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Traum-Comeback: So hat sich Pauline Ferrand-Prévot an die Spitze gekämpft

Autor: Matt Majendie
Nur 8 Monate nach der Operation an beiden Beinen sitzt das Ausnahmetalent Pauline Ferrand-Prévot auf dem Thron des Radsports.

Der Überblick

Am Beginn des Saison 2019 lag die Französin noch auf dem Operationstisch und unterzog sich einem komplizierten chirurgischen Eingriff an beiden Beinen. Verstopfte Arterien führten zu einer Einschränkung des Blutflusses in den Unterkörper und in die Beine.
Nach jahrelangen Schmerzen war die Operation im Januar ein letzter verzweifelter Versuch den Körper von Pauline Ferrand-Prévot zu rehabilitieren. Und das machte sich bezahlt: Bereits im September, am Ende der Saison, erntete die Ausnahmesportlerin, mit ihrem Sieg des XCO-Weltmeistertitels der Frauen, die kostbaren Früchte ihrer Arbeit.
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Das Allroundtalent

Nur wenige Fahrer können von sich behaupten, ein so ausgeprägtes Allroundtalent wie die 28-jährige Französin zu sein. Sie ist die Einzige, die sich innerhalb von nur 12 Monaten Weltmeistertitel in den Disziplinen Road, Cyclocross und MTB holen konnte.
Umso beeindruckender ist die Geschichte, wenn man weiß, dass ihre Mutter, die selbst begeisterte Radsportlerin war, versuchte ihrer Tochter die leidenschaftliche Karriere auf zwei Rädern auszureden. Stattdessen drängte sie sie in die Welt des Eistanzes, die Pauline aber schnell wieder verlassen hat.

Vier Jahre Schmerzen

Nachdem sie 2015 am Höhepunkt ihrer Karriere angelangte, war es beinahe unvermeidlich, dass es danach bergab ging. Allerdings stellte sich die Sportlerin, die lange Zeit an chronischen und unerklärlichen Schmerzen litt, das anders vor.
Schließlich lösten medizinische Experten das Rätsel um die Schmerzen. Sie erinnert sich: „Die Arterie war zu eng und so konnte das Blut nicht richtig fließen. Anfang 2019 hatte ich dann eine OP. Ich war so happy, dass ich endlich wusste, was los war. Das hat mich völlig verändert und ich war plötzlich ein anderer Mensch. Ich war nicht verrückt!"
Das führte zu einer außergewöhnlichen Rückkehr auf die Siegerstraße und dem ersten Triumph seit 2015 beim XCO Weltcuprennen in Val di Sole im August letztes Jahr.
Ferrand-Prevot ist fast zurück in alter Höchstform
Ferrand-Prevot ist fast zurück in alter Höchstform

Zurück an der Spitze

Nur drei Wochen später standen die World Championships in Mont-Sainte-Anne auf dem Programm und Ferrand-Prévot befand sich rechtzeitig in absoluter Höchstform. „Als ich die Team-Staffel absolvierte, fühlte ich mich als würde ich fliegen. Ich sagte dem Coach ‚Ich werde dieses Rennen gewinnen'."
Und das tat sie dann auch. Trotz eines beinahe fatalen Sturzes in der ersten Runde, der sie zwischenzeitlich auf Platz 15 zurückschleuderte, fuhr sie schließlich zu einem emotionalen Triumph. Schon weit vor der Ziellinie hatte das Rad-Multitalent Tränen in den Augen.