Gran Canaria: Rund um die Insel mit diesen 7 Radtouren
Wenn die Bike-Saison in Mittel-Europa endet, geht sie auf den Kanaren erst richtig los. Wir haben den passenden Etappen-Plan vom Soria Climb bis zum Pico de las Nieves für dich.
Dichte Wälder übersäen den Norden. Umgekehrt lockt der Süden mit tiefen Tälern und strahlenförmigen Schluchten (Barancos), die sich bis zum Meer hinunter schlängeln. Wo wir hier sind? Einige nennen es die Radsport-Insel des ewigen Frühlings - aka Gran Canaria!
Schon im Januar, wenn das Thermometer konstant über die 20er-Marke klettert, können wir stundenlang um die drittgrößte der sieben Kanaren-Inseln radeln. Über 300 (!) Sonnentage über das ganze Jahr ziehen gleichermaßen Rookies wie Profis auf dem Bike an.
Toni Palzer vom UCI WorldTeam Red Bull - BORA - hansgrohe holte sich beim Rennrad-Trainingslager auf Gran Canaria die Form, um später seine zweite Grand Tour zu meistern. Wenn dich dein nächster Rennrad-Urlaub nach Gran Canaria führt, teste unbedingt eine der folgenden Touren aus:
First things first: Der Soria Climb stellt DEN Intervall-Berg schlechthin auf der Insel dar. Wie gemalt für drei-, fünf- oder auch 20-minütige Sessions. Als Berg der zweiten Kategorie gelistet, bietet Strava hier ein 5,6 Kilometer langes Segment an. „Wer schnelle Kletterer sehen will, sollte da unbedingt hochfahren. Die Steigung ist relativ gleichmäßig“, beschreibt Toni Palzer.
Einige dürften diese Tour auch als „Palmitos Park-Runde“ kennen. Hierbei springt unausweichlich der besagte Park mit botanischem Garten sowie diversen Tiergehegen ins Auge. Rückenwind hilft dir in der Regel beim Anstieg. Einzig die letzten 250 Höhenmeter bis zum höchsten Punkt sind etwas knackiger, aber immer noch Bike-Beginner-friendly.
„Eine richtig schöne Runde für Anfänger auf dem Rad. Die Palmen über der Straße und die Aussicht - das ist ein bisschen wie in der Wüste."
Die Faustregel für Radfahrer auf Gran Canaria besagt: Alle drei Stunden jeweils 1000 Höhenmeter. Selbst auf der Küstenstraße müssen Ups und Downs eingeplant werden. Einzig das Soria Valley, quasi die Low Traffic-Autobahn zum Soria Climb (siehe Tour 1), bietet die Möglichkeit, fast neun Kilometer durchgängig flach zu fahren. So können sich Anfänger an den ersten Tagen besser an das Klima und die Straßen auf der Insel gewöhnen.
Wer aus Maspalomas die Küstenstraße in Richtung Südwesten nimmt, kann nach etwas über acht Kilometern den Beach von El Pajar erreichen. Ob mit Gegen- oder Rückenwind bleibt ein Random-Faktor. Eine Verlängerung der Tour ins malerische Hafenstädtchen Puerto de Mogan ist derzeit nicht möglich. „Durch einen Felssturz ist die Straße gesperrt und auf dem Rückweg sollte man sich außerdem auf etwas mehr Verkehr einstellen“, erklärt Toni Palzer.
Die fünfte Radtour-Empfehlung öffnet das Tor in die weite Bergwelt von Gran Canaria. Die Straße in Richtung San Bartolome beinhaltet eine sechsprozentige Steigung. Bei der Klettertour mit knapp 400 Höhenmetern hast du nicht nur stets das Meer im Blick, sondern wirst oben am Mirador de Fataga mit einem herrlichen Panorama-Blick belohnt.
Du hast die vorherige Mirador de Fataga-Tour gemeistert und möchtest noch weiter ins Landesinnere touren? Here you go: Über eine kleine Abfahrt geht es vorbei am Kamel-Safari-Park und dann weiter in die 53.000 Einwohner-Gemeinde San Bartolomé de Tirajana, der Touristen auf zwei Rädern zu einem Coffee Stop einlädt.
„San Bartolome ist perfekt für einen Coffee Stop. Es gibt viele kleine Bäckereien oder Orte, um die Sonne zu genießen.“
Zum Abschluss noch ein Climb, der eine Mischung aus Place to be und Härtetest verkörpert. Der höchste Punkt des Pico de las Nieves liegt ziemlich genau auf 2000 (!) Höhenmetern und lässt - insofern du ihn nicht in der Nähe von Ayacata starten kannst - deine Beine brennen. Toni Palzer rät außerdem zu einem Wetter-Check: „Ich hatte schon das Szenario, dass ich dort oben bei Regen und drei Grad gestanden bin.“ Bei über 300 Sonntagen pro Jahr bleibt das aber eher die Ausnahme auf der Radsport-Insel.