Die Spieler von RB Leipzig nach der Pokal-Übergabe.
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Fußball

Pokal-Party in Leipzig: Der erste Titel hat viele Gesichter

Sechs Jahre nach dem Bundesliga-Aufstieg gewinnt das Team um Kapitän Peter Gulacsi seinen ersten Titel und schafft Momente für die Ewigkeit.
Autor: Dominik Sander
2 min readveröffentlicht am
Rund um das Objekt der Begierde herrschte dichtes Gedränge. Benjamin Henrichs kam der 5,7 Kilogramm schweren Trophäe nahe genug für einen Kuss. Im Anschluss polierte Willi Orban sie für seinen Kapitän und Landsmann nochmal auf. Doch wo blieb nur Peter Gulacsi? Als letzter betrat der ungarische Keeper von RB Leipzig die Bühne, um den DFB-Pokal in den Berliner Nachthimmel zu stemmen und eine rauschende Party-Nacht einzuleiten.
Im goldenen Konfettiregen erhält RB Leipzig-Kapitän Peter Gulacsi den DFB-Pokal.
Konfetti, marsch! Kapitän Peter Gulacsi stemmt als erster den Pokal hoch.

Kaderbreite schlägt numerische Überlegenheit

Eine Nacht, in der sich für Gulacsi und Co. auch ein Kreis geschlossen hatte: Im sechsten Jahr seiner Bundesliga-Historie stellten sich die Roten Bullen den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte in die Vitrine. Drei Anläufe und ein Elfmeterkrimi im DFB-Pokal-Finale waren dafür nötig.
Kevin Kamp schüttet eine Dose Red Bull in den DFB-Pokal.
Mit der Celebration Can weiht Kevin Kampl den Pokal ein.
Anders als bei den Endspielen 2019 und 2021 fighteten sich die Leipziger beim Sieg über den SC Freiburg (4:2 im Elfmeterschießen) nach einem Rückstand zurück. „Der Sieg fühlt sich besonders an, weil wir Moral gezeigt und das Finale bis in die Verlängerung offen gehalten haben“, betonte Peter Gulacsi.
Auch, wenn die langjährige Nummer 1 im Elfmeterschießen nur zweimal zu bezwingen war, hatte dieser Pokal-Triumph noch viele weitere Gesichter. Von Christopher Nkunku, der beim Ausgleichstor dort stand, wo ein Go to Guy und Spieler der Saison zu stehen hat, über Taktik-Tüftler Domenico Tedesco (19 Siege in 30 Pflichtspielen als RBL-Coach) und seine fünf Joker.

Vier Schützen im "You can do anything" Modus

Dank Nordi Mukiele, der praktisch jeden Zweikampf in der Luft für sich entscheiden konnte, und den scharfen Standards eines Dominik Szoboszlai nahm die numerische Überlegenheit der Breisgauer zum Ende der regulären Spielzeit spürbar ab. Der ebenfalls eingewechselte Dani Olmo ließ in 51 Minuten eine eher wechselhafte Saison vergessen und hob auch reflexartig die Hand, als Domenico Tedesco die Schütze für das Elfmeterschießen zusammenstellte.
Nkunku, Abwehrchef Orban sowie Benjamin Henrichs und eben Olmo gingen zum Punkt. Jeder von ihnen verwandelte mit einer Überzeugung, als hätten sie das Pokalsieger-Shirt (hier die ganze Pokalsieger-Kollektion abchecken) die ganze Zeit unter dem Trikot getragen. Die Aufschrift: You can do anything!
Nach 120 kräftezehrenden Minuten stürzten sich Peter Gulacsi, Dani Olmo und Co. ins Berliner Nachtleben. Wie lange unsere Roten Bullen durchgehalten haben? Sagen wir mal so: Um 6:50 Uhr am Sonntagmorgen wurde der offizielle Twitter-Account in „Pokalsieger“ geändert…