Der Fechter Sandro Bazadze posiert, um zu zeigen, wie er seine Siege feiert.
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Fechten

Im Porträt: Sandro Bazadze und sein rasanter Aufstieg im Fechtsport

Der Georgier stammt aus einer Familie von Fechtern. Seine Geschichte ist eine aufregende Saga von unerbittlichen Kämpfen und atemberaubenden Siegen.
Autor: Luka Chochua
4 min readveröffentlicht am
In der pulsierenden Welt des Fechtens, wo Präzision auf Leidenschaft trifft, gibt es nur wenige Namen, die so hell leuchten wie Sandro Bazadze. Bazadze wurde am 29. Juli 1993 in Tiflis, Georgien, geboren. Sein Weg von einer fußballbegeisterten Jugend bis hin zum Ruhm im Fechten ist ein Beweis für Familientradition, unermüdliche Hingabe und einen unnachgiebigen Kampfgeist.

Eine Familientradition

Bazadses Einstieg ins Fechten war keine einsame Reise, sondern die Fortsetzung eines stolzen Familienerbes. Sein Vater Merab war ein hervorragender Fechter, und sein älterer Bruder Beka hatte sich bereits einen Namen in diesem Sport gemacht. Sandro erinnert sich an den starken Einfluss, den sein Bruder auf seine Entscheidung für den Fechtsport hatte: "Ich habe wegen meiner Familie mit dem Fechten angefangen, wegen meines Vaters und meines Bruders. Beka hatte bereits gute Ergebnisse erzielt, und ich sagte: 'OK, ich will so werden wie er.'"
Diese brüderliche Bindung war sowohl eine Quelle der Mentorenschaft als auch der Rivalität, sodass Sandro und Beka sogar in offiziellen Wettkämpfen gegeneinander antraten. Von ihren drei Begegnungen ging Sandro zweimal als Sieger hervor, was sowohl sein permanent wachsenden Fähigkeiten als auch seinen Wettbewerbsdrang widerspiegelt.
Fechter Sandro Bazadze entspannt sich nach einem seiner Trainingseinheiten mit einem Red Bull Energy Drink in der Hand auf einer Bank.

Sandro Bazadze trainiert sieben Stunden am Tag...

© Rezi Kenia/Red Bull Content Pool

Wie kam Sandro Bazadze zum Fechten?

Sandros Übergang vom Fußball zum Fechten passierte weder unmittelbar noch war er einfach. Er begann mit 13 Jahren mit dem Fechten, ein Alter, das in einem Sport, in dem viele viel jünger anfangen, als spät gilt. Doch sein natürliches Talent und seine Entschlossenheit brachten ihn schnell an die Spitze. Mit 19 Jahren gewann er die Europameisterschaft, ein Sieg, der seine Begeisterung für diesen Sport festigte. "Ich habe gewonnen und gesagt: 'Ich muss bleiben. Und ich muss so weitermachen", erzählt Sandro und unterstreicht damit einen Schlüsselmoment in seiner Karriere.
Du musst zu 100 Prozent konzentriert sein und deinen Verstand benutzen. Du brauchst mentale Leistung!

Training und Techniken

Fechten, das oft als komplexer Spitzensport angesehen wird, erfordert eine einzigartige Mischung aus körperlicher Beweglichkeit und geistiger Schärfe. Sandros Trainingsplan ist eine rigorose Mischung aus körperlicher Konditionierung und technischen Übungen, für die er jeden Tag etwa sieben Stunden aufwendet. Seine Vorbereitung umfasst Ausdauertraining wie Joggen und Radfahren sowie intensives taktisches Training wie Fußarbeit und spezielle Fechtübungen.
"Mein Training dauert etwa sieben Stunden", erklärt Sandro. Bei seiner Herangehensweise geht es ebenso sehr um die mentale Vorbereitung wie um die körperlichen Fähigkeiten. "Du musst zu 100 Prozent konzentriert sein und deinen Verstand benutzen. Du brauchst mentale Leistung. Darauf sind wir sehr fokussiert", betont er.

Das Spiel der Gefühle

Einer der faszinierendsten Aspekte des Fechtens ist seine psychologische Dimension. Sandro beschreibt anschaulich die Atmosphäre vor dem Wettkampf, in der die Wettkämpfer Seite an Seite sitzen und die Gefühlslage des anderen beobachten. "Vor dem Kampf spielst du schon ein Spiel. Du spielst mit deinem Gegner", sagt er.
Er erinnert sich an einen denkwürdigen Kampf gegen die damalige Nummer eins der Welt, als er an achter Stelle stand. "Er war sehr nervös. Er hetzte. Und ich war ganz entspannt. Ich wusste, das ich gewinnen wollte, und ich habe es geschafft." Allen Widrigkeiten zum Trotz triumphierte Sandro, kam durch das Turnier und festigte seinen Ruf als hervorragender Fechter.
Sandro Bazadze in seiner Fechtuniform: Der Sportler aus Georgien stammt aus einer Fechterfamilie

Das Einschätzen des Gegners ist ein wichtiger Bestandteil des Fechtens.

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Das Leben außerhalb des Fechtens

Abgesehen von den intensiven Anforderungen des Fechtens wird Sandros Leben durch seine Familie und seine persönlichen Leidenschaften bereichert. Unterstützt von seiner Frau und seinen Söhnen, denen er jeden Triumph widmet, findet Sandro auch Freude an seinen beiden Hunden und seiner Liebe zur Hip-Hop-Musik. Künstler wie Lupe Fiasco und J. Cole liefern den Soundtrack zu seinem Training und verleihen seiner Vorbereitung Rhythmus und Motivation.

Was die Zukunft bringt

"Du musst lernen, wie man verliert, damit du lernen kannst, wie man gewinnt", sagt Sandro oft. Mit seinen 30 Jahren hat die Nummer eins der Welt im Säbelfechten schon viel erreicht, aber er ist immer noch hungrig nach mehr. "Ich denke nicht wirklich über die Zukunft nach", sinniert er. "Ich genieße einfach mein Leben. Natürlich habe ich Pläne. Aber heute konzentriere ich mich auf den Sport und die kommenden Turniere."
Sandro Bazadses Weg von Tiflis an die Weltspitze des Fechtens ist eine Geschichte von Leidenschaft, Ausdauer und der bleibenden Kraft des Familienerbes. Seine Zukunft im Fechtsport ist so vielversprechend wie eh und je, da er immer wieder neue Höchstleistungen vollbringt und uns inspiriert.

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Sandro Bazadze

Born into a family of fencers, Georgian Sandro Bazadze competed in Rio and Tokyo, and has achieved a wealth of success in individual sabre.

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