RB Leipzigs Amadou Haidara
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Fußball

Amadou Haidara im Porträt: So tickt der Mittelfeldmotor von RB Leipzig

Hier erfährst du alles über den kometenhaften Aufstieg von Amadou Haidara bei RB Leipzig -- und warum gerade Steven Gerrard das große Vorbild für den Mittelfeldspieler aus Mali ist.
Autor: Geoffroy Bresson
5 min readveröffentlicht am
Amadou Haidara ist einer jener junger, talentierter Spieler, die derzeit in der Champions League im Mittelpunkt stehen.
Superstars wie Neymar Jr., Lionel Messi und Kylian Mbappé direkt gegenüberzustehen, ist für jeden Spieler eine beängstigende Vorstellung. Glücklicherweise verkörpert Haidara die furchtlose Herangehensweise, die Leipzig in den letzten Jahren in der Champions League an den Tag gelegt hat, und er ist nach wie vor optimistisch, was ihre Chancen angeht.
Der Youngster, der seine fußballerischen Fähigkeiten auf den Straßen von Bamako, der Hauptstadt von Mali, erlernt hat, ist sicherlich einer, den man genau im Auge behalten sollte. Die Leistungen des 23-Jährigen haben sich in den letzten beiden Saisons stetig verbessert -- in dieser Saison hat er bereits drei Tore für Leipzig erzielt.
Lies weiter, um zu erfahren, wie der als Doudou bekannte Spieler es aus bescheidenen Verhältnissen in Mali schaffte, warum sein Idol Steven Gerrard ist -- und warum er so gut zu RB Leipzig passt.
Ich habe fast alles in Salzburg gelernt, bevor ich zu RB Leipzig in die Bundesliga wechselte.
Amadou Haidara
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Seine Mutter ist seine größte Unterstützerin

Doudou stammt aus Bamako, wo er sein Handwerk auf der Straße lernte, bevor er zur Jean-Marc Guillou Academy wechselte -- einer renommierten Fußballschule mit Niederlassungen in ganz Afrika, die Spieler wie Yaya Toure und Gervinho hervorgebracht hat.
"Wir haben immer gleich nach der Schule gespielt", sagt er. "Als ich 10 Jahre alt war, kam die Jean-Marc Guillou Academy auf meine Eltern zu und sagte ihnen, dass ich Talent hätte. Sie wollten, dass ich der Akademie beitrete. Mein Vater war damit überhaupt nicht einverstanden. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nicht einmal, dass ich Fußball spiele."
Doudous Vater wollte, dass sich sein Sohn auf die Schule konzentriert, aber seine Mutter überredete ihn, ihren Sohn zur Akademie zu schicken.
"Meine Mutter wusste alles", erklärt er. "Sie wusste, dass ich immer zu spät zur Schule kam, weil ich Fußball spielte. Sie unterstützte mich dabei, der Akademie beizutreten und überzeugte meinen Vater -- und das bedeutet mir alles."
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Er startete seine Profikarriere bei Red Bull Salzburg

Doudou spielte in seiner Jugend bei der Akademie, bevor er einige Jahre später, im Jahr 2016, vom österreichischen Meister Red Bull Salzburg gescoutet wurde. Dort machte er in zwei Jahren und 48 Einsätzen eine herausragende Figur und zeigte, was in ihm steckt. 2019 kam dann der Ruf aus der Deutschen Bundesliga von RB Leipzig.
"Ich habe fast alles in Salzburg gelernt, bevor ich zu RB Leipzig in die Bundesliga wechselte", meint er. "Ich habe mich dort Schritt für Schritt weiterentwickelt und die Philosophie gelernt."
RB Leipzig-Profi Amadou Haidara
Amadou Haidara will mit RB Leipzig hoch hinaus
Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich auf Position 6 oder 8 stehe. Aber in der letzten Saison hat mich der Trainer überall ein bisschen eingesetzt.
Amadou Haidara
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Steven Gerrard ist sein Vorbild

"Er war ein Fighter, ein Kapitän, der nie aufgab", schwärmt Doudou über den ehemaligen englischen Mittelfeldspieler, der Liverpool 2005 im Champions League-Finale gegen AC Mailand zu einem der denkwürdigsten Comebacks in der zweiten Halbzeit verhalf. "Als Kind habe ich mir alle seine Spiele in der Premier League angesehen. Er war immer mit Herz bei der Sache -- und genau das möchte ich auch auf dem Platz ausstrahlen. Er hat mich inspiriert."
Doudou ist natürlich noch weit davon entfernt, das zu erreichen, was Steven Gerrard erreicht hat. Aber seine dynamischen Läufe, sein ausgeprägter Torriecher und die Bereitschaft, sich mit vollem Einsatz in jeden Zweikampf zu stürzen, erinnern durchaus an den großen Steven Gerrard.
"Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich auf Position 6 oder 8 [im Mittelfeld] stehe. Aber in der letzten Saison hat mich der Trainer überall ein bisschen eingesetzt. Ich wollte ihm zeigen, dass er mir auf jeder Position vertrauen kann, und das hat mir sehr geholfen."
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In Leipzig dreht sich alles ums runde Leder

Doudou spricht fließend Deutsch und hat sich an das Leben in Leipzig gewöhnt. "Fußball ist mein Leben", sagt er. "Leipzig ist ein gutes Umfeld für junge Spieler -- hier kann ich mich voll auf Fußball konzentrieren und noch besser werden."
Der Mittelfeldspieler aus Mali gibt aber auch zu, dass er neben Fußball noch andere Hobbys hat: "Manchmal schaue ich mir Filme an und spiele mit Freunden auf der PlayStation."
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Vom Straßenkicker zum Bundesliga-Star

Doudou entwickelt sich immer mehr zu einer tragenden Stütze im Leipziger Mittelfeld, und seine Leistungen werden von Spiel zu Spiel besser -- aber er sagt auch klar, dass es noch viele Bereiche gibt, in denen er sich verbessern kann.
"Ich bin immer noch dabei, mich zu entwickeln", erklärt er. "Nach drei Saisons hier kenne ich die Liga sehr gut und weiß, wie ich meine Fähigkeiten einsetzen kann."
Doch während die Mannschaft unter Jesse Marsch einen durchwachsenen Saisonstart hingelegt hat, ist Doudou die Art von Spieler, der sein Team wieder an die Spitze bringen kann.
"Wir haben uns natürlich alle einen besseren Saisonstart erhofft", sagt er. "Es braucht einfach etwas Zeit, wenn ein neuer Trainer kommt. Aber jetzt sind alle happy und wir arbeiten so hart wie wir können, um möglichst viele Punkte zu holen."
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Leipzig in der Königsklasse

Kann sich Leipzig nach der bitteren Niederlage im Hinspiel gegen Paris wieder erholen und den Sprung ins Achtelfinale der Champions League doch noch schaffen? Haidara klingt optimistisch...
"Das Wichtigste ist, dass wir gut verteidigen", sagt Doudou. "Das ist der Schlüssel gegen große Mannschaften wie diese. Und mit unserem schnellen Angriffsspiel wissen wir, dass wir immer Tore erzielen können."