Nahm eine prominente Rolle im Project L-Showcase ein: Ekko, der Zeitbrecher
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Project L: Das wissen wir über das League of Legends-Fighting Game

Assist-Angriffe, knackiges Movement und eine großartige Design-Philosophie. Die Fighting Game-Legenden Tom und Tony Canon gaben erste Einblicke in Project L.
Autor: Matthias Regge (@PrinnyTonic)
5 min readveröffentlicht am
Lange war es still um das Fighting Game aus dem Hause Riot. Nun melden sich die Entwickler mit einem Update zu Project L zurück, und geben uns einen ersten Einblick in das, was uns in Zukunft erwarten wird. Gerade für Fighting Game-Veteranen waren hier einige spannende Informationen zu holen.

Das Team hinter Project L

Riot Games haben sich für die Entwicklung von Project L ein paar Experten ins Haus geholt. Die Speerspitze des Projekts bilden Tom und Tony Canon. Die Zwillinge sind Fighting Game-Urgesteine und unter anderem Mitbegründer von Evo. Tony Canon hat zudem im Jahr 2006 begonnen Rollback Netcode zu entwickeln. Eine, dem Delay Based Netcode stark überlegene Art der Datenübertragung für das Online-Play von Fighting Games, welches aktuell in zahlreichen Spielen wie Guilty Gear Strive und dem kommenden The King of Fighters XV zum Einsatz kommt.
Tom und Tony Canon posieren vor einer Reihe von Arcade-Automaten
Ikonen der Fighting Game-Szene: Tom und Tony Canon
Bevor sich die Canons Riot Games angeschlossen haben, haben sie das Fighting Game Rising Thunder auf den Markt gebracht. Der Titel bot einige innovative Ansätze, die aber nicht bei jedem Spieler Anklang gefunden haben. Special Moves können in diversen Varianten ausgerüstet werden und haben unterschiedliche Cool Downs. Diese sind allerdings nur für den Spieler eines Charakters selbst einsehbar. Das führt dazu, dass der Titel nicht, wie für das Genre üblich, an einem Bildschirm gespielt werden kann. Es war lediglich möglich Online-Matches auszutragen, da jeder Kämpfer sein eigenes Interface benötigt. In der Spectator-Ansicht war hingegen ein reguläres HUD zu sehen, wie es in anderen Fighting Games genutzt wird.
Im August 2019 kündigte Tom Canan an, dass das Rising Thunder Team nun an einem neuen Titel arbeitet. Dies sollte sich im darauffolgenden Oktober als Project L herausstellen.
Games · 49 Min
The Art of Street Fighting

Wie spielt sich Project L?

Im aktuellen Trailer nehmen sich Tom und Tony Canon die Zeit, uns einen tieferen Einblick in die Mechaniken von Project L zu geben. Wie bereits zu erwarten handelt es sich bei dem Titel um einen klassischen 2D-Fighter. Allerdings durften wir zum ersten Mal eine entscheidende Funktion in Aktion erleben: Tags und Assists.
Da League of Legend ein Spiel ist, das stark auf Team-Synergie aufbaut, soll auch Project L dieses Gefühl vermitteln. Das bedeutet ihr wählt nicht nur einen Champion als euren Fighter, sondern ein Team. Während ein Charakter “on Point” ist, steht euch der Rest eures Teams als Assist-Angriffe zur Verfügung oder kann eingewechselt werden. Aktuell sieht es so aus, als würde Project L ein 2v2-System bieten.
Ekko greift den Gegner mit einem Hieb an, während Darius zum Sprung ansetzt
Darius nutzt Ekkos Assist-Angriff, um seine Offensive zu starten
Damit erinnert der Titel natürlich primär an die klassischen Capcom Vs-Games, wie Marvel vs. Capcom. Eines der aktuelleren Tag-Spiele ist Power Ranger: Battle for the Grid. Da das Project L-Team auch ehemalige Entwickler dieses Power Ranger-Games beinhaltet, ist die strukturelle Ähnlichkeit dazu nicht verwunderlich.
Genau wie Power Ranger: Battle for the Grid setzt auch Project L auf Special Moves, die lediglich durch einen Tastendruck, kombiniert mit einer Richtungseingabe, ausgelöst werden können. Das bedeutet, dass der Titel vermutlich nicht auf die klassischen Eingaben wie Viertel, Halbkreise und Dragon Punches setzen wird. Diese Entscheidung wurde getroffen, um Einsteigern schnelleren Zugriff auf das Move Set eines Charakters zu geben.
Darius schwingt seine Axt nach Oben
Darius Apprehend-Special lässt sich mit nur einem einzigen Button ausfürhen
Tony und Tom Canon betonen aber, dass sie Project L auf keine Fall “simpel” machen möchten. Als Veteranen der FGC wissen sie, dass ein Großteil der Faszination davon ausgeht, dass man Experten dabei zusehen kann, wie sie einen Charakter auf eine Art und Weise nutzen, auf die man selbst niemals gekommen wäre. Dies schafft Motivation und den Willen ebenfalls auf dieses Niveau kommen zu wollen. Wer mehr Zeit in das Spiel steckt, sollte auch klar dafür belohnt werden, sagen sie.
Es geht hier nicht darum, dass Anfänger die Chance haben einen Profi zu besiegen. Sondern darum, dass man auf jedem Skill-Level Spaß haben kann.
Tom Canon, Executive Producer
Es folgt eine kurze Präsentation des Champions Ekko. Und diese Gelegenheit nutzen die Canons auch direkt, um Fighting Game-Kennern ein paar tiefere Einblicke in das Movement von Project L zu geben. So demonstrieren sie unter anderem die Möglichkeit Dashes per Duck-Bewegungen abzubrechen und einen Wave-Dash zu erzeugen, wie man ihn zum Beispiel aus Ultimate Marvel vs. Capcom 3 kennt. Auch die ausführliche Demonstration von Ekko macht deutlich, wie viel Herzblut und Kreativität in die Umsetzung der bekannten Champions für Project L fließt.
Ekko dasht zwei mal in kurzen Abständen nach Hinten
Back-Dash-Cancels scheinen ein fester Teil von Project L zu sein

Welche Charaktere sind bestätigt?

In den bisherigen Trailern konnte man die folgenden Champions in Aktion erleben:
  • Ahri
  • Darius
  • Katarina
  • Ekko
  • Jinx
Aufgrund von Artworks im Studio der Entwickler, und einem Ordner mit dem Namen “Goodies”, innerhalb der aktuellen Version von Rising Thunder, kann die Annahme getroffen werden, das auch die folgenden Charaktere ihren Weg nach Project L finden werden (diese sind zum aktuellen Zeitpunkt noch unbestätigt):
  • Garen
  • Lucian
  • Vi
Fighting Game-Spieler, denen diese Namen nichts sagen, können sich beim Live-Stream von Red Bull SoloQ ein Bild von den Champions machen. Die Finals des Events finden am 4. und 5. Dezember statt.
esports · 1 Min
Red Bull Solo Q - Trailer

Diese 5 Charaktere wünschen wir uns

Heimerdingers League of Legend-Artwork
Heimerdinger könnte seine Gadgets nutzen, um das Spielfeld zu kontrollieren
Heimerdinger
Möglicher Spielstil: Traps
Ähnliche Charaktere: Kokonoe (BlazBlue), Testament (Guilty Gear)
Es gibt in zahlreichen Fighting Games Charaktere, die darauf bauen, Fallen auf der Stage zu platzieren, die den Gegner auf Distanz halten, oder die eigene Offensive stärken. Heimerdinger wäre in dieser Rolle danke seiner Geschütztürme perfekt aufgehoben.
Maokias League of Legend-Artwork
Der Baum, der DICH fällt: Maokai
Maokai
Möglicher Spielstil: Grappler/Mid-Range
Ähnliche Charaktere: Birdie (Street Fighter)
Grappler wollen normalerweise so nah wie möglich an ihrem Gegner sein. Birdie in Street Fighter V zeigt, dass man mit den entsprechenden Normal und Special Moves aber auch effektiv auf Distanz kämpfen kann. Maokai könnte hierfür seinen Sprösslinsaurf nutzen, nur um dann mit seinem Gewundenen Vormarsch auf den Gegner zu zustürmen.
Rivens League of Legends-Artwork
Mädel mit spannender Schwert-Charge-Mechanik: Riven
Riven
Möglicher Spielstil: Ladungs-Basierte Offensive
Ähnliche Charaktere: Holy Order Sol (Guilty Gear), G (Street Fighter)
Riven könnte, analog zu League of Legends Ladungen für ihr Schwert sammeln, welche ihr dann Zugriff auf verbesserte Special Moves gibt. Alternativ könnte ein größeres Schwert auch die Reichweite ihrer Normals erhöhen. So muss der Spieler eine Wahl zwischen besserem Neutral und verstärkten Specials treffen.
Oriannas League of Legend-Artwork
Die Aufziehpuppe Orianna wäre ein toller Puppet-Charakter
Orianna
Möglicher Spielstil: Puppet
Ähnliche Charaktere: Carl Clover (BlazBlue), Zato-1 (Guilty Gear)
Natürlich wäre es sehr ironisch, wenn die mechanische Aufziehpuppe Orianna zu einem Puppet-Charakter werden würde. Allerdings passt dieser Spielstil wie die Faust auf’s Auge. Spieler könnten Oriannas Ball getrennt von dem Charakter kontrollieren, um besonders belastende Mix Ups zu erzeugen.
Shyvannas League of Legend-Artwork
Shyvanna verwandelt sich im Laufe eines Matches öfter in einen Drachen
Shyvanna
Möglicher Spielstil: Install-basiert
Ähnliche Charaktere: Phoenix (Marvel vs. Capcom), Valkenhayn (BlazBlue)
Es gibt einige Charaktere in League of Legends, die ihre Form ändern. Shyvana ist eine davon. Eine Möglichkeit wäre es, dass sie jederzeit in ihre Drachenform wechseln kann, was eine Ressource verbraucht, oder das sie als ultimative Fähigkeit darauf hinarbeiten muss.