Die Spieler von RB Leipzig feiern den Sieg über den SC Freiburg im DFB-Pokal-Finale.
© Thomas Eisenhuth
Fußball

Pokalsieg und Platz 4 in der Liga: So krönt RB Leipzig seine Rückrunde!

Als einziger Bundesligist waren die Roten Bullen im Frühjahr in allen drei Wettbewerben vertreten. Wir blicken auf den Endspurt und die wichtigsten Facts zurück.
Autor: Dominik Sander
5 min readaktualisiert am
Ein Blick auf den Kalender sollte Warnung genug sein. Freitag, der 1. April, hier lauern Scherzbolde an allen Ecken und jedem Instagram-Clip. Und womöglich erzählen sie im kichernden Tonfall davon, dass wir in diesem Monat fast alle 72 (!) Stunden den Fernseher einschalten oder in die Red Bull Arena gehen müssten, um auch wirklich kein Spiel von RB Leipzig zu verpassen. April, April - oder doch nicht?
Knackiger Viererpack in der Bundesliga plus DFB-Pokal sowie Hin- und Rückspiel im Europa Leauge-Viertelfinale ließen Peter Gulacsi, Kevin Kampl und Co. wahrhaftig kaum Verschnaufpausen. Obwohl sich der April-Marathon durch den Europa League-Run sogar auf acht Spiele binnen 26 Tagen vergrößert hatte, legten die "Roten Bullen" eine ungeheure Konstanz an den Tag und damit Grundstein zur erfolgreichsten Saison ihrer Vereinsgeschichte. In den folgenden Rubriken halten wir Euch bis zum Saisonende up to date:
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Bundesliga, DFB-Pokal, Europa League: So lief der April

2. April: Borussia Dortmund (4:1/Bundesliga)
Zum Auftakt des April-Marathons lieferte Leipzig eine der stärksten als auch taktisch klügsten Saisonleistungen ab. Konrad Laimer stahl BVB-Star Erling Haaland die Show und steuerte einen Doppelpack zum 4:1-Auswärtssieg bei.
7. April: Atalanta Bergamo (H/1:1)
Im Viertelfinal-Hinspiel suchte die Tedesco-Elf lange nach Mitteln, um Bergamos Wirbelwind Luis Muriel zu bändigen als auch die Dreierkette der Italiener zu überwinden. Ein Eigentor der Gäste brach den Bann und lässt alle Chancen, den Halbfinaleinzug im Rückspiel zu schaffen.
10. April: TSG Hoffenheim (H/3:0)
Christopher Nkunku und Co. stellen mit ihren Toren in der ersten Hälfte früh die Weichen auf Sieg und machen das Dutzend voll! Nach dem 3:0 gegen Hoffenheim ist RBL wettbewerbsübergreifend ganze zwölf Spiele in Serie unbesiegt.
14. April: Atalanta Bergamo (A/2:0)
Buon giorno, Halbfinale! Die Tedesco-Elf zieht die richtigen Lehren aus dem Hinspiel und träumt dank Nkunku-Doppelpack Nummer fünf in der laufenden Saison weiter vom Finale in Sevilla.
17. April: Bayer 04 Leverkusen (A/1:0)
Im fünften Spiel binnen 18 Tagen warf Coach Tedesco die Rotationsmaschine an. Eine auf sieben (!) Position veränderte Startelf landete beim 1:0-Auswärtserfolg in der BayArena einen Big Point für die Champions League-Quali.
20. April: 1. FC Union Berlin (H/2:1)
Last Minute-Drama im Halbfinale. Als sich beim Stand von 1:1 die meisten der 47.069 Zuschauer (Rekordkulisse in der Red Bull Arena) schon auf eine Verlängerung eingestellt hatten, köpfte "Joker" Emil Forsberg sein Team zum dritten Mal nach 2019 und 2021 ins Endspiel nach Berlin.
23. April: 1. FC Union Berlin (H/0:2)
Drei Tage nach dem umjubelten Final-Einzug ist die Erfolgsserie der Tedesco-Elf gegen den gleichen Gegner gerissen. Ein später Doppelschlag der "Eisernen" (86./89.) sorgte für die erste Niederlage seit 15 Partien und verschärft das Rennen um die Top 4.
28. April: Glasgow Rangers (1:0/H)
Das doppelte Finale ist zum Greifen nah! Gegen das acht Mann starke Abwehr-Bollwerk der Rangers lief Leipzig lange vergeblich an. Zum Einsturz brachte es ein fulminanter Volleyschuss von Angelino nach einer Ecke. Damit schloss die Roten Bullen den April-Marathon mit einer starken Bilanz von sechs Siegen in acht Partien ab.
Trainer Domenico Tedesco hebt im Training die Arme hoch.
Stimmt die Roten Bullen auf den April-Marathon ein: Domenico Tedesco
„Wir haben schon einige Höhepunkte eingesammelt, das Pokal-Halbfinale war aus emotionaler Sicht noch einen Tick höher“
Domenico Tedesco
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Fünf Spiele in drei Wettbewerben: Das Programm im Mai

2. Mai: Borussia Mönchengladbach (1:3/A)
Erstmals seit Februar drei Gegentore, darunter eines in Überzahl und der Sturz auf Rang fünf: In Mönchengladbach erwischte das Team einen gebrauchten Tag und konnte lediglich den 51. Scorer-Punkt von Nkunku bejubeln.
5. Mai: Glasgow Rangers (1:3/A)
Im stimmungsgewaltigen Ibrox Stadium endete die Reise durch Europa. Ein fulminanter Nkunku-Volley zum zwischenzeitlichen 1:2 aus Leipziger sowie Gvardiols Rettungstat auf der Linie stießen kurz die Tür zu einer Verlängerung auf. Vom dritten Treffer der Schotten erholte sich das Team aber nicht mehr.
8. Mai: FC Augsburg (4:0/H)
Vier Buden gegen den Abwärtstrend! Besonders in der zweiten Halbzeit brannte die vielbeinige RBL-Offensive ein Feuerwerk ab (drei Tore in 17 Minuten), in Folge dessen die „Roten Bullen“ nicht mehr aus den Top 5 der Liga herausrutschen können. Auch die erneute Qualifikation für die Königsklasse liegt wieder in der eigenen Hand.
14. Mai: Arminia Bielefeld (1:1/A)
Die Aufholjagd von Platz zehn in die Königsklasse ist vollbracht. Dafür reichte ein Punkt beim Saisonfinale in Bielefeld sowie die ungarische Connection im Team: Dominik Szoboszlai flankte auf Landsmann Willi Orban, der zum 1:1 einköpfte.
21. Mai: SC Freiburg (4:2 i.E./Berlin)
Der dritte Schuss im DFB-Pokal-Finale sitzt! In 63-minütiger Unterzahl ließen zehn Leipziger ihr Herz auf dem Platz und kämpften sich gegen Freiburg in die Verlängerung (1:1 nach 120 Minuten). Eine 100%-Quote vom Elfmeterpunkt - Christopher Nkunku, Willi Orban, Dani Olmo und Benjamin Henrichs trafen - brachte den ersten Titel der Vereinsgeschichte.
Grafik zum DFB-Pokalsieg von RB Leipzig.
Ein Tag für die Geschichtsbücher: RBL holt am 21. Mai seinen ersten Titel.
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Mehrere Wege in die Champions League

In einer perfekten Welt würden die Tedesco-Elf Ende Mai mit (mindestens) einem Pokal auf dem Leipziger Rathaus-Balkon stehen und auch die erneute Qualifikation für die Champions League feiern. Der Weg in die "Königsklasse" führt entweder über Rang vier in der Bundesliga oder alternativ über Sevilla. Der Sieger des dort ausgetragenen Europa League-Endspiels zieht ebenfalls direkt in die CL-Gruppenphase ein. Soweit zur Theorie. Doch was brauchen unsere „Roten Bullen“, um es in die Praxis zu transportieren?
Mehr denn je erfordert der wochenlange Tanz auf drei Hochzeiten ein glückliches Händchen von Coach Domenico Tedesco bei der Rotation. "Wir können immer nachlegen", bekräftigt der 36-Jährige und verweist auf folgende Statistik: 18 von 26 RBL-Profis kommen auf 27 Einsätze oder mehr. Dauerbrenner wie Christopher Nkunku haben formtechnisch längst den Crunchtime-Modus angeschaltet.
Seinen Aufstieg zum Führungsspieler und Top-Scorer haben wir in diesem Portrait beleuchtet. Die jüngste Nominierung in die Équipe Tricolore mitsamt dem Länderspiel-Debüt gegen die Elfenbeinkünste (2:0) gibt dem leichtfüssigen Franzosen einen weiteren Motivationsschub. Egal ob wie beim 6:1-Kantersieg gegen die SpVgg Greuther Fürth in der Startelf oder als „Joker“ von der Bank ein Faktor im Endspurt: Emil Forsberg!
Der Schwede schwang sich zum besten Europapokal-Torschützen des Team auf. „Ich bin jetzt sieben Jahre hier, habe hautnah miterlebt, wie der Klub nach dem Aufstieg 2016 zu einem europäischen Topklub geworden ist. Ein Titel mit RB Leipzig und unseren tollen Fans zu feiern, wäre die absolute Krönung“, glaubt Forsberg an die Titelchance.