesehen habe. Das Leben in Arkansas war komplett anders. Ich hatte noch nie von Skateboarding gehört und wahrscheinlich wäre das auch so geblieben, wenn wir nicht zurückgezogen wären und ich dieses Kid als Nachbarn gehabt hätte. In Arkansas hatten wir nicht mal Nachbarn!
Du willst also nicht weg aus Long Beach?
Vielleicht später, wenn ich etwas älter und ruhiger geworden bin. Ich will aber niemals aus Kalifornien weg.
Wie bist du zur Fotografie gekommen?Viele meiner Freunde sind Fotografen, ich nehme also an, ich war schon immer daran interessiert. Ich habe aber erst vor zwei Jahren angefangen, als ein Freund mir seine alte AE-1 zu Weihnachten geschenkt hat.
Wer sind deine Lieblingsfotografen, skate und nicht-skate?
Im Skaten mag ich Brian Gaberman, Oli Barton, Sam McGuire, David Broach, John Bradford, Anthony Acosta, Atiba. Keine Ahnung, ich finde die Jungs alle gut. Viele Fotografen werden zu Freunden und viele meiner Freunde werden Fotografen. Abseits von Skaten mag ich JP Witkin, Robert Mapplethorpe – solche Typen. Die Schocker.
Ich nehme an, dass deine Vorliebe für Fotografie auch deinen Colorway beeinflusst haben?
Yeah, als ich gefragt wurde, einen Colorway zu machen, war ich grade mittendrin und fotografierte sehr viel. Das war also die erste Idee die ich hatte. Und auch die einzige. Das war zu der Zeit einfach alles, was ich gemacht habe. Ich finde, das Ergebnis ist gut geworden.
Du benutzt bislang nur deine Canon AE-1. Du bist jetzt Pro, hast einen Schuh… Wird’s nicht Zeit für eine Leica?
Noch nicht. Ich bringe es einfach nicht fertig, so viel Geld für etwas auszugeben, was so klein ist. [lacht] Oliver [Barton] hat mich letztens mal mit seiner Leica rumspielen lassen und ich muss sagen, es gibt nicht viele Gefühle, die soviel Geld auch wirklich wert sind. Diese Kameras sind wirklich feinste Handwerkskunst.
Du lebst nicht nur mit deiner Frau Becky zusammen. Euer Mitbewohner Paco ist auch noch da. Wo hast du den Streuner her?
Ich habe Paco an einem Spot in Covina, Kalifornien gefunden. Er rannte an diesem Gap rum, das von der Bühne runter, wo Jimmy Carlin in seinem TWS Part den Jimmy Carlin Flip macht. Genau an dem Tag, an dem er den gefilmt hat, habe ich Paco gefunden. Der beste Hund, den ich jemals hatte.
So, die letzte Gastfrage ist von deinem Lieblingsdeutschen Willow. Er sagt „frag ihn, wie das ist, so jung verheiratet zu sein, weil ich doch so alt und so unverheiratet bin.“
Oh hey, ze Villow! Es ist großartig, verheiratet zu sein. Das war keine schwere Entscheidung, ich habe nicht vor, dieses Mädchen wieder gehen zu lassen, niemals! Davon mal abgesehen ist ze Villow gar nicht so alt und auf mich wirkt er ganz schön verheiratet, with all ze kids and all. [lacht]