Wie viele Rails Benny Urban in seiner Snowboardkariere schon heruntergeslided ist, weiß er selbst nicht. Unbestritten ist allerdings, dass er als passionierte Park und Rail Rider so viel Erfahrung mit diesen Obstacles hat wie kaum ein anderer. Uns hat er ein paar nützliche Tipps verraten, die für deinen ersten Railkontakt sehr nützlich sind.
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1. Vorbereitung
Bevor du dich mit deinem Board auf die Rails schmeißt, solltest du die Stahlkanten mit einer Metallfeile oder der Feile des Kantenschleifers brechen. Dies gilt vor allem für den Bereich zwischen den Bindungen. Von dort aus versuchst du, einen harmonischen Übergang zu den Kontaktpunkten an Nose und Tail zu schaffen. Hier sollten die Kanten Grip haben, damit dein Board im Park auch zwischen den Obstacles noch performt.
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2. Voraussetzungen - das solltest du können
Bevor du überhaupt an Railslides denkst, musst du Ollis im Schlaf beherrschen. Der Sprung auf das Rail geschieht meist von der Seite. Das klappt nur, wenn du sicher abspringen und landen kannst. Also: Übe den Olli auf der Piste und nutze kleine Sprünge und Kanten um sicherer zu werden.
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3. Kontrolliere deinen Speed
Ein häufiger Anfängerfehler ist das Anfahren mit zu viel Speed. Taste dich langsam an das Rail oder die Box heran. Bei geringerem Speed kannst du deine Bewegung besser kontrollieren.
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4. Warm-up auf der „Ride on Box“
Boxes eignen sich hervorragend um ein Gefühl für das Sliden zu bekommen. Suche dir für die ersten Versuche eine „Ride on Box“ (eine Box mit gerader Anfahrt auf die du nicht mit einem Olli springen musst). Fange mit einem 50/50 Grind an, bei dem du einfach gerade über die Box slidest. Wenn das klappt, kannst du dich an Frontside- und Backside-Slides versuchen.
"An Boxen lassen sich auch Nose- und Tailpresses sehr gut üben. Die sind hier viel einfacher als an dünneren Rails“
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5. 1st Step: Einfache Railslides
Wenn sich deine Slides auf den Boxen sicher anfühlen, variierst du deine Tricks und es geht an die Rails. Auch hierbei ist es einfacher an einem Ride-on-Rail anzufangen. In vielen Parks gibt es heutzutage breitere, eher tubeartige Rails die einfacher zu fahren sind als dünne Handrails aus Metal.
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6. 2nd Step: Variiere deine Tricks
Sobald du ein wenig Routine und Sicherheit auf den Rails hast, beginnt der Fun-Part. Die Variationen und Kombinationen verschiedener Slides sind endlos. Im ersten Schritt probierst du bei deinem Abgang vom Rail unterschiedliche Drehungen. Zum Beispiel sind ein 50-50 Grind to 180-off oder Frontside-Slide to 270-off ein guter Anfang.
„Das geniale an Rails sind die vielen Möglichkeiten die sich an Tricks und Combos ergeben. Dadurch wird eine Railsession nie langweilig.“
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7. Das A und O: Gleichgewicht halten
Ganz wichtig beim Railsliden ist ein tiefer Körperschwerpunkt. Gehe also bewusst in die Knie und versuche den Schwerpunkt möglichst weit unten und über dem Board zu halten. So kannst du deine Balance besser justieren und den Slide kontrollieren.
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8. Stürzen ohne Schmerzen
Stürze werden sich beim Railsliden nicht vermeiden lassen. Wenn du merkst, dass du aus dem Gleichgewicht kommst und vom Rail abrutschst, versuchst du möglichst auf dem Board im Schnee zu landen. Stürze sind oft die Folge von Selbstüberschätzung. Nimm dir deshalb gerade am Anfang Zeit andere Snowboarder auf den Rails zu beobachten, ihre Bewegung zu analysieren und taste dich mit Gefühl und Vorsicht an deine Railslides und Trickvariationen heran.
Last but not least: Benny Urban hat viele seiner Tricks an einem ganz speziellen Set-Up gelernt:
„Wir haben uns oft ein einfaches PVC Rohr auf eine schneebedeckte Wiese gelegt und viel frischen Schnee als Crashpads drumherum verteilt.“
Clevere Sache, denn an einem solchen „Selfmade-Rail“ kannst du ohne große Verletzungsgefahr an deinen Rail-Skills feilen.
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