Wir dürfen vorstellen: Nintendo Switch
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Ist Switch der beste Handheld aller Zeiten?

Wir haben die Spiele gespielt, aber kann die Hardware mithalten? Wir finden es heraus.
Von: Ben Sillis / Daniel Badic
5 min readPublished on
Die Nintendo Switch ist fast da. Genau, dieses unglaublich schöne Zelda Spiel ist uns schon so nahe, dass wir die Lon Lon Milch riechen können. Auf einem Event letzte Woche konnten wir alle Games ausprobieren und so können wir jetzt erstmals abschätzen, wie sich die neue Hardware im Vergleich zu Wii U Game Pad und Nintendo 3DS schlägt. Wir erzählen euch auch, wie viel Potenzial sich in der neuen Hardware versteckt und was wir uns sonst noch für Gedanken gemacht haben.

Überzeugender Screen

Es wäre verführerisch die Displays der Switch und des Wii U Gamepads zu vergleichen speziell, weil beide über ein 6,2 Zoll Touch-Display verfügen. Hier enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon. Das Switch-Display ist ein großer Fortschritt. Der Rahmen ist wesentlich kleiner, die Auflösung deutlich höher (1280x720), d.h. HD-Gaming für unterwegs. Aktuelle Smartphones, speziell Geräte wie das iPhone 7 Plus oder das Sony Xperia Z5 sind dieser Auflösung weit überlegen, für gute Unterhaltung mit Nintendo Spielen reicht es aber allemal. Auf dem Wii U Gamepad hatten wir manchmal Probleme die Ergebnisse richtig lesen zu können – das wird euch auf der Switch nicht passieren.
Worüber wir noch nicht viel wissen, ist die Qualität des Touchscreens. Nintendo hat zwar bestätigt, dass die Switch einen kapazitiven Touchscreen nutzen wird, der auch in Smartphones verbaut wird. Bis jetzt hat Nintendo ja resistive Touchscreens genutzt, die günstiger sind, dafür aber genauer – sofern man Hilfen wie z.B. einen Stylus nutzt. Am Ende des Tages sicher die richtige Entscheidung. Interessant war nur zu sehen, dass keines der gezeigten Spiele den Touchscreen nutzte. Absicht?

Vom Joystick zum Joy-Con

Nintendo investiert mit Sicherheit immer die meisten Ressourcen in die Namensgebung ihrer Controller. Dieses Mal nennen sich die abnehmbaren Steuergeräte „Joy-Cons“. Nach unserer Anspielsession sind wir sicher, diese Controller, abgesehen von ihrem hohen Preis (79 Euro) sind das wirkliche Alleinstellungsmerkmal der Konsole. Viele Spiele, darunter Mario Kart 8 Deluxe oder Sonic Mania, wurden so designed, dass man sie mit nur einem Joy-Con spielen kann, d.h. sofort im lokalen Multiplayer loslegen kann.
Die Joy-Cons kommen in bunten Farben

Die Joy-Cons kommen in bunten Farben

© Nintendo

Die Controller fühlen sich sehr wertig an, mit abgerundeten Ecken und einem sanften Einrasten, wenn man sie an die Konsole steckt. Speziell die Tastenplatzierung überzeugt, weil noch mehr Tasten als sonst untergebracht wurden – darunter die SL und SR Tasten, die sich an den Innenseiten befinden. Wird der Controller um 90 Grad gedreht, wie beispielsweise bei manchen Minigames, dann ermöglicht das eine ganz andere Handhaltung und Spielerfahrung. Leider gibt es auch Nachteile. Ein D-Pad fehlt, was die präzise Steuerung bei z.B. Beat’em-Ups, wie das vorgestellte Ultra Street Fighter II, ein wenig erschweren wird. Außerdem werden manche Spiele nicht im Tablet-Modus spielbar sein, wie etwa der gezeigte Mix aus Power Stone und Wii Sports Boxing, genannt ARMS. Ihr müsst die Joy-Cons nämlich immer einzeln in den Händen halten, was das Spielen unterwegs mit Sicherheit erschwert.

Tablet Modus aktiviert

Natürlich ist die Switch eine tolle Heimkonsole, aber viele von euch freuen sich sicher, das Teil unterwegs nutzen zu können – alleine und nicht wie im Promo-Video gezeigt mit all euren Freunden. Wir haben gute Neuigkeiten für euch: die Switch ist ein fantastisches Handheld. Die Joy-Cons rasten perfekt ein und bleiben wo sie hingehören. Da scheppert nichts. Die Tasten und Sticks sind gut zu erreichen, auch wenn sehr große Hände sicher nicht optimal für die zierlichen Controller sind. Dafür ist das Gewicht der Switch, auch wenn von Nintendo noch nicht offiziell bestätigt, so gering, dass es sich komfortabel angefühlt hat Zelda in diesem Modus zu spielen. Wir können uns deshalb gut vorstellen, das Game auf diese Weise durchzuspielen. Mit der Display Größe muss man sich abfinden. Deutlich kleiner als z.B. ein Apple iPad und nur unwesentlich größer als die PS Vita von Sony. Wenn euch das nicht stört, werdet ihr euch wohl fühlen.
Die Switch im entspannten „Lehn-Modus“

Die Switch im entspannten „Lehn-Modus“

© Nintendo

Eingerastet

Halb durch die Zelda Demo, haben wir die Konsole in die Docking-Station gesteckt, um das Spiel auf dem großen Schirm zu genießen. Der Übergang war stufenlos und auch in diesem Modus ein Hingucker. Gut, Zelda reizt das Potenzial der Konsole sicher noch nicht aus, ist das Spiel doch seit Jahren in Entwicklung – für eine andere Konsole. Eine 900p Auflösung hat Zelda nachgewiesenermaßen im „Docking-Modus“, andere Spiele schaffen die möglichen 1080p, full HD, und auch die Frames sind mit 30 unter den möglichen 60, die etwa ein Splatoon 2 darstellt.

Ausdauer ist wichtig

Wir durften nicht so lange spielen, um sagen zu können, wie lange der Akku der Switch wirklich hält – die längste Erfahrung am Stück waren die 20 Minuten mit Zelda, für die wir unser Erstgeborenes tauschen würden, um diesen Teil noch einmal vor dem 3. März spielen zu dürfen. Der Vorteil an der Konsole ist, dass sie eine gewisse Größe aufweist und damit Platz für einen großen Akku mitbringt. Bis zu sechs Stunden soll der Akku halten, drei für grafisch anspruchsvolle Games wie Zelda.
Das erinnert an die Ausdauer eines SEGA Game Gear in den 1990ern, aber Erwartungshaltungen haben sich seitdem natürlich verändert. Immerhin müsst ihr nicht jedes Mal sechs AA Batterien für eine Ladung verbrauchen, die Switch saugt ihre Energie aus dem USB-C Kabel, dem künftigen Standard in diesem Bereich. In Wirklichkeit halten aber auch 3DS oder die PS Vita nicht länger. Ein Flug in die USA geht sich deshalb wohl mit einer Ladung nicht aus, aber immerhin die Strecke München – Wien bzw. der tägliche Weg in die Arbeit bzw. zur Schule. Das wird wohl den meisten reichen.