Rap 💯
Ein Beat, ein Take: Erlebe Haaland936 bei Red Bull 64 Bars!
Frankfurt-Sossenheim, 936 – das ist mehr als nur eine Postleitzahl. Für den gerade mal volljährigen Haaland936 ist sie Herkunft, Haltung und Hashtag in einem. Während andere Rapper:innen sich Mythen zusammenreimen, rappt dieser Junge einfach los – und trifft mitten ins Leben. Jung, melodisch und unberechenbar: Willkommen in der Welt von Haaland936.
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Vom Sossenheimer Block ins Rampenlicht
Geboren 2006, aufgewachsen zwischen Rödelheim und der Frankfurter Stadtgrenze, Randbezirk-Plattenbauten und PlayStation und schließlich entdeckt von SadiQ, als er gerade mal 15 war: Haaland936 ist das, was man in eigentlich ein Rap-Wunderkind nennen müsste – auch wenn er selbst lieber über harte Wege spricht. Sein erstes Studio war ein Keller, sein erster Mentor nicht weniger als ein Frankfurter Straßenrap-Veteran. Und sein erster Song? „City Carthago“ – eine YouTube-Ohrfeige für alle, die glaubten, 16-Jährige hätten am Mic nichts zu suchen.
Mondschimmer in leichtem Rot-Lila/Farbenloser Straßenboden war mein Wohnzimmer
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Karriere mit Kickstart
Bekannt wurde Haaland936 durch das YouTube-Format Rap La Rue, an dem er auf Betreiben seines Mentors SadiQ nicht nur teilnahm, sondern das gesamte Ding gewann. Dabei polarisierte er von Anfang an: Ein schlaksiger Teenie mit langen Haaren, weicher Stimme und einem Namen, der an einen norwegischen Fußballstar erinnert – das wollte nicht so recht ins erwartete, breitschultrige Straßenrap-Format passen. Aber der Flow? Der war sicher wie ein Elfer von Haaland – also dem anderen Haaland. Und die Streams gingen sofort in die Millionen.
Mit seiner Finalrunde „Rattenhaut“ sicherte er sich nicht nur eine Top-50-Platzierung in den Charts, sondern auch einen Deal beim Sony-Label Dope/Epic. Danach ging alles schnell: Features mit Olexesh, Ski Aggu und Sira, Top 5 mit „Junge Baller“, Streams im achtstelligen Bereich. Und das alles innerhalb von ein paar Monaten?! Durchatmen.
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Melodien statt Maskulinismus – was macht Haaland936 aus?
Musikalisch hebt sich Haaland936 merklich vom Straßenrap-Dunst ab, aus dem er eigentlich stammt. Statt Härte um jeden Preis serviert er melodiöse Hooks, französisch angehauchte Beats, arabeske Flows und eine erstaunliche Bildsprache. Songs wie „Nazaré“, „Baile“ oder „Tatütata“ erzählen von Aufstieg und Alltag – dabei nie pathetisch, immer mit Augenzwinkern.
Setze ein Leerzeichen, erzähl' dir von den Kehrseiten
Trotz seines jungen Alters schreibt er wie ein Pro. In „100 Bars“ stellt er sogar klar: „Ich schreib nicht nur meine Parts, ich schreib für andere mit.“ Angeblich, so munkelt man, sogar für andere Teilnehmer bei Rap La Rue – ein Move, der Kritik und Props zugleich bringt, so wie auch sein Look. Lange Haare, schmaler Körperbau, französische Fußballtrikots: Das Image sitzt zu 100 Prozent, ohne ausgedacht zu wirken.
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Frankophile Ohrwürmer mit Haltung
Haaland936 hat das Newcomer-Dasein raketenhaft hinter sich gelassen. Trotzdem bleibt er sich und der Sossenheimer Hood treu – inhaltlich wie visuell. Und auch wenn er längst mit waschechten Rapstars und Idolen zusammenarbeitet, spürt man in seinen Tracks immer noch das Kind aus dem Block, das alles auf eine Karte setzt.
Als er bei den YouTube Awards 2024 zum Newcomer des Jahres gewählt wurde, sagte er: „Das ist das Besonderste, was ich je bekommen hab.“ Keine Ironie, kein Coolness-Filter – einfach nur ehrlich. Genau das macht ihn so besonders in einer Szene, die oft auf Authentizität pocht, aber viele Abziehbilder liefert.
Und jetzt?
Haaland936 ist gerade mal 18 und schon so viel mehr als ein Hype. Jung, emotional und unverstellt – ist das ein neuer Prototyp? Wer dachte, Frankfurt hätte sein Pulver in Sachen Straßenrap allmählich verschossen, wird hier eines Besseren belehrt. DieTracks sind Ohrwurm und Tagebuch zugleich, die Karriere ist jung, aber auf Kurs.
Frankfurt hat einen neuen Namen im Spiel. Und der endet auf: neun – drei – sechs.