Squash
Tennis vs. Squash vs. Padel: Das sind die Unterschiede
Tennis, Squash und Padel dominieren die Schlägersportarten auf der ganzen Welt. Aber wie unterschiedlich sind sie wirklich? Wir klären auf!
Ein Schläger, ein Ball, ein Netz oder ein paar Wände... und los geht's! Tennis, Padel und Squash haben viel gemeinsam -- aber nur auf den ersten Blick. Wenn man etwas genauer hinsieht, merkt man schnell, dass sie viel unterschiedlicher sind, als man denkt. Sehen wir uns deshalb an, wie sich die drei großen Racketsportarten tatsächlich unterscheiden.
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Padel, Tennis und Squash: Ihre Ursprünge
Tennis hat seine Wurzeln im mittelalterlichen Frankreich, wo es als "Jeu De Paume" bekannt war und vor allem von Mönchen mit den Handinnenflächen gespielt wurde. Im 16. Jahrhundert kamen Schläger ins Spiel und es wurde zur Lieblingsbeschäftigung europäischer Könige. Das moderne Rasentennis entstand im späten 19. Jahrhundert in England, woraus sich der Sport entwickelte, den wir heute kennen, mit seinen standardisierten Regeln und weltweiten Turnieren.
Squash wurde im frühen 19. Jahrhundert an der Harrow School in England erfunden, wo Schüler die älteren Spiele Handball und Racket abwandelten, indem sie den Ball gegen die Schulmauern hämmerten. Für diese neue Version wurde ein weicherer Ball benötigt, der in geschlossenen Räumen verwendet werden konnte, was zur Entwicklung des modernen Squash-Courts und seiner besonderen Spielweise führte.
Padel hingegen wurde erst 1969 von dem Mexikaner Enrique Corcuera als eine Mischung aus Tennis und Squash erfunden. Das Spiel wurde für geschlossene Räume mit Wänden entwickelt und statt Schlägern wurden hölzerne Paddel-ähnliche Rackets verwendet. In Spanien wurde dieser neuer Sport schnell beliebt und später verbreitete er sich in Europa und Amerika, wo Padel wegen seines sozialen Aspekts und seiner Zugänglichkeit zu einer beliebten Sportart wurde.
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Schläger vs. Padel
Der erste große Unterschied ist der Name und die Konstruktion der Spielgeräte: Bei Tennis und Squash wird ein bespannter Schläger verwendet, während bei Padel Schläger mit kleinen Löchern auf der Oberfläche zum Einsatz kommen. Auch die Größen aller drei Schlägertypen unterscheiden sich erheblich. Tennis- und Squashschläger sind größer als Padelschläger, aber dafür leichter.
Laut dem offiziellen Reglement darf der Rahmen eines Tennisschlägers eine Gesamtlänge von 73,7 cm und eine Gesamtbreite von 31,7 cm nicht überschreiten. Die Schlagfläche oder Bespannung darf eine Gesamtlänge von 39,4 cm nicht überschreiten (gemessen parallel zur Längsachse des Griffs). Tennisschläger wiegen normalerweise zwischen 240 und 340 Gramm. Was die Materialien angeht, so sind die meisten aus Carbon, Bor oder Kevlar gefertigt. Es gibt sie aber auch aus Aluminium, Titan oder Graphit. Sie wurden entwickelt, um kraftvolle Schwünge und präzise Aufschläge auszuführen.
Squashschläger sind auf eine maximale Länge von 86,5 cm beschränkt und die Kopfgröße liegt normalerweise zwischen 182 cm2 und 195,5 cm2, was ein geringes Gewicht zwischen 100 und 200 Gramm ermöglicht.
Die für Squashschläger verwendeten Materialien ähneln denen des Tennissports, bestehen aber oft aus Verbundstoffen mit Zusätzen von Materialien wie Wolfram oder Basalt. Diese Zusätze zielen darauf ab, die Gewichtsverteilung zu optimieren, die Stabilität des Schlägers zu erhöhen und das allgemeine Spielgefühl zu verbessern. Die kompakte Bauweise und das geringere Gewicht eines Squashschlägers ermöglichen schnelle Schwünge und eine gute Manövrierbarkeit auf dem beschränkten Raum eines Squash-Courts.
Der Standard-Padelschläger hat maximale Abmessungen von 45,5 cm Länge, 26 cm Breite und 38 mm Dicke und wiegt zwischen 330 und 400 Gramm. Was die Herstellungsmaterialien angeht, gibt es bei Padelschlägern ein breites Spektrum an Materialien: Glasfaser, Carbon, EVA-Gummi, FOAM oder kuriosere Materialien wie Kevlar, Graphen und sogar Wolfram. Alle Rackets verfügen über einen Riemen, den die Spieler:innen am Handgelenk befestigen, um die Kontrolle zu verbessern und zu verhindern, dass ihnen der Schläger bei explosiven Schlägen aus der Hand fliegt. Sie wurden unter anderem entwickelt, um den Ball über kürzere Distanzen in einem kleinen, geschlossenen Raum zu schlagen und reflexartige Bewegungen gegen den Ball zu ermöglichen.
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Filz oder Gummi: Das sind die Spielbälle
Der Spielball scheint bei Tennis und Padel auf den ersten Blick identisch zu sein, aber das ist er nicht. Der Squashball unterscheidet sich sogar grundlegend, da der Sport eine ganz andere Art von Ballreaktion erfordert.
Im Tennis teilt der Internationale Tennisverband (ITF) die Bälle in drei Typen ein: schnell, mittel und langsam. Ihr Gewicht muss zwischen 56 und 59,4 Gramm und ihr Durchmesser zwischen 6,54 cm und 6,86 cm liegen.
Im Gegensatz zu den größeren, pralleren Bällen, die bei Padel und Tennis verwendet werden, sind Squashbälle kleiner, mit einem Durchmesser von etwa 4 cm, und viel weniger sprunghaft. Sie werden aus einer Rohgummimischung hergestellt und haben eine geringe Sprungkraft. Diese Bälle werden von der World Squash Federation (WSF) reguliert und es gibt verschiedene Typen, die durch farbige Punkte gekennzeichnet sind - doppelt gelb (super langsam), einfach gelb (langsam), grün oder weiß (mittelschnell) und rot (schnell) - um den verschiedenen Spielstärken und Platzbedingungen gerecht zu werden.
Padelbälle sind den Tennisbällen sehr ähnlich, haben aber etwas weniger Druck und sind kleiner. Die Regeln des Internationalen Padel-Verbandes (FIP) legen fest, dass Padelbälle aus Gummi in gelber oder weißer Farbe sein und einen Durchmesser zwischen 6,32 cm und 6,77 cm sowie ein Gewicht zwischen 56 und 59 Gramm haben müssen.
Padelbälle sehen zwar ähnlich aus wie Tennisbälle, sind es aber nicht
© Samo Vidic/Red Bull Content Pool
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Ab auf den Court! Die Spielplätze bei Tennis, Squash und Padel
Tennis-, Squash- und Padelplätze unterscheiden sich gleich in mehreren Aspekten. Während Tennisplätze deutlich größer sind, sind Padelplätze an allen vier Seiten von Wänden umschlossen, die in das Spiel integriert sind. Squashplätze kommen ohne Netz aus und werden ebenfalls von vierseitigen Wänden begrenzt.
Der Tennisplatz ist ein ausgedehntes Rechteck von 23,77 m x 8,23 m, das in der Mitte durch ein Netz getrennt ist (bei Doppelspielen kann die Breite auf 10,97 erweitert werden). Die drei unterschiedlichen Court-Arten sind Sand-, Rasen- und Hartplatz.
Squash-Courts sind 9,75 m lang und 6,4 m breit (13,72 m lang und 7,62 m für Doppel) und werden von vier Wänden umschlossen. Der Belag besteht in der Regel aus Holz oder synthetischen Materialien, die gleichmäßig hell sind, um einen Kontrast zum kleinen, dunkel gefärbten Squashball zu bilden. Der Court verfügt über Außenlinien oben an der Vorderwand sowie an den Seiten- und Rückwänden. Diese vollständig geschlossene Bauweise ist für Squash unerlässlich und macht es zu einem sehr intensiven Sport, bei dem die Spieler:innen die Wände anspielen können, das wiederum Wendigkeit und strategisches Denken erfordert.
Der Padel-Court ist eine fesselnde Mischung aus den beiden vorgenannten Sportarten und sorgt für dynamische Ballwechsel: ein Rechteck von 10m x 20m, das in der Mitte durch ein Netz getrennt ist. Die Oberfläche des Platzes kann aus porösem Beton und Zement, Kunstrasen oder Teppich bestehen. Die Farbe ist meist grün, blau oder braun. Das auffälligste Merkmal eines Padelplatzes sind die ihn umgebenden Wände (mit einer Mindesthöhe von jeweils drei Metern). Sie können aus Glas, Acryl oder Zement bestehen und es ist erlaubt, dass der Ball während des Spiels von ihnen abprallt, solange er zuerst auf dem Boden aufprallt.
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Punktesysteme in den drei großen Schlägersportarten
Im Tennis gibt es ein einzigartiges Punktesystem, bei dem die Spiele mit "Love" (0), 15, 30, 40 und in Games (oder "Spiele") gezählt werden. Games sind wiederum die Zähleinheit für Sätze, wobei ein oder eine Spieler:in sechs Games mit einem Vorsprung von zwei Games holen muss, um einen Satz zu gewinnen. Bei einem Spielstand von 6:6 wird ein Tiebreak gespielt, bei dem die Spieler:innen Punkte gewinnen müssen (sieben Punkte mit mindestens zwei Punkten Vorsprung), um sich den Satz zu sichern.
Squash kann entweder nach der traditionellen oder der Point-a-Rally-Wertung (PAR) gewertet werden. Bei der traditionellen Wertung werden die Punkte nur vom Aufschläger gezählt. Bei der PAR-Wertung, die im Profibereich verwendet wird, können die Punkte unabhängig davon erzielt werden, wer aufschlägt. Die Matches werden in der Regel als Best-of-Five-Spiele ausgetragen, wobei jedes Spiel bis 11 Punkte gespielt wird. Ein oder eine Spieler:in muss zwei Punkte Vorsprung haben, um zu gewinnen, daher ist jeder Ballwechsel entscheidend.
Bei Padel wird das gleiche Punktesystem wie beim Tennis angewandt: Die Punkte werden als 0, 15, 30, 40 und Spiel gezählt, die Sätze werden über sechs Spiele gespielt, und zum Sieg sind zwei Spiele Vorsprung erforderlich. Bei 6:6 gibt es ebenfalls ein Tiebreak. Dieses vertraute Punktesystem macht Padel vor allem für Tennisspieler:innen besonders zugänglich und erleichtert eine nahtlose Anpassung an die Dynamik des Spiels.
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So funktionieren Tennis, Squash und Padel
Technik
Tennis zeichnet sich durch explosive, weite und meist seitliche Bewegungen aus, mit dem Ziel, den Ball über das Netz auf die gegnerische Seite zurückzuspielen. Es erfordert ein hohes Maß an technischem Können.
Squash erfordert schnelle, scharfe Bewegungen in einem viel kleineren, geschlossenen Raum, wodurch gute Reflexe und perfekte Strategie noch wichtiger sind. Zu den technischen Anforderungen gehören die effektive Nutzung der Wände, eine präzise Ballkontrolle und die Fähigkeit, den nächsten Move des Gegenübers vorauszusehen, was vor allem am Anfang eine echte Challenge sein kann. Die Intensität und die taktische Tiefe von Squash machen es zu einer rasanten Schachpartie mit körperlicher Komponente.
Bei Padel sind die Spielzüge - auch dank der Wände - einfacher zu meistern. Padel hat eine einfachere Technik als Tennis und, auf Amateurebene, langsamere Bewegungen als Squash. Um das Spiel zu beherrschen, braucht man in der Regel deutlich weniger Zeit, und das ist einer der Gründe, warum Padel derzeit eine der am schnellsten wachsenden Sportarten weltweit ist.
Körperliches Training
Tennis erfordert ein erhebliches Maß an Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit, um den großen Platz abzudecken und lange Ballwechsel durchzuhalten. Die Spieler:innen brauchen eine enorme Ausdauer, eine ausgeprägte Oberkörpermuskulatur für kraftvolle Aufschläge und eine präzise Hand-Augen-Koordination für die Genauigkeit der Schläge.
Squashspieler:innen brauchen wiederum außergewöhnliche Beweglichkeit und Reflexe, um mit dem schnellen Tempo und dem kleinen Platz zurechtzukommen. Die körperliche Vorbereitung konzentriert sich auf explosive Bewegungen und Flexibilität für Ballwechsel auf engstem Raum. Mentales Durchhaltevermögen und schnelles strategisches Denken sind entscheidend - ideal für Spieler:innen, die sich an schnellen körperlichen und geistigen Herausforderungen erfreuen.
Padel erfordert aufgrund des kleineren Spielfelds und des Wandspiels eine gute Koordination und schnelle Reaktionen. Im Training sollte der Schwerpunkt auf Beweglichkeit und Präzision liegen, um die Wände effektiv zu nutzen, sowie auf Teamwork, um bestmöglich mit dem oder der Doppelpartner:in zu kommunizieren.
Sieh dir unten die Highlights der Premier Padel Tour in Katar an, um einen Eindruck von den körperlichen Anforderungen an die Spieler:innen zu bekommen:
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Qatar Major Recap
Erlebe die Highlights des zweiten Premier Padel Stopps der Saison in Doha, dem Qatar Major.
Mögliche und häufigste Verletzungen
Zu den häufigsten Verletzungen beim Tennis gehören Tennisarm, Schulterschmerzen und Knieprobleme, die durch die wiederholten Schwung- und Schlagbewegungen auf dem großen Platz verursacht werden. Auch die unterschiedlichen Spielbeläge können sich auf die Art der Verletzungen auswirken. Die härteren Beläge belasten Gelenke und Muskeln oft noch stärker und erfordern ein rigoroses Training und die richtige Technik, um das Risiko zu minimieren.
Beim Squash sind häufig der untere Rücken, die Knie und die Ellbogen betroffen, weil sich die Spieler:innen ruckartig in alle möglichen Richtungen drehen und ausholen.
Beim Padel verstauchen sich die Spieler:innen oft die Knöchel, verletzen sich die Handgelenke und ziehen sich Muskelzerrungen zu, weil sie sich schnell drehen und mit der Wand interagieren. Die kleinere Spielfeldgröße erhöht außerdem die Wahrscheinlichkeit von plötzlichen Richtungswechseln, was von den Athlet:innen verlangt, dass sie beweglich bleiben und vorbeugende Strategien anwenden, um Verletzungen zu vermeiden.
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Die Top-Stars der größten Racket-Sportarten der Welt
Im Tennis haben legendäre Persönlichkeiten wie Björn Borg, Pete Sampras, Steffi Graf, Martina Navratilova, Roger Federer, Novak Djokovic, Serena Williams und Rafael Nadal mit ihrem unvergleichlichen Können und ihren Triumphen eine ganze Ära geprägt. Zu den aktuellen Spieler:innen, die Wellen schlagen, gehören der griechische Superstar Stefanos Tsitsipas, der für seine Eleganz und sein aggressives Spiel bekannt ist, und Elena Rybakina, die für ihren starken Aufschlag und ihren rasanten Aufstieg im Damentennis gefeiert wird. Beide sind spannende Talente, die du unbedingt auf dem Schirm haben solltest.
Die Geschichte des Squash lebt vor allem von den phänomenalen Talenten Jahangir Khan, der den Sport in den 1980er Jahren mit einer ungeschlagenen Serie von 555 Spielen dominierte, und Jansher Khan, der für sein taktisches Genie berühmt wurde. Unter den aufstrebenden Stars sind Nouran Gohar, Diego Elias und Abdulla al Tamimi, die das Spiel aktuell nachhaltig prägen. Gohars beeindruckende Präsenz und Elias' strategisches Spiel haben sie zu absoluten Top-Stars gemacht, während Tamimi für seinen dynamischen und energiegeladenen Stil bekannt ist.
Padel hat unglaubliche Athlet:innen wie Fernando Belasteguin hervorgebracht, der mehr als 200 Trophäen auf professioneller Ebene gewonnen hat und den Sport seit über einem Jahrzehnt beherrscht. Allzeit-Größen wie Alejandro Galán, Juan Lebrón, Alejandra Salazar und Gemma Triay bringen Flair und Finesse ins Spiel. Unter den neueren Talenten sticht Bea González als aufstrebende Padel-Queen hervor, die mit ihrer jugendlichen Energie und ihrem kraftvollen Spielstil eine glänzende Zukunft vor sich hat.
Welchen Schlägersport solltest du spielen?
Tennis ist ideal für alle, die kraftvolle Aufschläge haben und sich auf verschiedenen Untergründen spektakuläre Grundlinienduelle liefern wollen. Tennis kann im Einzel aber auch im Doppel gespielt werden und verbindet körperliche Ausdauer mit Strategie.
Squash ist perfekt für Sportler:innen, die ein intensives Workout und strategisches Spiel suchen. Das schnelle Tempo und der geschlossene Raum erfordern schnelle Reflexe und einen scharfen Verstand, dass sich ebenfalls hervorragend für Einzel- oder Doppelspiele eignet. Du bist voller Energie und hast blitzschnelle Reaktionen? Dann ist Squash vielleicht genau das Richtige für dich!
Padel ist ideal für alle, die ein geselliges, strategisches Spiel suchen, das leicht zu erlernen ist. Da es im Doppel gespielt wird, ist es körperlich weniger anstrengend, erfordert aber den geschickten Einsatz von Wänden und Teamwork. Es ist eine fantastische Wahl für ein entspanntes, aber spannendes Schlägersporterlebnis.
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