In der CHL fuhr Red Bull München drei Siege in den ersten vier Spielen ein.
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Eishockey

Mit Fans und Plan B: Red Bull München bereit zum Gegenschlag

Das frühe Playoff-Aus ist vergessen. Die Münchner Kufencracks starten in die DEL-Saison 2021/22 und spitzen die Hörner für den Dreikampf mit Mannheim und Berlin.
Autor: Dominik Sander
3 min readveröffentlicht am
Eins, zwei - und vorbei! Der Playoff-Run von Red Bull München endete - auch bedingt durch den verkürzten Modus (Best of Three) - abrupt und weit vor der Finalserie. Viele Spieler rangen seinerzeit nach Worten. Schließlich war es Head Coach Don Jackson, der nach dem Viertelfinal-Aus gegen den bayerischen Nachbar ERC Ingolstadt (1:4, 4:5 OT) als erstes seine Stimme wiedergefunden hatte: „Schon jetzt können wir die nächste Saison gar nicht erwarten.“
Ein Satz mit viel Interpretationsspielraum. Ein Satz, der erst während der Off-Season mit Leben gefüllt wurde und sich nach und nach zu einer Kampfansage an die Konkurrenz wandelte. Angeführt vom „doppelten“ Ben und mit den Fans im Rücken starten die Münchner Kufencracks am 9. September bei den Eisbären Berlin in die PENNY DEL-Saison 2021/22. Unser Saisonausblick:

Zweimal Ben? Gestatten, Smitty und Streeter!

Vom personellen Umbruch im Kader, der zwischen 2016 und 2018 dreimal in Folge den Titel in die bayerische Landeshauptstadt geholt hatte, blieben auch bekannte Gesichter wie Mark Voakes oder der letztjährige Top-Scorer Chris Bourque nicht verschont. Umgekehrt konnte Don Jackson in Zusammenarbeit mit Christian Winkler einige Wunschspieler für die Red Bulls gewinnen. Hier wäre allen voran Ben Smith zu nennen.
Leader-Qualitäten, Scoring Power und Titel-DNA - als Center bringt der US-Boy das komplette Paket mit. Und statt damit in den letzten beiden Jahren einen direkten Konkurrenten (Adler Mannheim) zu stärken, könnte Smith nun in den engen Duellen gegen die letzten beiden DEL-Meister Mannheim (2019) und Berlin (2021) den Unterschied zu Gunsten der Münchner ausmachen. Nicht nur wegen des Namens vom gleichen Schlag: Ben Street, AHL-Import aus Binghamton!
Patrick Hager auf der Pressekonferenz vor dem DEL-Saisonstart.
Center Patrick Hager führt die Red Bulls erneut als Kapitän an.
Der Saisonauftakt in Berlin ist eine Möglichkeiten zu zeigen, wie stark wir dieses Jahr sind
Patrick Hager

CHL-Auftritte machen Lust auf mehr

Schon bei den ersten Einsätzen in der Champions Hockey League ließ der 34-Jährige seine Klasse aufblitzen (drei Tore, vier Assists) und war fast überall auf dem Eis zu finden. In der CHL grüßen Street und Co. mit neun Punkten aus den ersten vier Partien übrigens von der Tabellenspitze. Bleibt also nur die Verwechslungsgefahr in der Kabine als Problemchen für Don Jackson. „Wir haben eine Lösung: Er ist Smitty und ich bin Streeter“, so der 70-malige NHL-Spieler.
Auf dem Eis sehen ihn die Fans in den nächsten Wochen vermutlich häufig zusammen mit Trevor Parkes sowie dem aus Köln gekommenen DEB-Nationalspieler Frederik Tiffels. In Summe: Ein physischer Power Forward, ein Speedster und Street als Spielmacher - diese Sturmreihe lässt sogar Eishockey-Experten wie Rick Goldmann mit der Zunge schnalzen! Im folgenden Play of the Day-Clip gibt es einen Vorgeschmack:
In der Defensive vertraut der Head Coach größtenteils auf arrivierte, eingespielte Kräfte. Dazu zählen Publikumsliebling „Koni“ Abeltshauser oder Yannic Seidenberg, der in seine nunmehr neunte Saison im Jersey der Red Bulls geht. Mit Jonathon Blum (Färjestad BK) kam lediglich ein neuer Verteidiger hinzu. Es liegt auf der Hand, dass Don Jackson für die Titeljagd das Entwicklungspotenzial in seinem Kader nutzen will, in dem elf Spieler 23 Jahre oder jünger sind.
Viel Erfolg für die neue Saison, Red Bulls! Die Vorsaison hat gezeigt: Ohne Fan-Support ist das Team nur halb so stark. Den passenden Merch, um das Team zu unterstützen, findet ihr hier.