Der gefährlichste Sprung Europas? Willkommen in Italiens Ciff-Diving-Mekka
Wenn Red Bull Cliff Diving einmal im Jahr nach Polignano a Mare kommt, wird die apulische Küstenstadt zur tosenden Bühne – und ihre Klippen zur weltweit gefeierten Arena für waghalsige Sprünge.
Seit 2009 haben über 500.000 Sportfans die sonnenüberfluteten Straßen im italienischen Polignano a Mare für ein actionreiches Sommerwochenende gestürmt.
Polignano wird zum Schauplatz eines atemberaubenden Spektakels
Fast schon traditionell verwandelt sich die entspannte Gemeinde an der italienischen Südküste jedes Jahr in einen Ort, an dem die mediterrane Gelassenheit in einen regelrechten Trubel übergeht. Die Strände quellen über, die Balkone füllen sich mit jubelnden Einheimischen und die ganze Stadt pulsiert vor Energie.
Wenn die weltbesten Cliff Diver in die Stadt kommen, werden sie von Locals, Sportfans und Urlaubern aus aller Welt begleitet, die genau den richtigen Zeitpunkt für ihren Besuch erwischt haben. Sie haben das Glück, 24 Elite-Athlet:innen zu erleben, die in bis zu 27 Metern Höhe über der Adria der Schwerkraft trotzende Sprünge durchführen. Für ein paar Tage verwandeln sich die apulischen Klippen in eine Art Natur-Kolosseum, das Meer wird zur Landezone und die ganze Stadt wird Teil des adrenalingeladenen Wettbewerbs.
Aber Polignano a Mare hat mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick sieht. Polignano a Mare ist nicht nur ein landschaftlich reizvoller Stopp auf der World Series Tour. Es ist DER Stopp im Kalender!
Um zu verstehen, warum Polignano a Mare für Fans und Cliff Diver gleichermaßen zur spirituellen Heimat des Cliff Divings in Europa geworden ist, musst du einen Blick über die atemberaubende Kulisse hinaus werfen und in die Emotionen, Traditionen und die rohe Intensität eintauchen, die diesen Ort so ikonisch machen.
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Teils antike Stadt, teils Arena im Himmel
Zwei Cliff Diving-Legenden zählen Polignano a Mare zu ihren Top-Spots
Polignano a Mare, das 2025 zum zwölften Mal Austragungsort des Events sein wird, hat sich zu einem Eckpfeiler des World Series Kalenders entwickelt. Es ist die Art von Reiseziel, die ganz oben auf der Liste steht - wegen seiner historischen Architektur, dem endlosen Sonnenschein, der unfassbaren Aussicht und den wunderschönen Sonnenuntergängen. An jedem beliebigen Tag ist das Panorama fast filmreif - die Terrassen der Altstadt von Polignano a Mare erheben sich dramatisch aus den Kalksteinfelsen, als ob sie sich um die beste Aussicht auf das klassische Mittelmeerbild streiten.
Dieser kleine Teil der zerklüfteten Adriaküste bietet nicht nur eine idyllische Kulisse für ein einzigartiges Sportspektakel, sondern wirkt auch so, als wäre er speziell für diesen Sport geschaffen worden.
Menschenmassen säumen die Strände, Klippen, Dächer und Terrassen
"Cliff Diving hat hier seine ganz eigene Note", erklärt die australische Athletin und achtfache Gewinnerin der King Kahekili-Trophäe Rhiannan Iffland. "Polignano ist mehr als nur ein wunderschönes Dorf an den Klippen. Es ist einer meiner liebsten Schauplätze für das, was wir tun."
Yolotl Martínez springt von einem privaten Balkon: Nicht nachmachen!
An zwei Tagen pro Saison wird die ikonische, von der Natur geformte Bucht Lama Monachile, in der die weltbesten Cliff Diver von den Balkonen der Privathäuser und den 21- und 27-Meter-Plattformen aus springen, von Menschenmassen flankiert, die sich auf den Klippen, am Strand und auf den vor der Küste dümpelnden Booten der Fans drängen.
Jeder Aussichtspunkt ist besetzt - das macht die Fans kreativ
Und während die natürliche Arena viele Plätze auf VIP-Ebene bietet, von denen aus man einen hervorragenden Blick auf die drei Sekunden dauernden und 85 km/h schnellen Sprünge hat, bietet sie auch einen kleinen Bonus für die abenteuerlustigen Athlet:innen.
Jonathan Paredes genießt das kristallklare Wasser der Adriaküste
"Es ist ein Ort, an dem du deinen High Dive machen und direkt wieder auf die Plattform klettern kannst, was sehr selten vorkommt - das passiert so gut wie nie", erklärt der 10-fache World Series Champion und Cliff Diving-Legende Gary Hunt. "Ich liebe es, dort an den Felsen zu klettern. Polignano verbindet meine Liebe zu zwei Sportarten - Klettern und Cliff Diving."
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Energie, die du im ganzen Körper spürst
Mit seiner dramatischen Küstenlandschaft ist es vielleicht keine Überraschung, dass in Polignano a Mare die Liebe zum Klippenspringen tief verwurzelt ist. Die Einheimischen wachsen damit auf, von denselben Klippen in der Bucht zu springen - wenn auch normalerweise aus weniger schwindelerregenden Höhen.
Die World Series ist zu einer neuen Tradition in der alten Stadt geworden
Der Sport ist mittlerweile so sehr mit dem täglichen Leben verwoben, dass die ganze Stadt aufwacht, wenn die Red Bull Cliff Diving World Series vor Anker geht, und diese einzigartige Energie freisetzt.
... es gibt so tolles Essen und diese großartige Atmosphäre - auch deshalb kommen wir immer wieder nach Polignano zurück
"Abgesehen vom sportlichen Aspekt wird am Wochenende in der ganzen Stadt gefeiert und es gibt viele zusätzliche Events rund um den Wettbewerb. Es ist immer schön, herumzulaufen und alles zu genießen, was sonst noch los ist", sagt der legendäre Athlet und Sportdirektor Orlando Duque. "Polignano ist ein Ort, an dem die Leute die Cliff Diver mit Namen kennen, sie kennen die Rangliste, sie haben uns und die World Series über die Jahre hinweg verfolgt. Es ist schön, diese Verbindung zu haben. Natürlich gibt es in Italien auch tolles Essen und diese großartige Atmosphäre - auch deshalb kommen wir immer wieder nach Polignano zurück."
"Ich liebe es, wenn ich vom Wettkampf zurück zum Hotel in Polignano gehe", fügt Hunt hinzu. "Ich habe immer Muskelkater im Gesicht, weil ich so viel gelächelt habe, sei es, weil ich Selfies mit den Leuten gemacht habe oder weil ich mich über die vielen Glückwünsche gefreut habe. Es ist definitiv ein anderes Level an diesem Ort", erklärt er.
Seitdem Red Bull Cliff Diving im Jahr 2009 stattfand, ist das ganze Spektakel nicht nur ein Teil der Identität der Stadt, sondern auch ein Teil der Geschichte der World Series geworden. Im Laufe der Jahre haben Polignano a Mare und die World Series ihr gegenseitiges Vermächtnis auf der Weltbühne geprägt. Wie der rumänische Athlet Cǎtǎlin Preda es ausdrückte:
Der ganze Ort und die Veranstaltung selbst fühlen sich wie eine eigene Tradition an, die mit dem Sport einhergeht.
"Es ist einfach jedes Mal etwas Besonderes, wenn wir zu Besuch sind, vor allem bei der Red Bull Cliff Diving World Series", betont die Australierin Iffland. "Die Atmosphäre und die Energie der Fans ist etwas, das dich wirklich erfüllt und dich den Sport als das genießen lässt, was er ist, und nicht nur den Wettbewerb."
Diese Energie war noch nie so spürbar wie 2017, als der italienische Wildcard-Sieger Alessandro De Rose einen märchenhaften Sieg auf heimischem Boden errang. Es war das erste Mal, dass ein männlicher Wildcard-Teilnehmer ein World Series-Event gewann, und das vor einer der leidenschaftlichsten Zuschauermassen der Tour. Für einen Athleten, der aus dem Gastgeberland kam und an einem Ort gewann, der so eng mit dem Sport verbunden ist, schloss sich ein Kreis.
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Alessandro De Rose's Siegersprung – Polignano a Mare
Erlebe den Siegersprung von Alessandro De Rose in der Männerkonkurrenz in Polignano a Mare, Italien, an.
Da das Erbe der World Series nun so fest mit den Klippen und der örtlichen Gemeinde verbunden ist, fühlen sich viele Athlet:innen, ehemalige und aktuelle, eng mit der süditalienischen Stadt verbunden.
Zurückzukommen fühlt sich immer an wie nach Hause zu kommen.
"Polignano ist einer der Orte, an dem die Öffentlichkeit am meisten mit den Athleten verbunden ist", erinnert sich Gary Hunt aus Frankreich. "Vielleicht liegt es daran, dass wir ständig über den Strand und durch die Stadt laufen", überlegt er und erinnert sich an den ungewöhnlich langen Weg zur Plattform.
Alle drei spektakulären Plätze des apulischen Stopps werden großzügig von Einheimischen zur Verfügung gestellt, die ihre Häuser für die Athlet:innen öffnen, damit sie von ihren privaten Balkonen oder Terrassen aus starten können, direkt neben den jubelnden Fans.
Um Zugang zu den Häusern zu bekommen, müssen alle Cliff Diver von einer Begleitperson begleitet werden, die sich durch die Straßen der Altstadt schlängelt, vorbei an Einkäufern, Essensgästen und Café-Besucher:innen, wobei die Athlet:innen nichts weiter tragen als ihre Wettkampf-Badekleidung und ein Paar Slipper an den Füßen.
Andrea Barnaba und Carlos Gimeno auf dem Spaziergang durch die Altstadt
Der Spaziergang, die Balkonsprünge, die Nähe - all das ist eine Tradition, die es nur in Polignano gibt, wo die Grenze zwischen Athlet:innen und Fans für kurze Zeit verschwindet. "Aber es scheint, dass die Leute, die hierher kommen, den Sport wirklich lieben, und viele kommen extra nach Polignano, um Cliff Diving zu erleben", fügt Hunt hinzu. "Es ist wirklich zu einem Symbol für diesen Ort geworden."
Es ist cool, diese Verbindung mit der Stadt zu haben.
Die Intensität der Wettkämpfe kann sehr anstrengend sein, aber in Polignano a Mare leben viele Cliff Diver nach dem Wettkampf die tief verwurzelte süditalienische Sitte des "la vita lenta" - eine Lebensweise, die einfache Freuden, gemütliche Momente und gutes Essen in noch besserer Gesellschaft schätzt.
Gary Hunt ist ein Naturtalent, wenn es um "la vita lenta" geht
Es überrascht nicht, dass die lokale Küche von Polignano unter den zurückkehrenden Athlet:innen Kultstatus hat.. aus gutem Grund. Sie ist nicht nur ein Vorteil, sondern ein Teil des Erlebnisses, das diesen Stopp mehr wie eine Heimkehr als einen Wettkampf erscheinen lässt.
"Es wird mein zehntes Jahr in Polignano a Mare sein und ich freue mich wirklich sehr darauf, wieder dabei zu sein", erklärt Iffland. "Nicht nur wegen des Wettbewerbs, sondern auch, weil ich das Gefühl habe, an einem vertrauten Ort in Italien zu sein, wo das Essen fantastisch ist und die Leute fantastisch sind. Das bringt immer so eine positive Energie mit sich, dass man einfach die beste Zeit hat."
Niemand hat in Polignano öfter gewonnen als Rhiannan Iffland
Für Iffland hat sich la vita lenta eindeutig zu ihren Gunsten ausgewirkt: 2025 wird ihr zehnter Auftritt in Polignano a Mare sein, wo sie bisher acht Siege und einen zweiten Platz bei der italienischen Station der Tour errungen hat.
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Egal wie das Wetter ist
Während die apulische Stadt selbst einen entspannten Charme versprüht, ist das Wetter nicht immer so freundlich. Die Bedingungen hier sind Teil der Herausforderung und des Nervenkitzels. In einem Moment ist die Adria ruhig, im nächsten bilden sich wilde Schaumkronen, Windböen peitschen unvorhersehbar zwischen den Klippen und das Sonnenlicht flackert über das Wasser.
Für die Profis, die auf einer Plattform in bis zu 27 m Höhe warten, bedeutet dies ein zusätzliches Risiko und Adrenalin, das den Fokus schärfen oder den Ausgang eines Wettkampfs völlig verändern kann.
"Es ist nie einfach... Wind und Wellen haben zu interessanten Wettkämpfen geführt, und genau das liebe ich", erklärt Hunt. "Manche Leute ziehen es vor, immer unter perfekten Bedingungen zu springen, aber ich gehöre definitiv zu den Athleten, die das Abenteuer lieben - Dinge, mit denen man umgehen und an die man sich anpassen muss. Man weiß nie, ob nicht ein Sturm aufzieht, der uns überraschen könnte", sagt er und genießt die Aussicht.
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Polignano, der Geschichtenerzähler
Mit seiner einzigartigen Mischung aus festlicher Energie, einzigartigen Sprungplätzen und unvorhersehbaren Elementen, bei denen manche Stopps die Athlet:innen an ihre Grenzen bringen, hat Polignano a Mare die Angewohnheit, sie zu definieren. Im Laufe der Jahre hat sich der apulische Hotspot des Klippenspringens in aller Stille zu einer Bühne entwickelt, auf der große Momente wie Durchbrüche, Premieren und Comebacks stattfinden.
Wo Orlando Duque sein Vermächtnis in Polignano a Mare begann...
In der allerersten Saison der World Series im Jahr 2009 war es Orlando Duque - legendärer Wettkämpfer und heutiger Sportdirektor von Red Bull Cliff Diving - der mit der ersten perfekten 10 in der Geschichte der World Series einen großen Meilenstein feierte.
Acht Jahre später holte Rhiannan Iffland ihren ersten Sieg in Italien... und hat seitdem nicht mehr aufgehört.
Im Jahr 2018 wurde der 16-jährige Aidan Heslop zum bis dahin jüngsten Athleten, der jemals an den World Series teilnahm, als er mit furchtloser Präzision aus 27 Metern in die Adria sprang. Nur ein Jahr später erreichte die Kolumbianerin Maria Paula Quintero, damals gerade 18 Jahre alt, hier ihren ersten Podestplatz bei den World Series, was immer noch eine Karrierebestleistung ist.
Im Jahr 2024 feierte der Rumäne Constantin Popovici in Polignano ein unerwartetes Comeback. Er kehrte nur drei Wochen nach einer schweren Knieverletzung zurück und holte sich mit einer der mutigsten Performances der Saison und seiner bisherigen Karriere einen fulminanten Sieg.
"Interessanterweise erzielen italienische Springer in Polignano immer sehr gute Ergebnisse - wie Alessandro De Rose und Andrea Barnaba", sagt Orlando Duque. "Wir werden also sehen, wie es dieses Jahr aussehen wird, vor allem weil unser aktueller World Series Champion Aidan Heslop wegen einer Verletzung ausfällt. Alles ist offen!"
Keine schlechte Aussicht: Andrea Barnaba springt von einem privaten Balkon
Und da GOAT Gary Hunt als Wildcard nach Polignano a Mare kommt - frisch nach seinem bemerkenswerten Comeback-Sieg beim Saisonauftakt in El Nido, seinem ersten Sieg seit dem Saisonfinale 2022 - besteht die Chance, dass 2025 ein weiteres Kapitel in der Geschichte des Cliff Divings geschrieben wird. Aber Hunt scheint sich weniger auf seinen persönlichen Erfolg zu konzentrieren als auf das, was der Wettkampf bringen könnte.
Ich hoffe auf ein paar Überraschungen und neue Leute auf dem Podium.
Was auch immer die Magie dieses Ortes für Fans und Athlet:innen sein mag, eines ist sicher: In der Welt des Extremsports gibt es nirgendwo auf der Welt einen Ort wie Polignano. Vor dem nächsten Red Bull Cliff Diving Polignano a Mare am 28. und 29. Juni hat die Titelverteidigerin der World Series, Rhiannan Iffland, das letzte Wort:
"Was mir am meisten an Polignano in Erinnerung bleibt, sind die unglaublichen Fans, die Jahr für Jahr hierher kommen. Und natürlich die Sonnenuntergänge, das Gelato und der Charme der Altstadt, wenn wir nur mit einem Badeanzug bekleidet durch die Straßen laufen, bereit für den nächsten Sprung! Was gibt es da nicht zu lieben!"