Music
Something for the Weekend: Deltron 3030
Kid Koala, Dan the Automator und Del the Funky Homosapien sind zurück! Unter dem Namen Deltron 3030.
Deltron 3030 ist ein superheldenhaftes Hip-Hop-Trio, das aus Kid Koala (Radioheads favorisiertem Turntable-Meister), Dan the Automator (dem Kollegen von Prince Paul) und Del the Funky Homosapien (dem Mann der Reime) besteht. Sie haben neulich ein zweites Album veröffentlicht, das vor Stars nur so strotzt. Eine schräge, futuristische Hip-Hop-Scheibe namens "Event II". Zurzeit sind sie zusammen mit Itch von Red Bull Records auf Tour durch die USA. Hier verraten sie uns, welche Song sie inspiriert haben.
Kid Koala: De La Soulmit "The Magic Number". Ich habe mir das Album damals nach der Schule gekauft – auf Kassette – und bin dann in den Bus gestiegen. Schon beim ersten Track war ich hin und weg. Das Outro von Prince Paul war der absolute Hammer. Ich bin bestimmt drei oder vier Bushaltestellen zu weit gefahren, weil ich mir unbedingt das ganze Ding reinziehen wollte. Ich erinnere mich noch, wie ich die Kassette aus ihrer Folie befreit habe und im Bus den Comic gelesen habe, der mit dabei war. Das ganze Album war wie von einem anderen Planeten. So etwas hatte ich bis dahin noch nicht gehört.
Dan the Automator: " D'Ya Like Scratchin" von Malcolm McLaren und The World Famous Supreme Team hat mein Leben verändert. Bei dem Song habe ich begriffen, dass ich auch Hip-Hop machen sollte. Diese naiven, unschuldigen Beats und das Scratching haben mir die Augen geöffnet.
Dan the Automator: Vor vielen Jahren bin ich mit meinem Cousin Mike Patton und dem Iron Chef Morimoto beim Karaoke gelandet. Es war ein langer Abend und Alkohol war auch im Spiel. Am Ende strandeten wir in einer japanischen Karaokebar in der Nähe von Marina del Rey. Mike und ich haben dort dann eine sehr interessante, Grammy-verdächtige Version von "Girls Just Wanna Have Fun" hingelegt. Das war es dann auch mit meiner Karaokeerfahrung – ein Erlebnis, das nicht unbedingt nach Wiederholung schreit.
Kid Koala: "Sometimes You Gotta Make it Alone" von Money Mark. Mark ist quasi mein musikalischer Mentor. Auf der Tour zu seinem Album "Push the Button", war da dieser Moment, in dem er diesen Song über seine kranke Mutter angestimmt hat. Noch heute ist mir das ganz markant in Erinnerung.
Kid Koala: "Thelonious Monk plays Duke Ellington". Geniale Interpretationen von genialen Songs. Thelonious schaffte es, ein jahrhundertealtes Instrument ins Rampenlicht zu rücken und neu zu erfinden. Ich kann nach nur drei Noten sagen, dass er es ist, der da spielt. So unverwechselbar ist sein Stil.
Dan the Automator: "Karma Police" von Radiohead. Abgesehen davon, dass der Song ein melancholisches Meisterwerk ist, ist sein ganzes Konzept einfach unglaublich. Immer wenn ich den Song höre, ärgere ich mich, dass ich so etwas wohl nie hinbekommen werde. Eine Randnotiz dazu: Selbst wenn ich so etwas schreiben könnte, wäre niemand in der Lage die Performance von Thom hinzulegen. Und noch eine Randnotiz: Ich war vor ein paar Monaten mit Thom und Nigel [Godrich] in einer Bar, in der beide auflegten. Sie spielten zufällig einen Song, der vor Jahren im Keller meiner Eltern entstanden war. Als ich das erwähnte, haben sie mich etwas komisch angesehen. Aber glaubt mir, der Song war definitiv kein "Karma Police".