Im Halbfinale war Schluss: Die „Missão Final“ (Mission Finale) beim Champions League-Finalturnier in Lissabon endete für RB Leipzig gegen den französischen Spitzenklub Paris Saint-Germain. 0:3 (0:2) hieß es am Ende - das PSG-Starensemble um Neymar Jr. und Kylian Mbappé war am Dienstagabend einfach zu stark für die Roten Bullen. Das gab auch RBL-Coach Julian Nagelsmann zu: „Paris war schlichtweg besser - das müssen wir akzeptieren."
Größter Erfolg der Leipziger Vereinsgeschichte
Trotz des verpassten Endspiels - Marquinhos, Ángel Di María und Juan Bernat trafen für die Franzosen - war es für die Leipziger der bisher größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Dass RBL 2020 zu den besten vier Fußballteams Europas gehört, hätte man vor wenigen Jahren sicher nicht vermutet. Schließlich stiegen die Sachsen 2016 erstmals in die 1. Bundesliga auf.
Insgesamt war es einmal mehr eine Top-Saison für die Roten Bullen. In der Bundesliga qualifizierte sich RBL als Tabellendritter erneut für die Champions League, in der Königsklasse ging es erstmals bis in die K.o.-Phase. Dort schaltete das Team von Julian Nagelsmann den Vorjahresfinalisten Tottenham Hotspur (1:0/3:0) und den zehnmaligen spanischen Meister Atletico Madrid (2:1) aus. Erst Weltklub PSG schaffte es, Leipzig zu stoppen.
Es ist für RB Leipzig nicht selbstverständlich, unter den besten vier Teams in Europa zu stehen.“
Der 33-jährige Nagelsmann, der als jüngster Trainer in einem Champions League-Halbfinale in die Geschichte der Königsklasse einging, war nach dem Abpfiff zwar sichtlich enttäuscht über das Aus, stellte aber noch einmal die Besonderheit der diesjährigen Leipziger Leistung auf internationaler Bühne heraus: „Wir sind sehr stolz, ins Halbfinale gekommen zu sein, auch wenn jetzt noch der Frust überwiegt. Es ist für RB Leipzig nicht selbstverständlich, unter den besten vier Teams in Europa zu stehen.“ Zum Spiel gegen PSG sagte er abschließend: „Um gegen einen Gegner wie Paris zu bestehen, muss viel zusammenkommen. Es ist noch ein weiter Weg für uns, dieses Niveau zu erreichen - aber wir haben eine entwicklungsfähige Mannschaft, die schon jetzt sehr viel geschafft hat.“
„Viel geschafft“ hat RB Leipzig nicht bloß in der nun zurückliegenden Saison, sondern auf dem kompletten Weg, den der Verein in den letzten Jahren von der Regionalliga bis in die internationale Spitze gegangen ist. 2019 erreichten die Roten Bullen das DFB-Pokalfinale (2019/0:3 gegen Bayern München), jetzt rückte RBL bis ins Champions League-Halbfinale vor. Wohin die erfolgreiche Reise der Leipziger wohl im kommenden Jahr führt?