Der Audi RS Q e-tron wird bei der Dakar zu sehen sein
© Kin Marcin/Red Bull Content Pool
Rallye Raid

Rallye Dakar 2022: Alles was man wissen muss

Fast 300 Teilnehmer und 7.500 km durch die Wüste -- es ist das epischste Motorsportrennen der Welt! Die wichtigsten Insider-Infos holst du dir hier.
Autor: Josh Sampiero
5 min readveröffentlicht am
Die Rallye Dakar ist ein internationales Mega-Event, das regelmäßig außergewöhnliche und unfassbare Geschichten erzählt. Denn genau das passiert, wenn mehr als 1.000 Menschen (einschließlich Fahrer und Betreuer) antreten, um fast 7.500 km durch die saudi-arabische Wüste zurückzulegen. Jeder Einzelne von ihnen hat schon allein für die Anreise eine Menge Arbeit investiert, und wenn so viel auf dem Spiel steht, sind Drama und Action vorprogrammiert.
Sei es bei den ganz großen Namen wie Sébastian Loeb, Stéphane Peterhansel oder Carlos Sainz -- oder im restlichen Feld, wenn Dutzende von Fahrern und Piloten versuchen, die schnellste Linie durch die ewige Wüste zu finden. Wir haben die Geschichten herausgesucht, die man im Auge behalten sollte. Wenn du also mehr über die Dakar und ihre Akteure erfahren möchtest, solltest du jetzt unbedingt dranbleiben.
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Das große Battle in der Klasse T1+

In den letzten Jahren haben sich X-Raid (MINI John Cooper Works) und Overdrive + Toyota Gazoo Racing in der Königsklasse duelliert. Sie konnten gleich in zwei verschiedenen Klassen gegeneinander antreten -- 2-Rad-Antrieb (Buggys) und 4-Rad-Antrieb. In der Vergangenheit mussten die Allrad-Autos kleinere Reifen und einen kürzeren Radstand haben -- waren also anfälliger für Pannen. In diesem Jahr dürfen sie auf breitere Reifen, ein breiteres Fahrgestell und mehr Federweg aufrüsten.
Bei den 2WD-Buggys werden die Piloten weiterhin die Möglichkeit haben, aus dem Cockpit den Luftdruck in den Reifen zu kontrollieren und zu steuern, um sich möglichst effizient durch den Sand zu bewegen. Um das Performanceniveau auszugleichen, wird die FIA noch eine Regelung für die Größe der Ansaugbegrenzer einführen.
Nasser Al-Attiyah und Mathieu Baumel auf der dritten Etappe der Hail Rally in Hail, Saudi Arabien, am 10. Dezember 2021.
Nasser Al-Attiyah hofft auf seinen vierten Dakar-Sieg
Im Klartext bedeutet das, dass in beiden Kategorien mit neuen Autos gefahren wird, was die Gesamtwertung auf den Kopf stellen könnte. MINI hat die letzten beiden Dakars gewonnen, allerdings hatte Toyotas Nasser Al-Attiyah dabei mit über 80 Reifenschäden sehr viel Pech. Könnte das den Unterschied machen und ihm zu seinem vierten Dakar-Sieg verhelfen?
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Der neue Audi RS Q e-tron

Der 671 PS starke Audi RS Q e-tron hat im Vorfeld der Dakar für viel Aufsehen gesorgt. Dieser weder voll elektrische, noch voll verbrennungsmotorische Hybrid markiert einen großen Schritt in der Forschung und Entwicklung, vollelektrische Autos auf die höchste Stufe im Rallye-Sport zu bringen. Das Auto hat noch kein Rennen bestritten, aber die Gerüchte aus den diesjährigen Tests lassen vermuten, dass das Auto ein absolutes Biest ist, was die Leistung angeht. Egal, was im saudi-arabischen Sand passiert, die Dakar-Fans auf der ganzen Welt werden elektrisiert dabei zusehen -- vor allem weil mit zwei hochkarätigen Fahrern wie Peterhansel und Sainz, unterstützt von Multitalent Mattias Ekström (seine bereits zweite Dakar), die Weltelite am Steuer des e-tron sitzt.
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Laia Sanz -- herausragende Fähigkeiten treffen auf pure Entschlossenheit

Laia Sanz hält einen der beeindruckendsten Dakar-Rekorde der Geschichte: Sie hat 11 Jahre in Folge jede Etappe beendet. Nun hat sie sich vom Motorrad verabschiedet und sich hinter das Lenkrad gesetzt -- und obwohl sie sicher noch einiges lernen muss, sind ihre Navigationsskills schon jetzt auf dem Niveau der besten Fahrer. Die flinke Spanierin sollte man auf keinen Fall aus den Augen verlieren!
Laia Sanz im Finish der Hail Rally in Hail, Saudi Arabien, am 11. Dezember 2021.
Laia Sanz wechselt von zwei auf vier Räder
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Die Youngsters im Fokus

Die Dakar ist alles andere als ein einfaches Rennen, das sollte mittlerweile klar geworden sein. Bereits das große Budget, um überhaupt an den Start gehen zu können, hat in der Vergangenheit verhindert, dass viele junge Rennfahrer mitmachen. In den letzten Jahren hat sich das geändert, weil die Community den Bedarf an neuen Talenten erkannt hat.
Aber wer sind nun diese jungen Talente? Bei den Side-by-Side-Fahrzeugen werden Seth Quintero und Mitch Guthrie Jr. vom Red Bull Off-Road Junior Team zu sehen sein, die beide schon eine Dakar hinter sich haben und im vergangenen Jahr schnelle Etappenzeiten in den Sand zauberten. Im Motorrad-Bewerb hat ein junger Amerikaner namens Mason Klein eindrucksvoll bewiesen, dass er ein extrem guter Navigator und konstant schneller Finisher ist -- ebenso sein Teamkollege Bradley Cox, dessen Vater die Dakar-Legende Alfie Cox ist. Beide fahren für Bas Dakar.
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Navigation und vorsichtige Fahrweise sind das A und O

Je höher das Niveau der Wettbewerbe ist, desto höher sind die Geschwindigkeiten -- und damit auch das Risiko. Die Rennveranstalter werden versuchen, Spitzengeschwindigkeiten zu begrenzen, indem sie die Roadbooks eng und schwierig und die Navigation knifflig gestalten. Trotzdem steht natürlich außer Frage, dass Speed wichtig ist, aber mehr denn je wird es darauf ankommen, wie schnell man sich mit dem Roadbook zurechtfindet. Das die Roadbooks digital zur Verfügung gestellt werden, gibt es keine Möglichkeit, sie im Vorfeld zu studieren und vorzubereiten -- es geht darum, den schnellsten Weg in Echtzeit zu finden.
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Keine Favoriten in der Motorrad-Klasse

Matthias Walkner beim Test in Dubai, UAE, am 30. Oktober 2021.
Matthias Walkner gewann 2018 die Rallye Dakar
Bei den letzten fünf Dakars gab es fünf verschiedene Sieger in der Motorrad-Klasse -- und sie alle sind auch dieses Mal dabei! Diese fünf, plus eine Handvoll anderer guter Fahrer -- sowohl neue (wie Daniel Sanders) als auch erfahrene (wie Nacho Cornejo) -- sind alle in der Lage, dieses Rennen zu gewinnen. Red Bull KTM Factory Racing hat gleich vier Dakar-Sieger im Sattel ihrer brandneuen Bikes, darunter auch der Sieger der letzten Ausgabe, Kevin Benavides, und der sensationelle Gewinner der Cross-Country-WM 2021, Matthias Walkner. Ist der Sieg bei diesem Aufgebot vielleicht schon garantiert? Bei der Dakar niemals!
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Was garantiert ist: Abenteuer!

Ein paar Dinge wissen wir aber dennoch mit Sicherheit: Das Rennen startet am 1. Januar, es wird viel Sand geben und es wird lang und knallhart werden. Letztendlich besteht der Reiz der Dakar nicht darin, dass die Fahrer in einer kontrollierten Umgebung auf einer klar definierten Rennstrecke mit einem strengem Regelwerk und unter der Kontrolle der Rennkommissare fahren -- ganz im Gegenteil! Es ist ein Rennen, bei dem es darauf ankommt, wo man hinfährt und wie man es macht und was man tut, wenn etwas kaputt geht. Es ist eine Reise ins Ungewisse, und egal, was passiert, es wird episch sein!