WRC
8 Insider-Tipps von Kalle Rovanperä: So wirst du zum WRC-Fahrer
In der World Rallye Championship treten die vielseitigsten Fahrer der Welt in Sprints und Trials auf den verschiedensten Terrains gegeneinander an. Rovanperä klärt die Frage, wie man zum Pro wird.
Spricht man von der World Rallye Championship, dann kommt man an dem Namen Sébastien Ogier nicht vorbei; er ist DIE Legende des Sports. "Ich liebe die Rallye aufgrund ihrer Abwechslung", meint der achtmalige Weltmeister. "Wir fahren in der ganzen Welt, auf den unterschiedlichsten Terrains -- auf Kies, Asphalt, Schnee...Wir müssen uns immer anpassen und uns den unterschiedlichsten Situationen stellen."
"Du brauchst eine gut ausgeprägte Anpassungsfähigkeit, weil wir immer wieder mit dem Unbekannten konfrontiert sind. Wir können uns nie ganz sicher sein, was in der nächsten Kurve passieren wird."
Was also macht einen großen Rallye-Fahrer aus und wie erreicht man dieses Level? Wir haben bei Kalle Rovanperä, dem momentanen und jüngsten Weltmeister aller Zeiten, nachgefragt, wie man zum professionellen WRC-Piloten wird.
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Was macht einen großen Rallye-Fahrer aus?
"Es gibt viele Aspekte, die du mitbringen musst, in erster Linie brauchst du aber das Talent, das Auto schnell fahren zu können -- das ist der Kern des Ganzen", meint Rovanperä.
Tipp 1
"Daneben musst du eine ausgeprägte mentale Stärke mitbringen", erklärt Rovanperä weiter. "Du brauchst den Willen zu gewinnen und niemals aufzugeben. Jeder Champion ist von dieser verrückten Lust getrieben, alle anderen zu schlagen."
"Daneben musst du im Kopf ruhig bleiben, um all die Situationen und den Druck, der auf dir liegt, händeln zu können, um letztlich keine Fehler zu machen. Ich würde sagen, dass meine wichtigsten Eigenschaften die Fähigkeiten im Auto kombiniert mit der Ruhe meiner Persönlichkeit sind."
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Es ist nie zu früh, um damit anzufangen
Rallye-Fahrer rasen über Asphalt, Kies und Schnee, am Tag und bei Nacht, bei Temperaturen zwischen 42°C und -25°C, bei einer Geschwindigkeit von 180 km/h. Es braucht Jahre, um jene Kontrolle zu entwickeln, die du brauchst, um bei diesen sich permanent verändernden Bedingungen der WRC schnell zu fahren.
Ein Teil der Gründe, warum Rovanperäs Rekord so beeindruckend ist, liegt darin, dass er mit seinen 22 Jahren der jüngste Weltmeister aller Zeiten ist. Er hat sich diesen von der Legende Colin McRae geschnappt, mit ganzen fünf Jahren Vorsprung. Im Alter von drei Jahren fuhr Rovanperä bereits Buggies und Mini-Motorräder. Mit sechs Jahren hat er generell damit begonnen, das Fahren zu lernen, und mit acht Jahren fuhr er in den Wäldern von Finnland bereits seine ersten Autorennen, bei denen die Fahrzeuge entsprechend adaptiert wurden, um die Pedale erreichen zu können.
Tipp 2
"Ich bin eine Menge verschiedener Autos bei den verschiedensten Bedingungen gefahren. Ein richtiges Coaching hatte ich nie, also war ich die meiste Zeit hinter dem Lenkrad und fand die wichtigsten Aspekte selbst heraus."
Mit 12 Jahren trat er dann gegen erfahrene Piloten in der lettischen Rallye-Meisterschaft an.
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Jung anzufangen ist gut, aber das Alter ist keine Hürde
Rallye-Piloten sind wie ein Qualitätswein. Sie müssen etwas reifen, um ihr Bestes abrufen zu können, und wir haben es hier mit einem Sport zu tun, in dem du noch lange performen kannst, nachdem F1-Piloten und MotoGP-Rider bereits ihre Rennhandschuhe schon lange an den Nagel gehängt haben.
Der WRC Masters Cup ist Teil des WRC-Kalenders und ist für Fahrer gedacht, die über 50 Jahre alt sind. Manche der absoluten Größen waren, relativ gesehen, wirkliche Späteinsteiger wie etwa Sébastien Loeb, der Gymnast war, bevor er sich hinter das Lenkrad setzte. Carlos Sainz versuchte sich bei Real Madrid als Fußballer und wurde spanischer Squash-Champion, bevor er den Dirt unter den Reifen präferierte, und Sébastien Ogier war Ski-Lehrer. Ogier war 22 -- im selben Alter also wie der neue Weltmeister -- bevor er damit begonnen hat, professionell Rallye zu fahren.
"Mein Kindheitstraum bestand ganz klar darin, Rennfahrer zu werden, aber all das schien damals noch ein unerreichbarer Traum zu sein, da ich aus einem sehr bescheidenen Umfeld stamme", erzählte Ogier der CNN. "Meine Eltern gaben ihr Bestes, aber es war natürlich unmöglich in den Motorsport einzusteigen, da es einfach zu teuer war."
Letztendlich schaffte es die Familie jedoch, Ogier ein Cross-Kart zu besorgen. Mit einem Gewicht von nur 312 Kilogramm, angetrieben von einer 750cc-Engine, sind diese ATV-Buggies schnell und bringen eine starke Suspension mit -- ideal, um Rallye-Skills auf verschiedensten Terrains zu entwickeln.
Rallye-Sieger Mikko Hirvonen hält den momentanen Indoor-Geschwindigkeitsrekord auf einem Cross-Kart: 140 km/h. Er und der Belgier Thierry Neuville sind in ihrem jeweiligen Heimatland auch Cross-Kart-Verkäufer.
Tipp 3
"Du musst mit einer Leidenschaft einsteigen, um langfristig Rallye fahren zu können", streicht Rovanperä heraus. "Du musst so viel hinter dem Steuer sitzen wie nur möglich und du musst Spaß dabei empfinden, da du nur so dazulernen kannst."
"Es ist wichtig, das zu genießen, was du tust. Wenn du in einem Sport anfängst, dann ist es zunächst ein Hobby, dem du leidenschaftlich nachgehst, aber du musst wirklich hart arbeiten, um das höchste Level zu erreichen. Es fühlt sich an wie ein Job und du musst damit auch wie mit einem Job umgehen, wenn du gute Ergebnisse holen willst. Daneben ist es aber zentral, es so intensiv wie möglich zu genießen."
Kalle Rovanperä fährt durch Hitze und Staub bei der Rallye in Mexiko.
© Jaanus Ree/Red Bull Content Pool
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Ohne Führerschein geht's nicht
In der Formel 1 benötigen die Piloten eine Superlizenz, bevor sie überhaupt Rennen bestreiten können, jedoch kann jeder mit entsprechender Fahrerlaubnis an der WRC teilnehmen -- sofern sie die Skills mitbringen, die von der FIA bestätigt werden müssen. Doch auch wenn das Rallying zugänglicher ist, sind es die Etappen nicht: Um von Etappe zu Etappe zu gelangen, bist du auf öffentlichen Straßen unterwegs.
Rovanperä hat in Lettland mit dem Rennfahren begonnen, nicht in seinem Heimatland Finnland. Das hatte damit zu tun, dass es sich dort um eine der wenigen europäischen Championships handelt, wo du ohne entsprechender Fahrgenehmigung antreten kannst. Dennoch mussten er und sein Team innerhalb der gegebenen Regeln agieren, also übernahm Rovanperäs Co-Pilot Risto Pietläinen das Lenkrad zwischen den Etappen.
Tipp 4
2 Min
Kalle Rovanperä bei der Führerscheinprüfung
Watch how the 17-year-old rally driver gets his driving license.
Viele Fahrer, darunter auch Ogier, arbeiteten unter der Woche als Mechaniker, um ihr Rallye-Hobby leben zu können und über das Reparieren von Fahrzeugen Bescheid zu wissen. Wenn das Auto einen Reifen an einem Felsen zerlegt, oder die Federung auf einem Sprung bricht, müssen Pilot und Co-Pilot dazu in der Lage sein, den Schaden auszumerzen, um zurück in den Service-Park zu kommen. Also braucht jeder auch ein entsprechendes Know-How. Ein Reifenwechsel sollte nicht mehr als zwei Minuten dauern.
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Lerne von den Besten
Rovanperä wuchs im perfekten Umfeld für einen aufstrebenden jungen Rallye-Fahrer auf. Sein Vater Harri nahm an der WRC teil und fuhr gegen Größen wie Carlos Sainz, McRae und Marcus Grönholm. Damit war es nur naheliegend, dass auch der junge Rovanperä seine Liebe zu diesem Sport entwickeln konnte, während Harri als dessen Mentor, Lehrer und Chef-Mechaniker fungierte.
"Er war auch mein erster Lehrer", erinnert sich Rovanperä. "Er brachte mir bei, dass das Auto ein Lenkrad, ein Gaspedal und eine Kupplung hat...und dann sagte er mir, ich solle es einfach versuchen."
Pietiläinen war Harris Co-Pilot im Rennen, was wiederum bedeutete, dass Kalle im Laufe seiner Lehrjahre auf jede Menge Erfahrung zurückgreifen konnte. Dennoch musste er nach wie vor Zeit investieren, um seine Skills zu entwickeln.
Tipp 5
"Wenn dir jemand seinen Ratschlag anbietet, dann höre hin. Aber wenn das, was sie sagen, nicht zu dir passt, dann ist es auch okay, deinen Instinkten zu folgen."
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Werde Teil von Racing-Clubs und fahre Wettbewerbe
Im Alter von 15 Jahren fuhr Rovanperä seinen Citroën C2 R2 Max in der R2-Meisterschaft in Lettland. Im Folgejahr stieg er in die R5-Meisterschaft auf, um dort einen kraftvolleren Škoda Fabia R5 zu fahren. Er wurde der jüngste nationale Rallye-Champion, den es jemals gegeben hat. Sein Rekord war so außergewöhnlich, dass er eine Sondererlaubnis bekam, um auch in der italienischen und der finnischen Rallye-Meisterschaft anzutreten. In Finnland gewann er zwei Rallyes.
2017 holte er sich den Titel und er schaffte seine Führerscheinprüfung im Oktober desselben Jahren. Innerhalb von Wochen kam es zu seinem Debüt in der WRC2 mit einem M-Sport bei der Rallye in Großbritannien. In der darauffolgenden Runde, die finale Rallye der Saison in Australien, wurde Rovanperä zum jüngsten Fahrer, der jemals eine Runde in der WRC2 gewinnen konnte, gekürt.
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Trainiere in den verschiedensten Renndisziplinen
Beim Rallye-Fahren geht es ganz und gar darum, das Auto schnell und präzise über eine breite Variation von Terrains zu manövrieren. Diese Fahr-Skills baust du dir am besten über eine breite Varietät verschiedenster Disziplinen auf. In Skandinavien findet sich eine umfangreiche Auto-Kultur, ganz besonders in Finnland. Ein Schneemobil zu fahren, ist eine tolle Gelegenheit, um sich den langen Winter zu vertreiben und das schlammige Terrain im Frühling eignet sich hervorragend für Buggies und MX-Bikes. Die rutschigen Kies-Straßen sind ideal, um sich an die verschiedensten Grip-Levels zu gewönnen. "Folk"-Rennen -- oder "Jokkis" -- liefern dir spaßiges Off-Road-Racing zum Mikro-Budget. Und an Samstagabenden cruisen viele junge Finnen in die Stadt, um ihre Maschinen herzuzeigen.
Kalle Rovanperä performt in der Formula Drift in Ebisu, Japan
© Kunihisa Kobayashi/Red Bull Content Pool
Tipp 6
"Es ist die Art und Weise, wie wir die Autos fahren: zur Seite gekehrt und wirklich schnell. Ein Auto auf diese Weise zu fahren, macht am meisten Spaß", meint Rovanperä. "Es ist sogar noch unterhaltsamer als das Rallye-Fahren selbst. Ich genieße jede Art des Driftens, ob das nun im Wettbewerb ist oder nicht."
Im letzten Jahr versuchte er sich im kompetitiven Drift-Racing bei der Drift Masters European Championship im Mondello Park in Dublin. In diesem Jahr feierte er sein Debüt in der Formula Drift in Japan und er wird an vier weiteren Runden der DMEC teilnehmen.
"Der Spirit und die Atmosphäre sind sehr offen und es gibt diese freundliche Stimmung zwischen den Fahrern und den Teams", legt Rovanperä seine Eindrücke dar. "Die meisten Menschen sind glücklich darüber, sich gegenseitig helfen zu können, wenn es notwendig ist, womit das nicht ganz mit der WRC vergleichbar ist. Dort ist der Konkurrenzkampf sehr viel spürbarer, aber wenn im Drift-Sport ein Auto eingeht, dann kann es schon passieren, dass dir einer deiner Konkurrenten einige Komponenten zur Verfügung stellt, wenn du sie benötigst. Das ist einfach nur eine einzige große Familie."
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Beeindrucke im Service-Park mit deinen Skills und baue Beziehungen auf
Im Jahr 2009 ging ein YouTube-Clip viral, in dem der achtjährige Kalle Rovanperä zu sehen ist, während er seine Rallye-Runden im finnischen Schnee dreht. Das sorgte auch in den Medienzentren und Garagen der WRC für Aufmerksamkeit, womit die Teambosse und Sponsoren ein Auge auf ihn warfen.
Lange dauerte es nicht: Rovanperäs Vater rief seinen Fahrer-Manager Timo Jouhki an, der bereits die Karrieren der viermaligen Champions Tomi Mäkinen und Juha Kankkunen geleitet hatte. Timo nahm Rovanperä im Alter von 16 Jahren unter seine Fittiche und brachte die Connection und das Know-How mit, um seine Karriere auf den nächsten Level zu bringen. Daneben war es Jouhki, der die Verbindung zwischen Rovanperä und Toyota Gazoo Racing herstellte; jenes Team, das diesen in die WRC brachte.
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Trainiere auf verschiedenen Terrains und unter verschiedenen Bedingungen
Sich mit den Besten zu umgeben, hilft dabei, dein Game auf der Strecke auf den nächsten Level zu bringen und Connections aufzubauen, damit du die Karriereleiter emporsteigen kannst. Wenn du nicht gerade im Zentrum Finnlands lebst, dann mach dir keine Sorgen: Rallye-Racing ist ein globaler Sport. Zu den kompetitivsten Championships gehört die BRC in Großbritannien, die die Fahrer durch England, Schottland, Wales, Nordirland und Belgien bringt, während die Fahrer Kies:Asphalt-Etappen in einem Verhältnis von 1:2 absolvieren. Außerhalb Europas bietet Neuseeland einige gute Straßen, weshalb dort auch einige spannende WRC-Stars heimisch sind, darunter Possum Bourne und Hayden Paddon.
Auch in Frankreich ist der Motorsport eine große Sache und die französischen Fahrer Loeb und Ogier dominierten zwei volle Dekaden der WRC. Ogier lernte sein Handwerk in Gap in der Nähe des Starts der Rallye Monte Carlo. Er war freiwilliger Fire-Marshal beim Formel 1 Grand Prix in Monaco, was ihm dabei half, Connections aufzubauen. Sein großer Durchbruch kam dann im Jahr 2005, als er die Rallye Jeunes gewann, einen Contest, der von der French Motorsport Federation (FFSA) ausgetragen wird. Das verschaffte ihm die Möglichkeit, Rennen zu bestreiten und er belohnte dieses Vertrauen mit einem Sieg des Peugeot 206 Cups im Jahr 2007 neben seinem Co-Piloten Julien Ingrassia. Von dort weg gelang ihm dann der Schritt in die WRC Junior-Serie mit Citroën.
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Es geht um mehr, als nur das Auto zu kontrollieren
Eine solide Partnerschaft mit deinem Co-Piloten aufzubauen, ist essenziell, wenn du in der WRC erfolgreich sein willst. Der Untergrund, auf dem du deine Rennen bestreitest, verändert sich ständig und ein fähiger Rallye-Pilot passt seine Herangehensweise an die Bedingungen an. Während der Recce-Phase kannst du dich mit der Etappe anfreunden, während du und dein Co-Pilot Pace-Notes anfertigen, jede Kurve festhalten und die Route verinnerlichen. Eine gute Kommunikation ist dabei zentral: Der Pilot muss den Co-Piloten dabei unterstützen, seine Notizen anzufertigen und er muss diesem in der Hitze des Gefechts vertrauen können.
Als der Formel 1-Sieger Robert Kubica damit begann, Rallyes zu fahren, beschwerte er sich darüber, wie schwer es ist, sich die Etappen einzuprägen. "In Rundenrennen kannst du, wenn du einen Fehler machst, zurückkehren und dieselbe Strecke noch einmal fahren", meinte er. "Im Rallye-Sport siehst du das Ganze, wenn du von der Strecke abkommst, eine ganze Weile nicht. Und wenn du zurückkommst, kann es sein, dass sich die Bedingungen der Straße und die Kurven völlig verändert haben. So vieles im Rallye-Sport hängt von der Erfahrung ab."
Harri Rovanperäs Co-Pilot Hristo Pietiläinen konnte mit Kalle zum Start von dessen Karriere mithalten. Aber im Jahr 2017 wurde klar, dass er jemand Jüngeren an seiner Seite brauchte. So kam Jonne Halttunen zum Zug, der 15 Jahre älter als Kalle war, doch seit 2011 als Co-Fahrer agierte. Damit war er die perfekte Ergänzung für Kalle.
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Halte dich fit und bleibe mental vorbereitet
Mit 22 Jahren ist Rovanperä am Höhepunkt seiner körperlichen Fitness. Doch es ist wichtig, dass er auch seine Freizeit abseits der Strecke genießt. "Ich unternehme viele unterschiedliche Sportarten, um mir eine gute Gesamtfitness zu halten", erklärt er. "Ich mache Krafttraining, das mir dabei hilft, zu fahren und mich über die langen Etappen hinweg zu konzentrieren. Daneben gehe ich laufen und spiele Tennis oder Paddle, um meine Ausdauer aufzubauen."
Ein WRC-Event besteht aus sechs Tagen harter Arbeit und intensivem Fokus: angefangen bei Recces über Team-Meetings bis hin zu drei Tagen voller solidem Racing -- das ist ein Wettbewerb, der an die Substanz geht. Damit ist es umso wichtiger, zwischen den Runden relaxen zu können.
Tipp 7
"Ich verbringe Zeit mit meinen Freunden und was wir machen, hängt von meinem Kalender und davon ab, wie viel Freizeit ich habe. Manchmal gehen wir driften und nehmen sogar an einem Drift-Wettbewerb teil. Habe ich mehr Zeit, unternehmen wir einen Road-Trip und gehen Ski fahren.
"Ich habe das Glück, einige gute Freunde um mich zu haben. Dafür bin ich sehr dankbar, weil sie mich unterstützen. Wir sind seit Jahren befreundet und auch wenn ich mittlerweile nicht mehr in Finnland lebe, besuchen sie mich oder kommen zu Events, um mich zu sehen. Also treffe ich sie oft und wir verbringen viel Zeit zusammen."
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Passe dich zuerst an und lerne dann zu gewinnen
Auch die Anpassungsfähigkeit eines Rallye-Piloten ist wichtig, da die Rallye-Autos nicht selten dazu verwendet werden, um neue Antriebsmöglichkeiten und Technologien zu testen, womit sich die Autos maßgeblich verändern. Moderne WRC Rally1-Autos sind 500bhp-Hybrid-Maschinen, die durch Batterie und zu hundert Prozent erneuerbarem Treibstoff angetrieben werden.
"Wir haben mittlerweile etwas mehr Power, aber die Autos sind etwas schwerer", analysiert Rovanperä. "Das fühlst du unmittelbar. Das bedeutet, dass du das Auto selbst stärker beanspruchen musst: Du musst mit deinen Lenkeinschlägen aggressiver umgehen, da du eben mehr Gewicht mitschleppst."
"Daneben musst du den hybriden Anteil managen, wenn du bremst und Gas gibst, also sind die Unterschiede zu früher wirklich tiefgreifend."
Tipp 8
"Ich denke, die größte Challenge liegt darin zu lernen, wie man gewinnt", schließt Rovanperä. "Der erste Rallye-Sieg oder der erste Titel ist immer eine spannende Sache -- das geht an die Nerven! Je mehr du fährst und je mehr Erfahrungen du sammelst, desto einfacher wird das Ganze. Sobald du einmal weißt, wie man gewinnt, kannst du auch einschätzen, wie du deinen Job am besten machst."