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Rallye Raid

Sam Sunderland besteigt das höchste Gebäude der Welt

Der Sieger der Rallye Dakar 2017 rast in seinem neuesten Edit "Yalla" durch die Wüste, über Golfplätze und durch die Shopping Malls von Dubai, auf dem Weg zum höchsten Punkt des Burj Khalifa.
Autor: Joe Caron Dawe
5 min readveröffentlicht am
Der Weg zur Rallye Dakar 2022 war für Sam Sunderland ziemlich spektakulär.
In seinem neuesten Video "Yalla" gibt der Dakar-Sieger von 2017 dem Begriff "Offroad-Riding" eine ganz neue Bedeutung.
Ich hatte die freie Wahl, an welchen traumhaften Orten ich mit meinem Motorrad fahren wollte.
Für "Yalla" -- was auf Arabisch so viel wie "Beeilung" oder "Los geht's" bedeutet -- kam Sunderland in Dubai in den Genuss von grenzenloser Freiheit. Er durfte mit seinem KTM 450 SX-F Motocross-Bike überall fahren, wo er wollte.
Nachdem er im 160. Stock des höchsten Gebäudes der Welt, des knapp 830 m hohen Burj Khalifa, ankam, kletterte er die restlichen 90 Minuten bis zur Spitze.
Im folgenden Video erfährst du mehr über Sam Sunderland und seinen Triumph bei der Rallye Dakar 2017:
Rallye · 1 Min
Ko je Sam Sunderland?

Wie die Idee zu "Yalla" entstand

Die Idee für "Yalla" wurde geboren, als Sunderland seine Karriere als Rallye-Fahrer startete. Damals lebte der Brite in Dubai und bewunderte zusammen mit seinen Freunden die vielen perfekten Golfplätze der Stadt -- er träumte davon, einmal mit dem Motocross dort zu fahren.
Eines Tages fanden sie einen halbfertigen Golfplatz, der vor der Fertigstellung aufgelassen worden war. Sunderland fragte sich: "Wie cool wäre es, tatsächlich auf einem Golfplatz zu fahren?"
2019 sollte seine Fantasie erneut angeregt werden, als er sah, wie Kriss Kyle mit seinem BMX einen wahnwitzigen Hubschrauber-Drop wagte und auf dem Landeplatz des Burj Al Arab landete -- er verwandelte das Wahrzeichen Dubais in seinen persönlichen BMX-Park.
Sam Sunderland springt über eine Brücke im Emirates Hills Golf Club, Dubai, beim Dreh zum Edit "Yalla".
Sam Sunderland fliegt über eine Brücke im Emirates Hills Golf Club
Der Emirates Hills Golf Course war nur einer der vielen exklusiven Drehorte, denen Sunderland mit seinem lärmenden Motocross einen Besuch abstattete. Die Idee für das Projekt nahm langsam Gestalt an, wie Sunderland erklärt ...
"Ich hatte die freie Wahl, an welchen traumhaften Orten ich mit meinem Motorrad fahren wollte – the sky was the limit."
"Ich durfte einfach überall fahren, wo ich wollte. Und es gab Orte, an die ich nicht einmal im Traum gedacht hatte, wie die Spitze des Burj Khalifa. Es war total verrückt!"
Ganz ehrlich, der Aufstieg auf den Burj Khalifa war furchteinflößend.
Sunderland bezwang das höchste Gebäude der Welt, den 828 m hohen Burj Khalifa.
Sunderland auf dem höchsten Gebäude der Welt, dem 828 m hohen Burj Khalifa

Wie es Sam Sunderland auf die Spitze des Burj Khalifa schaffte

Da Sunderland die freie Wahl hatte, musste es das höchste Gebäude der Welt irgendwie in den Edit schaffen. Und so geschah es auch -- immer weiter hinauf bis es nicht mehr weiterging. Es war genauso furchterregend wie jeder Abschnitt der kargen, einsamen und unwirtlichen Wüste, der er sich bei der Rallye Dakar stellen muss.
Sam bestieg den Burj Khalifa in Dubai für die letzte Aufnahme des Films.
Ganz oben angekommen: Sam in Position für den Final Shot
"Ganz ehrlich, der Aufstieg auf den Burj Khalifa war furchteinflößend. Wir sind mit dem Aufzug in den 160. Stock gefahren, dann anderthalb Stunden lang die Leitern hochgeklettert, und als wir oben ankamen, war es noch dunkel. Wir starteten um zwei oder drei Uhr morgens, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang oben zu sein."
"Ganz oben gibt es eine kleine Öffnung. Sie wurde geöffnet, ich schaute kurz über den Rand hinaus und dachte nur: 'Nein danke, damit will ich nichts zu tun haben.'"
Schließlich wagte sich Sunderland für den Final Shot, der von einem Hubschrauber gemacht wurde, in voller Montur doch noch auf die winzige Plattform. "Das war verrückt. Absolut verrückt", sagte er.

Sunderland startete angeschlagen mit den Dreharbeiten

Die Dreharbeiten machten enorm viel Spaß, aber es gab auch einige Herausforderungen. Die acht aufeinanderfolgenden Drehtage mit oft bis zu 14 Stunden pro Tag begannen für Sunderland alles andere als ideal.
Sam Sunderland rast über eine Düne in der Wüste von Dubai, beim Dreh für seinen neuen Edit "Yalla".
Sunderland hinterlässt eine riesige Staubwolke in der Wüste von Dubai
"Ich war zwei Wochen lang bei der Rallye Marokko dabei, holte mir aber am vorletzten Tag eine Lebensmittelvergiftung", erzählt er. "Ich flog für einen Tag nach Hause, dann ging es direkt nach Dubai und am nächsten Tag begannen die Dreharbeiten."
Die Tatsache, dass Sunderland mit einem MX-Motorrad statt mit seinem normalen Enduro-Setup fuhr, bedeutete, dass er sich am ersten Tag umgewöhnen musste. Und natürlich schwirrte allen am Set der gleiche Gedanke durch den Kopf: das Verletzungsrisiko.
Gegen den Strom: Sam am Hinterrad vorbei an heimischen Kamelen.
Gegen den Strom: Sam am Hinterrad vorbei an heimischen Kamelen
Die größte Challenge kam jedoch in der am wenigsten erwarteten Form. Es war weder die Tour auf die Spitze des Burj Khalifa noch der Highspeed-Run am Strand La Mer und auch nicht die sandigen Bunker am Golfplatz.
"Es war der winzige Jump vor dem Burj Al Arab", erinnert er sich. "Wir wollten etwas mit dem Burj im Hintergrund machen und es war nur dieser eine Jump über eine Brücke, aber als wir dort ankamen, stellte ich fest, dass ich nirgendwo richtig landen konnte. Gleich nach der Landung gab es eine Palme, jede Menge Büsche und eine 90-Grad-Rechtskurve."
Der Sprung über die Brücke des Burj Al Arab in Dubai war eine technische Challenge für Sam Sunderland.
Die größte Challenge: Der Brückensprung vor dem Burj Al Arab
"Der Jump selbst war dreimal so lang wie der Platz, den ich zum Bremsen und Wenden des Bikes brauchte. Das war wahrscheinlich der kleinste und unbedeutendste Sprung des gesamten Edits, aber ich hatte wirklich Respekt und Angst, als es dann losging!"
Der Strand von La Mer war nicht nur für Sunderland ein echtes Highlight -- auch im Video kommt die Location spektakulär zur Geltung.
Sam Sunderland fährt durch den Ferienort La Mer in Dubai, wo er auf eine Dhau (ein arabisches Boot) springen musste, beim Dreh zum Edit "Yalla".
Sam in der Nachbarschaft von La Mer, wo er auf ein Boot springen musste
"Das war wirklich cool! Sie haben extra eine Dhau [ein arabisches Segelboot] gebaut für den Jump. Es war verrückt und auch lustig -- immerhin hatten wir vor auf diesem berühmten Touristenstrand auf ein Boot zu springen. Dann sagte mir jemand, ich dürfe keine der Blumen beschädigen, dort wo ich springen würde! Also musste wir ein bisschen improvisieren und einen schmalen Pfad zwischen den Büschen und Bäumen zeichnen. Das Resultat ist richtig cool geworden!"

Sunderlands Lieblings-Edit (bisher)

Sunderland hat im Laufe seiner Karriere schon zahlreiche Drehs hinter sich, aber der große Erwartungsdruck machte "Yalla" zu seiner bisher lohnendsten Herausforderung."
Die ganze Last lag auf meinen Schultern.
"'Yalla' war ein ganz neues Level! Ich hatte in der Vergangenheit das Glück, bei vielen außergewöhnlichen Projekten dabei zu sein, wie zum Beispiel Red Bull Gardians of the Dakar mit den Kamaz-Trucks und dem Peugeot-Auto, aber dieses Mal war es ganz anders."
"Die ganze Last lag auf meinen Schultern, das riesige Setup und die unglaublich große Crew. Jetzt lag es an mir. Ich musste mein Ding durchziehen! Am Ende lief alles perfekt nach Plan, die Crew war sehr erfahren und wir waren eine großartige Truppe gemeinsam."
Im Vergleich dazu ist Sunderlands nächste Herausforderung doch relativ einfach: Er muss keines der höchsten Gebäude der Welt erklimmen und sich um keine wertvollen Blumen oder Golfplätze kümmern. Er muss einfach nur die Rallye Dakar gewinnen. Challenge accepted!
Begleite Sam Sunderland auf der härtesten Rallye der Welt. Die ganze Action von jeder Etappe und das Klassement findest du auf Red Bull TV.