Fußball

RB Leipzig: Die Roten Bullen stürmen wieder los

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Zum Start der Fußball-Bundesliga 2020/21 blicken zurück auf eine sensationelle Spielzeit der Leipziger und geben einen Ausblick auf die neue Saison.
Autor: Christian Knothveröffentlicht am
Es geht wieder los! Die Fußball-Bundesliga startet am Wochenende in die Saison 2020/21. Für Champions League-Teilnehmer RB Leipzig, der vor wenigen Tagen mit einem 3:0-Erfolg beim Zweitligisten 1. FC Nürnberg in die zweite Hauptrunde des DFB-Pokals einzog, beginnt die neue Spielzeit am Sonntag (ab 15.30 Uhr) mit der Partie gegen den FSV Mainz 05. Der optimale Zeitpunkt, um ein extrem erfolgreiches zurückliegendes Fußballjahr noch einmal Revue passieren zu lassen und einen Ausblick auf die neue Saison zu geben.

Rückblick: National und international auf absolutem Top-Niveau

Sowohl national als auch international war die letzte Saison für RB Leipzig ein voller Erfolg. Die Bundesliga-Spielzeit 2019/20, die wegen der Corona-Pandemie unter besonderen Bedingungen und ohne Zuschauer zu Ende gespielt wurde, beendeten die Roten Bullen auf Platz drei. Nur Triple-Gewinner Bayern München und Borussia Dortmund rangierten vor den Leipzigern, die offensiv wie defensiv überzeugen konnten. 81 Tore und 37 Gegentreffer bedeuteten den drittbesten Angriff und die zweitstärkste Verteidigung der Liga. Durch den dritten Platz qualifizierte sich RBL zum zweiten Mal in Folge und insgesamt zum dritten Mal in der noch jungen Vereinsgeschichte für die Champions League.
Apropos Champions League: Da war doch was. Genau: Der größte Erfolg der Leipziger Klubhistorie! Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann stieß in der Königsklasse bis ins Halbfinale vor und bewies, dass sie den ganz Großen der internationalen Fußballbühne Paroli bieten kann. Nach einer starken Gruppenphase (elf Punkte, Rang eins) hatten die Roten Bullen zunächst den Vorjahresfinalisten Tottenham Hotspur (England) aus dem Wettbewerb gekegelt (1:0/3:0). Ab dem Viertelfinale wurden dann alle verbleibenden Partien im Rahmen eines Finalturnieres in Lissabon ausgespielt.
Anders als sonst, gab es im Viertel- und Halbfinale kein Hin- und Rückspiel. In der Runde der letzten acht Mannschaften ließ RBL nach dem Erfolg über Tottenham die nächste Sensation folgen. Gegen das spanische Spitzenteam Atletico Madrid gewann Leipzig 2:1. Erst im Halbfinale war dann Schluss. Gegen den französischen Serienmeister Paris Saint-Germain unterlag das Nagelsmann-Team 0:3. Damit endete eine unglaubliche Reise, bei der beinahe das Endspiel im größten Vereinswettbewerb Europas erreicht wurde. „Wir sind sehr stolz, ins Halbfinale gekommen zu sein“, so das Fazit von Julian Nagelsmann: „Es ist für RB Leipzig nicht selbstverständlich, unter den besten vier Teams in Europa zu stehen.“
RBL-Trainer Julian Nagelsmann & Co. jubeln über den Halbfinaleinzug.
Jubel ohne Grenzen: RB Leipzig steht im Halbfinale der Champions League!

Ausblick: Greifen die Roten Bullen nach dem ersten Titel?

DFB-Pokalfinale 2019, Champions League-Halbfinale 2020: RB Leipzig war in den letzten beiden Jahren nah dran, den ersten Titel der Vereinsgeschichte zu holen. In der nun beginnenden Saison 2020/21 werden die Roten Bullen die nächste Titeljagd starten. RBL tanzt erneut auf allen drei Hochzeiten und strebt sowohl in der Bundesliga als auch im DFB-Pokal und in der Königsklasse nach dem maximalen Erfolg. „Auf das Erreichen des Champions-League-Halbfinals sind wir stolz, aber dadurch hat sich bei uns keine Zufriedenheit eingestellt“, betont Julian Nagelsmann: „Wir haben den Drang, Dinge in der Zukunft noch besser zu machen. Wir wollen mehr.“
Für die Zielsetzung heißt das konkret: In der Bundesliga will RBL erneut die Champions League-Qualifikation perfekt machen und „eine tragende Rolle spielen“. In der Königsklasse peilen die Leipziger zunächst an, die Gruppenphase zu überstehen. Und im DFB-Pokal? „Da haben wir vergangene Saison nicht so performt, wie wir uns das vorgestellt und erhofft haben“, so Nagelsmann: „Daher ist dort noch Luft nach oben." Im Achtelfinale hatten sich die Bullen bei Eintracht Frankfurt 1:3 geschlagen geben müssen.

Zwei hochkarätige Neuzugänge mit Hwang und Henrichs

Hwang Hee-chan kniet im RB Salzburg-Trikot auf dem Platz.
Hwang Hee-chan hier noch im RB Salzburg-Trikot
Nicht mehr im RBL-Trikot spielt Torjäger Timo Werner. Der 24-jährige DFB-Nationalspieler, der an der erfolgreichen Entwicklung der Sachsen in den letzten Jahren einen entscheidenden Anteil hatte, wechselte im Sommer zum englischen Top-Klub FC Chelsea. Damit endete eine absolute Erfolgsgeschichte. Auch Sturmpartner Patrik Schick, der vom AS Rom aus Italien ausgeliehen war und jetzt für Bayer 04 Leverkusen stürmt, ist nicht mehr für Leipzig am Ball. Diese beiden Leistungsträger gilt es nun, zu ersetzen.
Einer, der das Potential dazu hätte, ist Neuzugang Hee-chan Hwang. Der 24-jährige Südkoreaner kam aus Österreich von RB Salzburg zu RBL und zeigte bereits bei seinem Pflichtspieldebüt im DFB-Pokal seine Klasse. Beim 3:0 in Nürnberg erzielte Hwang ein Tor selbst und bereitete einen weiteren Treffer vor. „Er ist ein Spieler, der sehr eklig zu verteidigen ist“, sagt Coach Nagelsmann: „Mit seinem Speed und seinem tiefen Schwerpunkt wird er es seinen Gegenspielern schwer machen. Man muss sich nur seine Oberschenkel ansehen: der Kollege ist einfach ein massives Paket.“ Ein weiterer hochkarätiger Zugang ist Außenverteidiger Benjamin Henrichs. Der dreimalige deutsche Nationalspieler wurde von der AS Monaco aus Frankreich ausgeliehen. Der 23-jährige Rechtsfuß stammt aus der Jugend von Bayer 04 Leverkusen, wo er 2015 auch Profi wurde.
Ohne Werner und Schick, dafür aber mit Hwang und Henrichs stürmen die Roten Bullen wieder los. Das Selbstvertrauen ist nach der starken letzten Saison groß und die Ziele sind klar: RB Leipzig hat einmal mehr Großes vor und will der Fußballwelt beweisen, dass der Halbfinaleinzug in der Königsklasse keine Eintagsfliege war. Sondern ein Statement.