Sergio Pérez ist bei Red Bull angekommen.
© Getty Images/Red Bull Content Pool
F1

F1-Interview: Darum ist Sergio Pérez bei Red Bull für Großes bestimmt

Vor dem Grand Prix in Imola spricht der Red Bull-Pilot darüber, wie er in das neue Team gefunden hat und was er sich von der Saison 2021 erwartet.
Autor: Benjamin Saldias
veröffentlicht am
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Sergio Pérez

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So, wie es bei Team-Debüts üblich ist, ist Sergio Pérez' erstes Rennen für Red Bull Racing Honda beim Eröffnungs-Grand Prix in Bahrain wahrlich eines gewesen, das uns in Erinnerung bleibt.
Nachdem in der Vorbereitung nur eineinhalb Tage anberaumt waren, um mit dem neuen Team zu testen, gab sein RB16B beim Renn-Debüt bereits in der Aufwärmrunde den Geist auf. Alle Zeichen wiesen auf einen denkbar kurzen Einstand von Checo hin. Glücklicherweise gelang es dem Mexikaner, dem Auto wieder Leben einzuhauchen, womit er aus der Boxengasse starten konnte. Von dort Weg lieferte er eine herausragende Performance. Mit einem Überholmanöver nach dem anderen pflügte er durch das Feld, bis er am Ende als Fünfter über die Ziellinie ging und zum Fahrer des Tages gewählt wurde.
Unter diesen Umständen ist Pérez' Leistung für Red Bull umso beeindruckender, womit wir uns für die Saison 2021 viel versprechen. Bevor Checo ins kommende Rennwochenende in Imola startet, haben wir ihn zum Interview getroffen.
Sergio Pérez wusste bei seinem Debüt in Bahrain zu beeindrucken.
Sergio Pérez wusste bei seinem Debüt in Bahrain zu beeindrucken.
Wie läuft die Arbeit mit Red Bull Racing Honda?
Obwohl wir nur wenig Zeit zum Testen hatten, läuft es gut. Normalerweise bleiben uns drei Tage, dieses Mal waren es aber nur eineinhalb. Wenn man bedenkt, wie viel Zeit wir mit aerodynamischen Testläufen verbringen mussten, fiel die Zeit im Auto noch kürzer aus. Bahrain bietet eine einzigartige Strecke, aber mittlerweile rückt alles an seinen Platz. Jeder Kilometer macht meiner Ansicht nach den Unterschied aus.
Das Team ist in der Lage, Großes zu erreichen; das ist eine einzigartige Chance für mich.
Wie fällt dein erster Eindruck der Team-Kultur aus?
Sobald du bei Red Bull ankommst, weißt du, warum sie so erfolgreich unterwegs sind - mit Christian (Horner), Adrian (Newey) und Dr. Marko und der gesamten Teamstruktur. Die Power, die Red Bull mitbringt, ist mitreißend. Das Team ist in der Lage, Großes zu erreichen; das ist eine einzigartige Chance für mich.
Es ist ein wahres Erlebnis, wenn du einen Blick von außen darauf wirfst. Dir wird klar, warum das Team so viele Erfolge feiert - die Mentalität, die hier vertreten wird. Es braucht keine übertriebene Disziplin, um den Fokus zu finden. Alles ist relaxt, dennoch holen alle das Maximum heraus. Das ist etwas, was Red Bull in unserem Sport auszeichnet und das Team außergewöhnlich macht.
Pérez weiß, warum Red Bull so erfolgreich ist.
Pérez weiß, warum Red Bull so erfolgreich ist.
Was, glaubst du, kannst du zur Arbeit mit Red Bull Racing Honda beitragen?
Ich bin nicht der richtige Ansprechpartner, um diese Frage zu beantworten. Natürlich bringe ich eine gewisse Erfahrung und eine neue Kultur mit, um neue Wege zu finden, das Maximum aus dem Rennen und dem Auto herauszuholen und die Weiterentwicklung voranzutreiben. Das ist dem Team sehr wichtig.
Die Daten zeigen, dass ich große Schritte mache. Zudem weiß ich, wo ich Rundenzeit verliere. Ich sehe ganz konkret, wo ich mich verbessern kann.
Der fünfte Platz bei deinem ersten Rennen ist ein großartiges Ergebnis, wenn man die Umstände bedenkt. Was hast du aus dieser Erfahrung gelernt?
Wir haben dem Team einige wichtige Punkte gesichert, was wichtig ist. Zudem habe ich weitere Kilometer hinter mich gebracht - davon ist jeder Gold wert!
Die Daten zeigen, dass ich große Schritte mache. Zudem weiß ich, wo ich Rundenzeit verliere. Ich sehe ganz konkret, wo ich mich verbessern kann.
Sergio Pérez pflügte in Bahrain durch das Feld.
Sergio Pérez pflügte in Bahrain durch das Feld.
Im Nachhinein betrachtet: Gab es irgendeine Art von Vorteil, von hinten zu starten und auf volle Attacke zu gehen?
Nicht wirklich, da du hinten diesen Zug nach vorne nicht wirklich hast. Du fährst immer mit einer anderen Strategie, als dein Teamkollege, was hingegen gute Erfahrungswerte schafft, und du fährst ein anderes Rennen als die Konkurrenz. Du musst die Reifen viel bewusster managen, als du es eigentlich willst, und du verbringst Zeit im Verkehr, also ist das nicht ideal. Am Ende sind diese Punkte aber wirklich wichtig für uns. Wenn es dir gelingt, aus einem schlechten Tag das Optimum herauszuholen, dann fährst du eine erfolgreiche Saison.
Wie ist Max Verstappen, der Teamkollege, mit Max Verstappen, dem Rivalen, zu vergleichen?
Als Teamkollege lernst du ihn natürlich näher kennen. Du siehst, wie er arbeitet, und was er im und außerhalb des Autos macht. Als Rivale siehst du ihn einfach auf der Strecke, das ist alles. Max ist ein talentierter Pilot und sehr authentisch.
Wie fühlt es sich an, so kurz vor Imola, wo du doch dein Auto noch weiter kennenlernen musst?
Es ist nicht meine Lieblingsstrecke, dennoch gibt es einige Aspekte, die ich genieße. Das Rennen wird aber nicht so spektakulär ausfallen, wie üblicherweise. Ohne Safety-Car kann es sein, dass es ein Ein-Stopp-Rennen wird, womit der Unterhaltungswert für die Fans nicht gegeben ist. Hoffentlich können wir aber ab dem ersten Tag vorne mitmischen und einen weiteren Schritt in die richtige Richtung machen.
Nach einem Rennen ist Pérez bereit, vorne mitzumischen.
Nach einem Rennen ist Pérez bereit, vorne mitzumischen.
Gibt es irgendwelche andere Strecken, auf die du dich mit deinem RB16B besonders freust?
Eigentlich auf alle. Für mich geht es im Moment darum, das Auto durch und durch zu beherrschen und mich darin wohlzufühlen. Momentan denke ich noch viel darüber nach, wie das Auto reagiert. Wir machen Fortschritte und wir haben einen wettbewerbsfähigen Wagen, also wollen wir beide an der Spitze sehen.
Hast du dir für diese Saison irgendwelche Ziele gesetzt? Was wäre für dich ein persönlicher Erfolg?
Das Potenzial des Autos voll und ganz auszureizen. Den Speed so schnell wie möglich zu finden und Wochenende für Wochenende abzuliefern.
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