Wolle Nyvelt
© Scott Sullivan
Snowboarden

Snowboarden ohne Bindung: Boards zum Powder Surfen

Powder Surfing, No Boarding oder Pow Surfen. Mit diesen Boards kannst du ohne Bindung Snowboarden.
Von: Andi Spies
4 min readPublished on
Das Snowboarden wie wir es heute kenne war in seinen Anfängen sehr stark vom Wellenreiten inspiriert. Dies wundert nicht, denn schließlich wollten die Snowboard-Pioniere und Surfer Sherman Poppen und Tom Sims mit ihren ersten Boards das Surf-Feeling auf den Berg übertragen. Da war es zunächst konsequent, dass die ersten Boards nicht mit einer Bindung oder Fußschlaufen ausgestattet waren. Schauen wir uns heute modernes Snowboard-Equipment an wird schnell klar, dass die damalige Idee sich so nicht durchgesetzt hat.
Seit einigen Jahren besinnt sich allerdings eine stetig wachsende Gruppe von Ridern auf die puristischste Art zu Snowboarden: ohne Bindung. Dazu werden nicht einfach die Bindungen vom Board geschraubt. Vielmehr haben sich verschiedene kleine Labels etabliert, die mit eigenen Shapes und Konzepten moderne Boards fürs Powdersurfen entwickeln.
Für alle, die ihrem Snowboarden einen neuen Kick verpassen wollen, stellen wir vier unterschiedliche Brands und ihre Macher vor. Diese Jungs haben sich voll und ganz dem Snowboarden ohne Bindung verschrieben.

Grassroots Powdersurfing

Jeremy Jensen mit seiner Kollektion

Jeremy Jensen mit seiner Kollektion

© Jeremy Jensen/Grassroots

Jeremy Jensen baut seit über 14 Jahren Boards zum Powdersurfen. Seine Shapes sind vom Snowboarden, Surfen und Skaten inspiriert. Die Idee zu den Boards und den Versuchen sich ohne Bindung den Berg hinunter zu stürzen kam dem langjährigen Snowboarder zu Beginn einer Wintersaison. „Jedes Jahr wenn der erste Schnee fällt will ich nichts anderes als Powder fahren. Doch oft ist gerade am Anfang der Saison die Schneedecke noch zu dünn um richtig Spaß zu haben. Also suchte ich etwas Neues und schraubte die Bindungen von meinen Boards. Plötzlich hatte ich unendlichen Spaß und eine neue Herausforderung“, beschreibt Jermey seine Anfänge.
Unterschiedliche Shapes und Tail-Designs

Unterschiedliche Shapes und Tail-Designs

© Jeremy Jensen/Grassroots

Mittlerweile baut Jeremy unter dem Label Grassroots seine eigenen Boards die er kontinuierlich weiter entwickelt. Seine Boardkollektion besteht aus vier Linien für unterschiedliche Einsatzbereiche. Von eher skate-orientierten Twin-Tips die auch schon bei dünner Schneedecke gut funktionieren bis hin zu directional Boards mit Swallow Tail für tief verschneite, weite Powderhänge. Alle Boards gibt es wahlweise mit P-Tex oder Holz-Base.

The Glacier Edition

Die Red Bull Glacier Edition mit dem Geschmack von Gletschereis-Himbeere.

Ab sofort in ausgewählten Geschäften im nationalen Handel erhältlich - so lange der Vorrat reicht.

Red Bull Glacier Edition - Image
The Glacier Edition Background
Preis: ab 380 US-Dollar

Äsmo – Ästhetiker Shape Movement

Wolle Nyvelt in der Werkstatt von Äsmo

Wolle Nyvelt in der Werkstatt von Äsmo

© Oli Gagnon

Snowboard Pro Wolle Nyvelt und sein Freund Stefan Gruber entwickeln seit 2007 unter dem Label Äsmo Boards zum Powdersurfen. Zu den Anfängen befragt erzählt Wolle: „Meine ersten Erfahrungen mit dem Snowboarden ohne Bindungen machte ich mit dem Salomon Powder Snowkate. Ich war sofort vom Gefühl begeistert meinen Stance und Fußwinkel jederzeit ändern zu können. Plötzlich fühlte sich das Snowboarden wie Surfen an, ich nahm das Gelände mit ganz anderen Augen war. Snowboarden war auf einen Schlag für mich wieder neu und aufregend.“ Aus dieser Begeisterung heraus entstanden in der heimischen Garage in Zusammenarbeit mit seinem Partner Stefan die ersten eigenen Boards.
Surf-inspirierte Shapes

Surf-inspirierte Shapes

© Oli Gagnon

Heute umfasst die Kollektion von Äsmo neun verschiedene Powsurfer in diversen Längen und Shapes. Alle Boards sind aus Holz, haben einen individuellen Flex, eine P-Tex Base mit speziellen Channels und sind für einen sicheren Stance mit einem großen Pad ausgestattet. Mehr über die Geschichte von Äsmo Boards und Wolles Inspiration zum Pow Surfen gibt es in der Video Serie ‚Slideways’.
Preis: 890 Euro

Shark Snowsurf

Tim Wesley in seiner Werkstatt

Tim Wesley in seiner Werkstatt

© Tim Wesley

Als der leidenschaftliche Snowboarder Tim Wesley seinen Job verlor nahm er dies zum Anlass seine eigenen Wege zu gehen und gründete die Firma Shark Snowsurf. In aufwendiger Handarbeit baut Tim aus massiven Holzblöcken seine Boards zum Powdersurfen. Die Mehrzahl seiner Snowsurfer haben ein kleines Fishtail, das die Laufruhe bei höherer Geschwindigkeit und bei Schussfahrten verbessert. Zusätzlich verpasst Tim seinen Boards an der Unterseite Channels um so die Boardkontrolle zu erhöhen.
Der Shark Snowsurfer.

Der Shark Snowsurfer.

© Tim Wesley

Im Gegensatz zu den Twin-Tips der Grassroots Boards sind die Shark Snowsurfer nicht auf Skatetricks ausgelegt, sondern richten sich an Rider die schnörkellos durch den Pulverschnee cruisen wollen.
Preis: ab 500 US-Dollar

NoBoard

Das NoBoard ist eine Erfindung des Kanadiers Greg Todds, die in den mächtigen, mit Schnee im Überfluss gesegneten, Bergen von British Columbia geboren wurde. Auch diese Idee des bindungslosen Snowboardens entstand bei der Suche nach spannenden Alternativen zum klassischen Snowboarden. Greg entwickelte ein Gummi-Pad mit einer elastischen Leine, das auf jedes konventionelle Snowboard montiert werden kann.
Das NoBoard

Das NoBoard

© [unknown]

Die Leine, die beim Fahren in der Hand gehalten wird, erleichtert vor allem bei den ersten Versuchen die Balance. Wer sich sicher fühlt, lässt die Leine los und fährt völlig freihändig. Beim NoBoard ist es dem persönlichen Geschmack überlassen, ob man es auf ein langes Powderboard oder mit dem entsprechenden Setback auf ein kürzeres Jibboard montiert.
Greg Todds starb 2005 bei einem Lawinenunglück aber sein Partner Cholo Burns führt das NoBoard Projekt seither erfolgreich fort.
Preis: ca. 180 US-Dollar