Abschied von Dominik Kaiser

Der Durchmarschierer (1/3): So begann die Kaiser-Reise bei RB Leipzig

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Zum Abschied von Kapitän Dominik Kaiser blicken wir gemeinsam mit ihm auf seine sechs unglaublich erfolgreichen Jahre bei den Roten Bullen zurück. Angefangen hat alles in der 4. Liga.

Mit dem offiziellen Abschiedsspiel für Dominik Kaiser endete eine Ära. Exakt 26.424 Fans verabschiedeten beim „Kaiserball“ den langjährigen Kapitän von RB Leipzig, der seit 2012 für die Roten Bullen am Ball ist und nun nach sechs fantastischen Jahren den Verein verlässt. Als Kaiser nach Leipzig kam, kickte RBL noch in der viertklassigen Regionalliga Nordost. Jetzt spielen die Bullen zum zweiten Mal in Folge international.

Zum Abschluss seiner ereignisreichen Reise blicken wir gemeinsam mit „Durchmarschierer“ Kaiser auf seinen Weg zurück, der vom Amateurfußball bis in die Champions League führte.

Erlebte einen traumhaften und tränenreichen Abschied: Dominik Kaiser.
Erlebte einen traumhaften und tränenreichen Abschied: Dominik Kaiser.

Ein Siebener im Lotto

Als sich Dominik Kaiser 2012 für einen Wechsel zu RB Leipzig entschied, war das alles andere als selbstverständlich. Der damals 23-jährige Mittelfeldakteur spielte mit der TSG 1899 Hoffenheim bereits in der Bundesliga. Um für Leipzig zu spielen, nahm der nur 1,71 Meter große Kaiser also einen Rückschritt von drei Ligen (!) in Kauf.

Für diesen Wechsel gab es gleich mehrere Gründe, wie Kaiser erzählt: „Natürlich war es keine einfache Entscheidung, die Bundesliga zu verlassen, um zunächst einmal wieder Amateurfußball in der 4. Liga zu spielen. Ich war aber zum einen mit meinen Einsatzzeiten unzufrieden und zum anderen kannte ich sowohl Sportdirektor Ralf Rangnick als auch den damaligen Cheftrainer Alexander Zorniger. Ich hatte von Beginn an ein sehr gutes Gefühl, dass in Leipzig etwas Großes entstehen kann.“

Während Kaiser mit Rangnick in Hoffenheim zusammen gearbeitet hatte, war Zorniger (aktuell Bröndby IF/Schweden) bereits bei Kaisers Heimatverein 1. FC Normannia Gmünd Trainer des späteren RBL-Spielführers. Zorniger wusste also um die Qualitäten von Kaiser, den er viele Jahre später in einem Interview in höchsten Tönen adelte: „Die Verpflichtung von Dominik war nicht wie ein Sechser, sondern wie ein Siebener im Lotto.“

Alexander Zorniger führte Leipzig von der 4. Liga in die 2. Bundesliga
Alexander Zorniger führte Leipzig von der 4. Liga in die 2. Bundesliga

Noch ganz weit weg von Profifußball

Direkt in seinem ersten Jahr bei RB Leipzig übernahm Kaiser Verantwortung. Auch, wenn er erst zu Zeiten in der 2. Bundesliga Kapitän wurde, war er bereits zu Beginn einer der Führungsspieler. Als absoluter Leistungsträger, der mit drei Toren und acht Vorlagen auch immer wieder für Torgefahr sorgte, trug Kaiser seinen Teil dazu bei, dass RBL ohne Niederlage (21 Siege und neun Remis) Meister in der Regionalliga Nordost wurde, in denen unter anderem auch Vereine wie der VFC Plauen, der Torgelower SV Greif und Optik Rathenow spielten.

Einer der damaligen Gegner in der 4. Liga: Der Berliner AK.
Einer der damaligen Gegner in der 4. Liga: Der Berliner AK.

Kaiser erinnert sich: „Das war noch ganz weit weg von Profifußball. Deshalb war es wichtig, die 4. Liga schnell zu verlassen und den Sprung in die 3. Liga zu schaffen.“ Die Meisterschaft allein reichte aber nicht, um in der darauf folgenden Saison drittklassig zu spielen. Leipzig bekam es in der Aufstiegsrunde zur 3. Liga mit dem Regionalliga West-Meister Sportfreunde Lotte zu tun. Nur der Sieger aus diesem Duell realisierte den Aufstieg.

30.000 Zuschauer in der Red Bull Arena

Und diese beiden Spiele gegen Lotte hatten es in sich. Nach einem 2:0-Hinspielsieg vor über 30.000 Zuschauern in der Red Bull Arena ging es beim Rückspiel in Lotte in die Verlängerung, weil die Sportfreunde nach regulärer Spielzeit 2:0 führten. Dann gelangen Leipzig aber zwei Tore und die Bullen schafften erstmals den Sprung in den Profibereich.

Noch heute nennt Kaiser den Aufstieg in die 3. Liga als einen der schönsten Momente, die er mit RB Leipzig erleben durfte: „Es war unfassbar emotional. Beim Hinspiel vor über 30.000 Zuschauern hat man gesehen, welches Potential in diesem Verein und in dieser Stadt steckt. Dass uns in der 4. Liga so viele fußballbegeisterte Menschen unterstützt haben, war phänomenal. Nach dem Abpfiff im Rückspiel war die Erleichterung riesig und die Aufstiegsfeier grandios. Rückblickend kann man sagen, dass der Aufstieg in die 3. Liga der Dosenöffner für unseren Durchmarsch war.“

Kaiser & Co. feiern den Aufstieg in die 3. Liga
Kaiser & Co. feiern den Aufstieg in die 3. Liga

Im zweiten Teil unserer Storyserie lest ihr, wie es Dominik Kaiser mit RB Leipzig von der 3. Liga bis in die 1. Bundesliga schaffte. Der „Durchmarschierer“ erklärt das Erfolgsgeheimnis des Vereins, der mittlerweile zu den Top-Klubs in der Bundesliga gehört und mit attraktivem Offensivfußball begeistert.