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YouTuber Fabio Schäfer über Red Bull Radical und MTB-Liebe in Reinform

© Fabio Schäfer
Spiel, Spaß und Schmerzen. Nicht weniger verspricht Red Bull Radical. YouTuber Fabio Schäfer ist am 24. Oktober dabei! Hier teilt er wertvolle Tipps für deinen Start, die Obstacle und dein Set-Up.
Autor: Henner Thiesveröffentlicht am
600 Höhenmeter, 22 Hindernisse und 25 beinharte Kilometer – Red Bull Radical ist nichts für Zartbesaitete und für jeden ambitionierten Biker eine echte Herausforderung. Denn egal, ob man vom Cross Country, Enduro, Downhill oder Freeride kommt – im Steinbruch Oetelshofen zählt am 24. Oktober vor allem eins: der Wille, trotz aller Qualen, Spaß am Ausloten der eigenen Grenzen zu haben.
YouTuber Fabio Schäfer hat das Format des wohl härtesten MTB-Rennens in Deutschland überzeugt. Der 34-jährige Vollblut-Biker startet bei Red Bull Radical und freut sich schon jetzt auf eine Herausforderung der ganz besonderen Sorte.
Ich sehe Red Bull Radical schon jetzt als persönliche Herausforderung!
Fabio Schäfer, MTB-YouTuber
Wie Fabio Schäfer zu einem der erfolgreichsten MTB-YouTuber Deutschlands geworden ist und welche Tipps er für deinen Start bei Red Bull Radical hat, liest du hier.

Fabio, für alle, die dich noch nicht kennen: kurz und knapp, wer bist du, was machst du?

Ich fahre seit 23 Jahren Mountainbike, mittlerweile Vollzeit! Eigentlich fahre ich Freeride, Downhill, Enduro und ein bisschen Dirt-Jump. Über meine kleinen und großen Abenteuer in diesem Bereich mache ich regelmäßig Videos und stelle diese bei YouTube online.
YouTuber und Mountainbiker Fabio Schäfer performt einen Jump im selbst gebauten Park.
Fabio hat geschafft, wovon viele träumen: Das Hobby zum Beruf machen.

Mit fast einer viertel Millionen Abonnenten kann man dich fast schon als YouTube-Star bezeichnen: Wie ist es soweit gekommen?

YouTube-Star hört sich für mich auch nach all den Jahren immer noch befremdlich an. Das wollte ich nie sein. 2010 habe ich meinen YouTube-Kanal erstellt. Weil ich schon immer Spaß an Fotos und Videos hatte, habe ich angefangen, die ersten GoPro-Abfahrten in irgendwelchen Bike-Parks zu filmen und kleine Edits hochzuladen. Anfangs nicht wirklich regelmäßig, dann immer öfter.
Ich hatte damals schon ein paar Bike-Sponsoren, mit deren Unterstützung ich zusammen mit einem Kumpel in den Anfangsjahren sehr viel gereist bin. Dabei sind immer mehr und mehr Videos entstanden. 2016 war es dann soweit, dass ich wöchentlich ein neues Video hochgeladen habe. Da ging dann die Post ab. Wie das gekommen ist, keine Ahnung (lacht).

Und das machst du alles alleine?

Bis 2019 habe ich tatsächlich alles alleine gemacht. Seit Februar 2020 habe ich einen Cutter, der meine Videos schneidet. Das Filmen mache ich aber nach wie vor in Eigenregie. Das finde ich auch das Schöne an YouTube: Man macht sein Ding, zieht es durch und hat Spaß dabei.
Die Freiheit genieße ich total. Das ist pures Herzblut, sowohl was das Biken betrifft, als auch das Filmen und Schneiden. Trotzdem ist es angenehm, nun jemanden zu haben, der zumindest den Schnitt übernimmt. Ich bin vor zwei Jahren Vater von Zwillingen geworden, da wird die Zeit tendenziell knapper.
YouTuber und Mountainbiker Fabio Schäfer in Action unter den AUgen seiner Zwillinge und seiner Frau.
Fabios Zwillinge werden schon früh an Papas Lieblingssport herangeführt.
Bei allem Ehrgeiz muss man sich klar werden, dass man den Red Bull Radical Parcours so nicht nachbauen kann. Wenn man ihn fährt, sollte man daher Spaß haben – egal, wie weh es tut!
Fabio Schäfer, MTB-YouTuber

Und doch nimmst du dir die Zeit, bei Red Bull Radical zu starten! Was reizt dich daran, am 24. Oktober im Steinbruch Oetelshofen anzutreten?

Ich finde das ganze Format extrem spannend. Das Ganze erinnert mich an einen Hindernislauf auf dem Mountainbike. Da hat man neben dem klassischen Bergauf- und Downhill-Fahren viele zusätzliche Herausforderungen, die einen auf dem Weg ins Ziel erwarten. Ich bin sicher, das wird für alle sehr unterhaltsam.

Wie sieht dein Gameplan für Red Bull Radical aus: Mit welcher Strategie gehst du ins Rennen?

Es gilt, trotz der Renn-Hektik, die ja dann doch immer herrscht, einen kühlen Kopf zu bewahren. Man darf sich also nicht stressen. Gleichzeitig muss man aber dennoch Vollgas geben, um auf der kilometertechnisch kurzen Strecke nicht abgehängt zu werden. Ich denke, unterm Strich ist das Wichtigste, dass man das Rennen als persönliche Herausforderung sieht und man sich gar nicht um die Platzierung sorgt. Die kommt – soweit man Spaß daran hat, sich beim Event so richtig zu quälen – ganz von alleine.
MTB · 4 Min
Red Bull Radical - 10 Dinge, die du wissen musst

Mit diesen Tipps von Fabio Schäfer zu den anspruchsvollsten der insgesamt 22 Hindernisse bei Red Bull Radical kommst du garantiert ins Ziel!

  • The Groundwater Fjord: Hier ist der Untergrund unter der Wasseroberfläche interessant. Erwischt man ein tiefes Loch, in das man steigt? Ist es matschig? Kommt man sich wegen des Massenstarts kurz zuvor dort mit anderen Teilnehmern in die Quere? Da wird es sicher schon die ersten Ausfälle geben. Um sicher durch den Groundwater Fjord zu kommen, sollte man schauen, dass man sich eher am Rand positioniert und als einer der ersten dort reinfährt.
  • Rope Climb: Hier wird die Tragetechnik des Bikes und nicht zuletzt das Gewicht des eigenen Rads entscheidend sein. Ich denke, man muss das Bike so tragen, dass man die Hände frei hat und trotz Bike schnell hochkommt. Denn je länger man im Seil hängt, desto anstrengender wird es. Zudem muss man schauen, dass man sich beim Hochklettern nicht selbst mit dem Rad blockiert.
  • Muddy Bridges: Hier ist es wichtig, ans Ende der schmalen Holzlatten zu blicken und nicht direkt vor sich. Sonst läuft man Gefahr, mit dem Lenker zu schlackern und die Balance zu verlieren. Ich kann mir vorstellen, dass dieses auf den ersten Blick harmlose Obstacle vielen im Eifer des Gefechts zum Verhängnis werden könnte.
  • Hyper Pump Track: Hier sollte man den Schwung und den Speed direkt beim Runterfahren des ersten Hügels mitnehmen und ihn nach Möglichkeit bis zum Schluss halten. Zudem muss man hier sicher auch auf seine Kontrahenten achten, damit man hier nicht ausgebremst wird. Der richtige Rhythmus und genügend Speed werden hier entscheidend sein.
Grafik des Red Bull Radical Kurses, inklusive aller Obstacle des Mountainbike Events im Steinbruch Oetelshofen.
Red Bull Radical: Der Streckenplan und die Ostacle im Überblick.
  • Truck Tyre Pyramids: Wie beim Rope Climb wird es hier auf die richtige Tragetechnik und die richtige Bike-Wahl ankommen.
  • Wooden Berms: Für alle, die öfter mal im Bike-Park unterwegs sind, wird dieses Obstacle sicher eins der spaßigsten. Dennoch muss man, je nach Wetter, darauf achten, die Geschwindigkeit mitzunehmen, auf die Physik des Mountainbikens zu vertrauen und trotzdem nicht abzurutschen.
  • Rooty Trails: Hier wird, wie beim Downhill-Fahren, die richtige Linien-Wahl entscheidend sein. Zudem muss man vorausschauend fahren und dann in Bruchteilen von Sekunden entscheiden, wo ist die richtige, wo ist die schnellste, wo die sicherste Linie.
  • Gravel Pits: Hier gilt es, schon vor dem Anstieg Vollgas zu geben und sich im besten Fall von seinen Kontrahenten abzusetzen, um dann beim Downhill freie Fahrt zu haben. Sicher muss man hier auch auf seine Mitstreiter und nicht zuletzt auf die richtige Fahrtechnik achten, um auf dem groben Schotter nicht abzuschmieren.

Auf dieses Set-Up setzt Fabio Schäfer bei Red Bull Radical

YouTuber und Mountainbiker Fabio Schäfer schiebt sein Mountainbike in einem MTB-Park eine Rampe hoch.
Neben dem richtigen Gameplan entscheidet bei Red Bull Radical das Set-Up!
  • Rad: Bei Red Bull Radical gehe ich nicht mit Enduro- oder Downhill-Rad an den Start, sondern mit einem Canyon Lux, das ist ein Cross-Country-Fully. Aufgrund der technischen Passagen habe ich mich gegen ein Cross-Country-Hardtail entschieden, um im Track noch ein paar Extra-Reserven zu haben. Mit Blick auf die Trage- und Kletter-Passagen habe ich ein Bike gewählt, das knapp unter 10 kg wiegt. Ich denke, damit bin ich gut für das Rennen gerüstet.
  • Reifen: Hier setze ich auf den Race King von Continental. Der hat sehr wenig Rollwiderstand und bietet doch ein wenig Halt – ein klassischer Cross Country Reifen, wenn man so will.
  • Helm und Schoner: Ich gehe mit einem ganz normalen Rad-Helm ins Rennen und habe mich persönlich gegen weitere Schoner entschieden. Grund sind die vielen Bergauf-Passagen, bei denen Schoner stören könnten. Gleichzeitig machen Schoner mit Blick auf einige andere Obstacle wieder Sonn. Ich orientiere mich hierbei aber an den Cross Country Fahrern.
  • Kleidung: Ich trage meine klassische Enduro Rad-Kleidung. Sprich, eine lockere Short, aus der ich je nach Wetter auch eine lange Hose mache, ein weites Shirt und, eventuell, je nach Wetter, noch eine zusätzliche Lage.
  • Schuhe: Die Schuhe sind bei Red Bull Radical eine heikle Frage: Auf der einen Seite ist jeder Cross-Country-Fahrer, der etwas auf sich hält, mit Klick-Pedalen unterwegs. Für weite Strecken des Rennens macht das auch Sinn. Dennoch sehe ich die Gefahr, dass sich die Schuhe unter Umständen mit Schlamm oder Steinen zusetzen und man am Ende nicht mehr in seine Klick-Pedale kommt. Deshalb nehme ich auch Flat-Pedals und entsprechende Schuhe mit in den Steinbruch und werde am Renntag je nach Wetter entscheiden, womit ich starte.
  • Minitools, Schlauch und Pumpe: Dadurch, dass das Rennen doch ein wenig länger dauern und das Equipment stark beanspruchen wird, sollte man unbedingt etwas dabei haben, mit dem man einen Platten, oder eine verdrehte Lenkerstange schnell richten kann.