F1
Wahre Wing-Men: So bedeutsam sind F1-Reservefahrer
Red Bulls Testfahrerkader ist einer der stärksten in der Formel 1 - eine Mischung aus F1-Erfahrung und jungen Talenten, die hungrig sind. Aber was ist die Rolle eines Reservefahrers?
Ein Reservefahrer ist ein zentraler Baustein des Teams - er ist der Erste, der einspringt, wenn einer der F1-Piloten aufgrund von Krankheit, Verletzung oder unvorhergesehenen Umständen nicht fahren kann. Der Reservefahrer muss immer in Topform sein und sich auf den Ernstfall vorbereiten. Er ist aber auch so ein wichtiger Teil des Teams, denn er verbringt Stunden damit, das Auto für Rennen vorzubereiten und neue Designs für die Zukunft zu testen.
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Wer sind die Reservefahrer?
Oracle Red Bull Racing und das Visa Cash App RB Team haben eine beachtliche Liste von Reservefahrern auf Abruf. Yuki Tsunoda erfüllt dieses Amt für Red Bull Racing und Racing Bulls. Er hat sich bereit erklärt, diese Rolle zu übernehmen, nachdem er von Isack Hadjar ersetzt wurde.
Wenn Max Verstappen, Hadjar, Liam Lawson oder Arvid Lindblad nicht fahren können, ist Tsunoda bereit, sich ins Auto zu setzen. "Ich bin entschlossen, mit Red Bull als Test- und Reservefahrer härter als je zuvor zu arbeiten, um mich mit dem Team weiterzuentwickeln und zu beweisen, dass ich einen Platz in der Startaufstellung verdient habe", sagte Tsunoda.
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Wie oft springen Reservefahrer für Rennfahrer ein?
Das kommt nicht sehr oft vor, aber in der aktuellen Startaufstellung hat Lawson seinen Durchbruch in der Formel 1 als Ersatzfahrer für Daniel Ricciardo beim Großen Preis der Niederlande 2023 erlebt, bevor er den Australier gegen Ende der Saison 2024 im Visa Cash App RB-Team ersetzte. Oliver Bearman sprang beim Großen Preis von Saudi-Arabien 2024 für Ferrari ein, nachdem Carlos Sainz mit einer Blinddarmentzündung im Krankenhaus lag. Später stieg er bei Haas als Fixpilot in die Formel 1 ein.
George Russell, der in der Formel 1 für Williams an den Start ging, vertrat Lewis Hamilton beim Großen Preis von Bahrain 2020, als der Weltmeister an Covid erkrankt war. Er zeigte dermaßen beeindruckende Leistungen, dass er schließlich einen Platz bei Mercedes erhielt.
Als Reservefahrer bist du an den Rennwochenenden im Fahrerlager der Formel 1 und das kann ein wahrer Vollzeitjob sein und am Ende macht sich das bezahlt: Valtteri Bottas und Sergio Pérez wurden von Cadillac für die Debütsaison des US-Teams rekrutiert, nachdem sie ein Jahr auf der Ersatzbank gesessen hatten.
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Gibt es noch andere Zeiten, in denen Reservefahrer in der F1 fahren dürfen?
Bei zwei Grands Prix pro Saison müssen die F1-Teams einem "Rookie"-Fahrer erlauben, das Auto im FP1 auszuprobieren. Das ist wichtig, um neue Fahrer zu entwickeln, aber in einer Saison mit den größten Regeländerungen in der Geschichte der Formel 1 muss das Team die Testzeit auf der Strecke maximieren. Ein "Rookie" ist ein Fahrer, der nicht mehr als zwei Grands Prix bestritten hat. Bei vielen Teams fällt diese Rolle dem Reservefahrer zu, aber bei Red Bull Racing ist Tsunoda mit fünf Saisons in der F1 ausgeschlossen.
Bei der letzten Session in Barcelona wurde diese Aufgabe von einem Fahrer des Red Bull Junior Teams, Ayumu Iwasa, übernommen. Iwasa ist nicht nur der amtierende Super Formula Champion, er hat auch die meiste F1-Erfahrung im Junior Team. Barcelona war der zweite Trainingseinsatz des Japaners für Red Bull Racing, zuvor ist er bereits vier Mal für die Racing Bulls gefahren.
Red Bull Racing hat auch den sehr erfahrenen Sébastien Buemi als Entwicklungspiloten zur Verfügung. Der Schweizer fuhr in der F1 für das Visa Cash App RB Team, als es noch Toro Rosso hieß. Er ist außerdem vierfacher Gewinner der 24 Stunden von Le Mans, vierfacher Langstrecken-Weltmeister und Formel-E-Champion. Dazwischen hat Buemi mehr Zeit im Red Bull Racing-Simulator verbracht als fast jeder andere.
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Was macht ein Reservefahrer?
Abgesehen davon, dass er bereit ist, Rennen zu fahren, besteht ein großer Teil des Arbeitspensums eines Reservefahrers darin, im Simulator in der Fabrik zu sitzen. Da die Zeit auf der Rennstrecke in der Formel 1 so begrenzt ist, werden die harten Testfahrten im Simulator durchgeführt. Unterstützt von einem Team aus Strategen, Ingenieuren und KI ist der Simulator ein mächtiges Werkzeug, das reale Strecken, das Verhalten der Autos und Änderungen am Setup mit unglaublicher Genauigkeit nachbilden kann.
"Der größte Teil meiner Arbeit besteht darin, während des Rennens im Simulator zu sein, wir nennen das Race Support", sagt Buemi. "Wir haben nur zweistündige Sitzungen am Freitag - nicht viel Zeit, um viele Dinge zu testen. Im Simulator kannst du so viel fahren, wie du willst."
"Wir versuchen sicherzustellen, dass sich das Auto ähnlich verhält wie das echte Auto auf der Rennstrecke, und dann finden wir verschiedene Möglichkeiten, es einzustellen - immer in der Hoffnung, das Auto noch schneller machen zu können."
Dieses Programm beginnt am Donnerstag. Die Ergebnisse werden dem Team in der Fabrik und in der Garage an der Rennstrecke mitgeteilt, damit die Ingenieure sie rechtzeitig für das FP1 umsetzen können. Nach jedem Training wird das Sim-Team weitere Tests durchführen, um das beste Set-up zu finden. Nach FP3 wird das Auto für das Qualifying bereit sein.
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Was macht ein Ersatzfahrer auf der Rennstrecke?
Wenn die Arbeit in der Fabrik am Samstag beendet ist, macht sich der Ersatzfahrer auf den Weg zum Flughafen, um den ersten Flug zum Grand Prix zu nehmen, damit er am Sonntag ausgeruht und rennbereit an der Strecke ist. Am Morgen nehmen sie an den Briefings vor dem Rennen teil und teilen ihre Erkenntnisse mit den Ingenieuren und den Rennfahrern.
Das ist eine wichtige Aufgabe, vor allem im Jahr 2026, wenn ein neuer Regelzyklus eingeführt wird: Sie erfahren von den Fahrern, wie sich das Auto verhält und wie sie es haben wollen, und arbeiten mit den Ingenieuren daran, dieses Feedback in Leistungsänderungen umzusetzen.
Rookie-Fahrer Ayumu Iwasa auf der Strecke beim Großen Preis von Barcelona
© Getty Images/Red Bull Content Pool
Für Tsunoda ist dieser Teil der Aufgabe ganz natürlich. Nachdem er jahrelang effektiv mit den Teams von Racing Bulls und Red Bull Racing zusammengearbeitet hat, kennt er die Sprache, die Prozesse und die Menschen. Sein Wert als Reservefahrer liegt nicht nur in seinem Fahrstil, sondern auch in seiner Fähigkeit, die Daten zu verstehen und genau zu sagen, was das Auto macht.
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Wie bleiben die Reservefahrer konzentriert?
Als Profisportler kümmern sich die Fahrer um ihren Körper, indem sie ins Fitnessstudio gehen und sich richtig ernähren. Fitness und eine gute Schlafhygiene sind für die Fahrer sehr wichtig, um fit zu bleiben. Wenn das Team am anderen Ende der Welt arbeitet, bedeutet das, dass der Fahrer und die Ingenieure des Sim-Teams ungewöhnliche Arbeitszeiten haben werden, da sie in der Zeitzone des Rennteams arbeiten müssen.
Tsunoda wird die meiste Zeit im Simulator verbringen, um Tests und Setups durchzuführen, was eine hohe Konzentration erfordert. Buemi, der mehr Freizeit hat, nimmt noch an der Langstrecken-Weltmeisterschaft teil und hat die ersten 6 Stunden von Monza gewonnen, während Iwasa seine Reservistenrolle mit der Verteidigung seines Super Formula-Titels in Japan verbindet.
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Haben Reservefahrer noch andere Aufgaben?
Die Rolle geht über die Garage hinaus. Die Reservefahrer fungieren als Botschafter für das Team und beteiligen sich an Medienaktivitäten, Sponsorenveranstaltungen und der Einbindung der Fans. Tsunoda ist mit seinem leidenschaftlichen Fahrstil, seinem unbändigen Sinn für Humor und seiner großen Fangemeinde eine natürliche Besetzung. Bei Red Bull Racing gehört dazu auch, dass er Showcar-Rennen fährt. Buemi ist schon mit einem F1-Auto über Berge, zugefrorene Seen und exotische Strände gefahren.
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