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Pedro Burns ist nicht zu stoppen (nicht einmal bei einer Sonnenfinsternis)

Der chilenische Profi-Mountainbiker glänzt auf den heimischen Trails in der Nähe von Pucón mit einem denkwürdigen Ritt, als eine totale Sonnenfinsternis mit völliger Dunkelheit über ihn hereinbricht.
Autor: Carolina Ipinzaveröffentlicht am
Am 14. Dezember 2020 war die Stadt Pucón in Chile der Schauplatz der letzten totalen Sonnenfinsternis. Für über zwei Minuten wurde die Erde in diesem Teil Südamerikas bei Tag in völlige Dunkelheit gehüllt. Der Mountainbiker Pedro Burns ließ sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen und schnappte sich sein Bike, um einen unvergesslichen Ride hinzulegen.
Während seine Landsleute die Sonnenfinsternis mit staunenden Augen beobachteten, war Burns damit beschäftigt, den Moment, als sich Sonne und Mond überlappten, mit einem atemberaubenden Backflip zu feiern. Als er den nahegelegenen Villarrica-Vulkan in Pucón hinunter und in den dichten Wald rast, wählt Burns genau den richtigen Augenblick für seinen Backflip und sorgt damit für ein spektakuläres Finale für seinen wilden Ritt. Das perfekte Ende für einen ganz besonderen Tag.
Begleite Pedro Burns auf seinem Ride in die Dunkelheit der totalen Sonnenfinsternis. Das Video findest du im Player weiter oben.
Pedro Burns während der Sonnenfinsternis am Vulkan Villarrica bei Pucón, Chile, am 14. Dezember 2020.
Burns neben der Absprungrampe im Wald
Es war magisch. Ich habe keine Worte dafür, es zu erklären. Ich hatte das Gefühl, dass ich fliege und dass eine andere Energie meinen Körper durchströmt. Es war eine einzigartige Erfahrung!
Für seinen Sonnenfinsternis-Ride trug Burns einen extra angefertigten Red Bull-Helm, bei dem das Logo und der Schriftzug mit spezieller Leuchtfarbe lackiert wurden. Der Leuchteffekt verstärkte die mystische Stimmung zusätzlich, da alles um Burns herum langsam dunkel wurde.
Wir haben mit Pedro Burns gesprochen, um mehr über das „Ride into Darkness"-Projekt herauszufinden.
Pedro Burns mit seinem Red Bull-Helm in Chile, am 14. Dezember 2020.
Pedro Burns und sein leuchtender Helm

Ein Backflip genau dann, wenn sich Sonne und Mond treffen. Wie kam es zu der Idee?

Bei der letzten totalen Sonnenfinsternis in Chile im Juli 2019 war ich leider gerade in Europa, aber ich war, wie viele andere auch, erstaunt darüber, dass es mitten am Tag plötzlich vollkommen dunkel wurde. Ich sah die Fotos und das Video vom Eclipse-Projekt von Paragleiterpilot Victor „Bicho" Carrera an diesem Tag. Als ich von der Sonnenfinsternis erfuhr, die im Dezember 2020 stattfinden sollte, hatte ich sofort tausende Ideen in meinem Kopf. Ich wollte den Moment der totalen Sonnenfinsternis unbedingt auf meinem Bike festhalten.
Und weil ich vielleicht etwas verrückt bin und immer mehr will, schlug ich vor, im Moment der totalen Sonnenfinsternis einen Backflip zu machen. Obwohl wir die Sonnenfinsternis nicht vollständig sehen konnten, weil es regnete, war die Stimmung immer noch einfach fantastisch.
Pedro Burns rast in Pucón durch die totale Sonnenfinsternis, Chile, am 14. Dezember 2020.
Unterwegs im Nebel in der Nähe des Villarrica-Vulkans

Wie komplex war die Umsetzung dieses Projekts?

Am meisten Sorgen machte ich mir über die Rampe, über die ich den Backflip machen sollte. Ich weiß, wie schwierig es ist, eine Rampe wie diese zu planen und umzusetzen.
Der Ort, an dem die Rampe stehen sollte, war ebenfalls wichtig. Wir mussten nicht nur berücksichtigen, wie es für die Kameras am besten ist, sondern auch die Geografie der Umgebung studieren, damit ich den Backflip überhaupt machen konnte. Zum Glück haben wir alles richtig gemacht.
Pedro Burns beim Practice vor dem unvergesslichen Sonnenfinsternis-Ride in Chile, am 12. Dezember 2020.
Backflip-Training vor dem großen Tag

Wie nervös warst du, als die Sonnenfinsternis immer näher rückte?

Als ich ein paar Tage vor der Sonnenfinsternis nach Pucón zurückkehrte, war die Rampe zwar fertig, aber noch nicht montiert. Ich wusste, dass noch viel Arbeit vor uns lag. Ich spürte die Nervosität und die Ungewissheit, ob wir alles pünktlich fertigbekommen würden.
Am Tag der Sonnenfinsternis regnete es dann und der Boden verwandelte sich in Schlamm. Alles war sehr weich und ich erreichte nicht die Geschwindigkeit, die ich brauchte, um den Backflip ausführen zu können. Trotz einiger Stürze bei Backflip-Versuchen sagte ich der Crew schließlich, dass ich bereit sei.
Im Moment der Wahrheit, also beim eigentlichen Versuch im Augenblick der totalen Sonnenfinsternis, lief mit dem Backflip alles perfekt. Die Idee, der Traum, das Projekt war wahr geworden, trotz aller Komplikationen auf dem Weg dorthin.
Pedro Burns und sein Backflip bei totaler Sonnenfinsternis in Pucón, Chile, am 14. Dezember 2020.
Der Moment der Wahrheit: Backflip bei totaler Sonnenfinsternis

Erzähl uns noch ein bisschen mehr über die Energie der Sonnenfinsternis... wie hat es sich angefühlt, als das Licht immer schwächer wurde?

Es war magisch! An dem Morgen waren wir alle voller Erwartung, aber da es wie verrückt regnete, wussten wir nicht, was passieren würde. Ich spürte eine andere Energie. Es fühlte sich an, als ob da oben etwas Verrücktes und extrem Mächtiges passieren würde. Im Moment der Sonnenfinsternis, war es, als würde ich in einen Zustand der Meditation eintreten, zur Ruhe kommen und eine besondere Verbindung zu mir selbst und dem Ort herstellen.
Pedro Burns bei Sonnenfinsternis am Villarrica-Vulkan bei Pucón, Chile, am 14. Dezember 2020.
Erfolg ist gleich Glück

Welche Gefühle hast du nach dem erfolgreich abgeschlossenen Projekt?

Ich fühle mich glücklich. Immerhin kann ich sagen, dass ich während einer totalen Sonnenfinsternis einen Backflip gemacht habe. Aber ich bin auch dankbar gegenüber dem Team und jedem, der zu diesem Projekt einen Beitrag geleistet hat. Und natürlich freue ich mich auf das Endergebnis!
Du hast noch nicht genug? Dann wirf hier einen Blick hinter die Kulissen des „Ride into Darkness"-Projekts (auf Spanisch, aber mit englischen Untertiteln).