Der Screenshot zeigt eine Waffe aus dem Spiel Prey
© Arkane Studios/Bethesda Softworks
Games

Von Gejagten und Jägern in Prey

Im Gespräch mit dem Lead Designer der Arkane Studios über den neuen Sci-Fi Höllenritt.
Von: Jon Partridge & Alexander Amon
5 min readPublished on
Das neue Prey-Game von Bethesda Softworks und den Arkane Studios hat mit dem 2006er Release nur noch eine Gemeinsamkeit – man kämpft gegen Aliens. Dieses Mal erwartet und jedoch ein weit angsteinflößenderes Spiel als damals!
Passend zum Launch des Spiels haben wir mit dem Lead Designer Ricardo Bare sprechen dürfen und ihn gefragt, was der Name Prey für das Spiel bedeutet und worauf es bei einem Verlies im All eigentlich ankommt.
Wir finden uns in den Raumstiefeln von Morgan Yu wieder (ob männlich oder weiblich entscheidet ihr). Mitten im All auf der Raumstation Talos-1 kommen wir zu uns und, so erzählt uns Ricardo Bare: „Die Station ist Ausgangspunkt für ein Experiment, das die Menschheit für immer verändern soll. Dinge laufen schief und plötzlich sehen wir uns einer Alienhorde gegenüber, die die Station überrannt haben.“

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The Glacier Edition Background
„Die Aliens nennen sich Typhon und jagen dich ab der ersten Minute. Du selbst wachst ohne Erinnerungen auf und weißt nicht, wie du auf die Station gekommen bist. Deshalb ist euer erstes Ziel herauszufinden, was ihr eigentlich hier macht – und parallel dazu müsst ihr natürlich überleben. Ihr müsst euren Verstand nutzen, Waffen und wirklich coole Fähigkeiten, die ihr im Laufe des Spiels erlernt.“
Das Spiel fühlt sich ähnlich an wie Dishonored, ebenfalls ein Titel der Arkane Studios, bzw. wie das mittlerweile schon sehr alte System Shock. „Nachdem wir an Dishonored gearbeitet hatten, wollten wir neben der Fortsetzung noch etwas neues probieren, am besten in einer Sci-Fi-Welt. Wir sind alle große Fans von Spielen wie System Shock oder Deus Ex und so haben wir mit der Entwicklung einer Idee begonnen. Das erste Konzept hatte schon die Raumstation, diesen einsamen Überlebenskünstler und ein offenes Ende enthalten.
Eines der Aliens in Prey

Die Typhon sehen beeindruckend aus

© Arkane Studios/Bethesda Softworks

Bare erklärt uns weiter: „Bethesda kam mit der Idee auf uns zu den Namen Prey zu nutzen, den beide Seiten sehr cool fanden und noch immer finden. Es ist wirklich schwierig mittlerweile einen guten und eingängigen Namen für ein Videospiel zu finden. Die meisten sind schon geschützt und deshalb waren wir froh über diese Möglichkeit.“
Der größte Unterschied zu Dishonored ist mit Sicherheit der verstärkte Einsatz von klassischen Rollenspiel-Elementen. Neben dem rasterförmigen Inventory findet sich auch ein Talentbaum im Spiel, der etliche Spezialisierungen zulässt. „Welchen Charakter ihr spielen wollt bleibt euch überlassen. Lieber einen Soldaten, einen Hacker oder doch eine Figur, die lieber im Schatten verweilt? Es bleibt völlig euch überlassen. Hauptsache ihr überlebt diese fiesen Aliens.“
Ein Highlight des Spiels sind sicher die übernatürlichen Fähigkeiten, die man neben klassischen Waffen auch einsetzen kann. Offenbar aufgrund von Experimenten kann unser Charakter wahlweise weiter springen oder auch Alienfähigkeiten wie etwa Telekinese erlernen. „Das klingt alles ein wenig nach BioShock, aber ihr könnt Fähigkeiten auch kombinieren und so bin ich schon sehr gespannt, welche verrückten Videos auf YouTube auftauchen werden,“ so Bare.
Prey ist kein Mission-basiertes Spiel. Ihr könnt euch frei in der Station bewegen, egal was die Story von euch verlangt. Ihr könnt auch außerhalb der Station bewegen und so neue Wege finden. „Stellt euch einfach einen klassischen Fantasy-Dungeon vor und versetzt diesen ins Weltall. Das ist die Welt von Prey.“ Das ist wohl auch der größte Unterschied zu Dishonored, welches uns eine Welt mit verschiedensten Orten bietet, die alle erforscht werden können. Prey bietet nur einen, diesen dafür unglaublich detailliert, sodass er sich schon wie eine eigene Welt anfühlt.
“Wir behandeln die Welt wie einen Charakter!"
Bare
Als eine große Stärke bezeichnet Bare auch die künstliche Intelligenz der Aliens. „Sie verhalten sich nicht nach vorgegebenen Mustern, sondern weisen unterschiedliche Verhalten und Vorgehensweisen auf. Je nach Einsatz von Waffen und Fähigkeiten, werden sich die Auseinandersetzungen für viele Spieler anders anfüllen. Es gibt kein richtig oder falsch. Wenn ihr euch mit Freunden über das Spiel unterhaltet, wird jeder seine Geschichte mit Prey erzählen können und so wird sich jede Erfahrung sehr einzigartig anfühlen.“
Die Raumstation Talos 1 in Prey

Die Raumstation Talos-1 ist riesig

© Arkane Studios/Bethesda Softworks

Viele Spiele setzen heute auf Multiplayer-Modi oder sehr vorgegebene Events im Story-Modus, aber die Arkane Studios wollen eine möglichst dichte Solo-Erfahrung schaffen, die man auch gerne ein zweites Mal durchspielt, weil sie von so vielen verschiedenen Faktoren abhängt. „Du kannst unmöglich beim ersten Mal durchspielen alle Entscheidungen treffen, die unsere Story beinhaltet. Wenn ihr euch anders entscheidet, dann wird das Spiel anders verlaufen. Das macht für uns eine gute Single-Player-Erfahrung aus.“
Prey bietet zwei Hauptwege das Spiel zu beenden – aber es geht laut Bare nicht darum wie man das Spiel beendet, sondern wie man dort hingelangt. „Wir wollen nicht zu viel spoilern, aber am Weg trifft man immer wieder ein paar Überlebende und je nachdem wie man mit diesen umgeht, verändert sich der eigene Weg. Mal etwas weniger, mal etwas mehr.
Auf das Alien-Design ist Bare besonders stolz: „Wir wollten nicht die typsichen Sci-Fi-Aliens einbauen – menschen- oder insektenartige Kreaturen, die mit Laserwaffen auf euch schießen. Es soll mehr um mysteriöse und übernatürliche Wesen gehen, vor denen man wirklich Angst haben soll. Ihr könnt nicht immer darauf vertrauen was ihr gerade seht – das macht die Interaktion mit den Wesen so spannend.“
Die Phantome in Prey

Die Phantome sind gruselig

© Arkane Studios/Bethesda Softworks

Abschließend erwähnt der Lead Designer noch die Story – eine alternative Geschichtsschreibung, die etwa JFK überleben sieht. Es lohnt sich, die vielen kleinen Details auf der Station zu erforschen, um mehr über diese Welt zu erfahren, die unserer ähnelt, aber keineswegs identisch ist – mal ganz abgesehen davon, dass wir uns in der Zukunft befinden.
Nach drei Jahren Entwicklung ist Bare jetzt froh, dass das Spiel endlich veröffentlicht wird. „Ich freue mich schon sehr auf das Feedback der Spieler und die Wege, die sie im Spiel einschlagen werden. Wir erwarten sogar, dass uns so manche Prey-Spieler mit seinen Entscheidungen überraschen wird und darauf sind das Team und ich schon sehr gespannt!“
Prey erscheint am 5. Mai für Xbox One, PS4 und PC.