Die Frankfurter Rapperin LIZ
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Wer iz ez? Liz izzez! Die Newcomerin aus Frankfurt im Porträt

Unsere Newcomerin des Monats ist „1,70m aber Big Business“: Liz ist Jahrgang 1998, wuchs zwischen Frankfurt-Ostend und Offenbach auf und rappt jetzt von einer ereignisreichen Jugend.
Von: Vanessa Seifert
3 min readUpdated on
Deutschrap wurde Liz in die Wiege gelegt. Zu ihrer Geburt liefen Songs von Moses Pelham, da ihre Mama selbst Riesenfan ist, auch Azad und Bushido wurden viel gespielt. Rap gab Liz schon immer ein starkes Selbstbewusstsein. Sie fühlte sich verstanden und hatte das Gefühl, mit ihren Gefühlen und Erlebnissen nicht alleine zu sein.
In ihrer Jugend wollte Liz krasser sein als die Typen, mit denen sie rumhing, und sich beweisen. Dazu gehören Drogenkonsum, Dealen, diverse Einbrüche. Wenn man ihre Tracks hört, hat man daran keinen Zweifel. Sie ist laut, sie ist aggressiv und sie ist direkt. Ihre Attitüde, ihr Aufwachsen, ihre Wortwahl und ihre Rap-Skills sorgen dafür, dass sie nicht nur einmal mit dem Babo Haftbefehl verglichen wurde.
Doch irgendwann wollte sie ihr Leben wieder auf die Reihe bekommen. Dafür zog Liz ins Saarland und holte ihr Abitur nach. Kurz danach war sie zurück in Offenbach, diesmal jedoch mit dem Ziel zu rappen. So richtig damit begonnen hat sie Anfang 2019. Sie probierte sich aus und versuchte ihren Stil zu finden. Im Oktober 2020 releaste sie mit „Intro (Bleibe echt)“ ihre erste offizielle Single inklusive Musikvideo. Dieses erfüllt alle Straßenrap-Klischees: Plattenbau, Graffiti, brennende Polizeiautos, Waffen und Geldscheine. Sie kommt von dort und will das nicht verstecken: Durch ihre Songs hat sie das Gefühl, dass sie wirklich Liz sein darf.

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Nur einen Monat später droppte sie „Kuzeng/Kuzine“ und sorgte damit für einen Straßenrap-Ohrwurm, der in der Hook auch eine Liebeserklärung an ihren Peugeot 206 ist – „206, fahre keine Limousinen.“ Als ihr erstes Auto kaputtging, kaufte sie sich das gleiche Modell einfach noch einmal. Im Musikvideo sieht man auch, wie sie sich die Zahl aufs Handgelenk tätowieren lässt. Außerdem taucht Olexesh auf und zeigt seinen Support. Doch nicht nur das: Auch ihre Familie scheint ihre Rapkarriere zu unterstützen, denn ihr Vater ist ebenfalls im Musikvideo zu sehen.
Ihr Debüt „Bleibe echt” releaste sie am Jahrestag des Anschlags in Hanau. Darauf ist mit „Reden“ ihr erster Featuresong mit dem in Offenbach lebenden Rapper Ramo. Außerdem scheint Liz sehr gut vernetzt zu sein, denn die Songs, die von Einbrüchen, Schlägereien und Drogen dealen erzählen, stammen von hochkarätigen Produzenten. FNSHRS arbeiteten unter anderem mit Sido, Ufo361 & Shirin David. Lucry & Suena sind beispielsweise für „Roller“ von Apache 207 verantwortlich und Goldfinger arbeitete schon mit GRiNGO, AK AusserKontrolle und 6ix9ine zusammen.
Obwohl ihr selbst Freunde gesagt haben, dass ihre Songs „zu asozial für eine Frau“ seien, ließ LIZ sich nicht von ihrem Weg abbringen. Nur ein Jahr nach „Bleibe echt“ releaste sie mit „Mona Liza“ ihr erstes Album. Die Straßenattitüde ist geblieben, die Wut auch, doch es gibt noch mehr Raum für ihre emotionale Seite. Sie erzählt von Therapien, Aggressionsproblemen und der Schwierigkeit, über all das mit ihren Eltern zu sprechen. Vielleicht erklärt dieser Schmerz auch, woher ihre Wut kommt. Doch Liz ist definitiv nicht weichgespült, sie zeigt uns einfach eine weitere Facette.
Die Rapperin möchte das harte Leben nicht glorifizieren, sondern Hoffnung machen, dass man es aus dem Dreck heraus schaffen kann. Ihre Tracks sind eine Identifikationsfläche, die Mut und das Selbstverständnis dazu geben kann, genau diese Kraft aufzubringen. Mit Sicherheit hat sie uns noch einige Storys zu erzählen, so dass am Ende jedem klar ist: „Liz izzez!“
LIZ im Porträt: Echter Straßenrap aus Frankfurt

Laut, aggressiv und direkt: die Rapperin LIZ

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