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On your marks, get set, go! Die Geheimnisse des Sprinttrainings
Wenn du schneller sprinten möchtest, haben wir hier die wichtigsten Grundlagen des Sprinttrainings, die besten Sprintübungen und weitere Trainingstipps für dich.
Egal, ob du Vollzeit-Sprinter:in bist oder Sprinten nur als Teil deiner Trainingsroutine betreibst: Wer schnell ist, profitiert davon! Doch wenn du wirklich Tempo machen und Verletzungen vermeiden willst, führt kein Weg daran vorbei, die richtige Sprinttechnik von Anfang an zu beherrschen.
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Verstehen der Sprintmechanik
Meister Karsten Warholm weiß, wie wichtig Dynamik beim Sprinten ist
© Herman Berger/Red Bull Content Pool
Bevor du richtig und sicher sprinten kannst, ist es wichtig, die Grundlagen der Biomechanik des Sprintens zu verstehen. Dazu gehören alle biologischen Faktoren, die die Leistung beim Laufen beeinflussen. Dazu gehören die Startposition, die Reaktionszeit, die Kraftproduktion (die Leistung, die dich vorwärts treibt), die Technik und neuronale Faktoren. Auch Umweltfaktoren, wie zum Beispiel Rückenwind, spielen eine Rolle.
Wenn du verstehst, was deine eigene Biomechanik beim Sprinten beeinflusst, kannst du deine Technik leichter verbessern, weil du weißt, woran du arbeiten musst. Bei einer eher langsamen Reaktionszeit solltest du beispielsweise an deiner Geschwindigkeit und deinem mentalen Fokus arbeiten.
Auch die Haltung und die körperliche Ausrichtung beim Sprinten haben einen großen Einfluss auf deine Performance auf der Laufbahn, denn sie tragen zu einem effizienten Krafteinsatz und einer längeren Schrittlänge bei. Die richtige Laufform erfordert, dass dein Kopf, dein Nacken und deine Schultern in einer Linie mit deinen Hüften stehen, während du deine Knie nach oben ziehst.
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Aufwärm- und Abkühlübungen
Der Schlüssel zu einem sicheren und effektiven Sprint sind die richtigen Aufwärm- und Abkühlübungen. Sie helfen dir, schneller die maximale Geschwindigkeit zu erreichen, Verletzungen zu minimieren und die Regeneration zu beschleunigen.
Hier sind einige Aufwärmübungen, die du vor dem Sprinten machen kannst:
- Jogge im Stehen: Steigere deine Herzfrequenz langsam, anstatt sie plötzlich in die Höhe zu treiben, indem du ein paar Minuten im Stehen joggst.
- Po-Kicks: Um deine Kniesehnen aufzuwärmen, stellst du dich mit den Füßen hüftbreit auseinander. Hebe deine Ferse an und führe sie langsam zu deinen Gesäßmuskeln zurück. Wiederhole die Übung auf der anderen Seite. Beginne langsam und steigere das Tempo über ein paar Wiederholungen.
- High Knee: Mit dieser Übung bringst du deine Beine und deinen Rumpf auf Temperatur. Ziehe deine Knie abwechselnd zur Brust. Dabei werden deine Quads, Waden, Kniesehnen, Gesäßmuskeln und Hüftbeuger aktiviert. Du kannst diese Übungen so langsam oder so schnell machen, wie du willst.
- Ausfallschritt: Diese Übung verbessert dein Gleichgewicht und deinen Bewegungsradius, damit du wie ein Profi um Kurven sprinten kannst. Fünf Wiederholungen auf jedem Bein sind in der Regel ein ideales Programm.
Das Abkühlen ist genauso wichtig wie das Aufwärmen. Es hilft deinem Körper, auf kontrollierte Weise in den Ruhezustand zurückzukehren, was Verletzungen beim nächsten Sprint vorbeugen kann.
Diese Dehnübungen helfen dir, dich nach jedem Sprint zu erholen und deine Beweglichkeit zu steigern:
- Langsam joggen: Du kannst deine Herzfrequenz mit einem gemütlichen Jog für zwei bis fünf Minuten wieder senken.
- Quad-Stretch: Die Quad-Muskeln an der Vorderseite deines Oberschenkels werden beim Laufen stark beansprucht. Führe deine Knie und Oberschenkel zusammen, um den Quad zu dehnen. Halte deinen rechten Fuß mit der rechten Hand und hebe deinen Fuß in Richtung Po. Halte die Position zwischen 10 und 20 Sekunden, bevor du sie mit der anderen Seite wiederholst.
- Knie zur Brust dehnen: Für diese Dehnung legst du dich auf den Rücken und stellst beide Füße flach auf den Boden. Hebe dein rechtes Knie zur Brust, bis du eine Dehnung im unteren Rücken spürst, und halte es dort 10 bis 15 Sekunden lang, bevor du die Übung mit dem anderen Bein wiederholst.
- Stehender Ausfallschritt: Diese Übung hilft, Muskelverspannungen vorzubeugen und das Verletzungsrisiko zu verringern. Lehne dich nach vorne und strecke dein linkes Bein nach vorne, während du dein hinteres Bein gerade hinter dir lässt. Dann beugst du dein linkes Bein langsam, bis du eine Dehnung in der Hüfte spürst, und hältst diese Position 10 bis 15 Sekunden lang. Wiederhole die Übung auf der anderen Seite.
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Grundlegende Sprinttechniken
Eine der wichtigsten Sprinttechniken für Anfänger:innen ist die Beherrschung der Startblockposition. Beginne mit allen vier Gliedmaßen auf dem Boden und halte deinen Kopf und deine Wirbelsäule gerade, bevor du dich von den Blöcken abdrückst. So behältst du maximale Stabilität und steigerst die Kraft nach vorne.
Ein phasenbasierter Ansatz beim Sprinten kann deine Biomechanik weiter optimieren und dir helfen, schneller zu laufen. Es ist sehr wichtig, dass du in jeder Phase deine Form und Geschwindigkeit beibehältst. Du kannst deine Form verbessern, indem du Übungen vor einem Spiegel machst oder mit einem Coach zusammenarbeitest.
Die vier Phasen des Sprintens sind:
- Start: Hier beginnst du deinen Sprint aus einer Vier-Punkte-Stellung vor den Startblöcken. Die meisten Sprinter:innen stellen ihr dominantes Bein dabei auf den vorderen Block. Wenn du dich von den Blöcken abstößt, treibt dich die horizontale Kraft nach vorne.
- Beschleunigung: Dies ist eine Übergangsphase, in der du vom Laufen mit horizontalen Kräften zu vertikalen Kräften übergehst. Die vollständige Streckung der Beine ist wichtig, wenn du deine Maximalgeschwindigkeit erreichen willst. In dieser Phase solltest du dich nach vorne lehnen, um den richtigen Winkel für den perfekten Drive zu finden.
- Drive: In dieser Phase läufst du mit Höchstgeschwindigkeit in aufrechter Haltung. Halte deine Wirbelsäule gestreckt und deinen Blick nach vorne gerichtet, während du in Richtung Ziellinie jagst.
- Abbremsen: In dieser Phase läufst du mit wenig Kraftaufwand bis zum Ende. Du solltest deine Knie hoch halten und deine Arme im 90-Grad-Winkel beugen, um das Beste aus den letzten Momenten herauszuholen.
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Atemtechniken fürs Sprinten
Wenn du deine Atmung besser beherrschst und deine Geschwindigkeit durch Schnelligkeitstraining verbesserst, kannst du deine Sprintzeiten drastisch verbessern.
Die Atemkontrolle für Sprinter:innen ist enorm wichtig und kann mit den folgenden Tipps erreicht werden:
- Atme tief durch den Mund ein.
- Dehne deinen Bauch bei jedem Atemzug aus.
- Passe deine Atmung an das Tempo deiner Schritte an.
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Verbessere deinen Top-Speed
Es gibt viele Möglichkeiten, wie du deine Sprinttechnik verbessern kannst
© Caydie McCumber/Red Bull Content Pool
Optimale Atmung ist der Schlüssel zu Spitzenleistungen, aber auch regelmäßiges Training zur Verbesserung der Geschwindigkeit. Hier sind einige hilfreiche Schnelligkeitstrainings, wenn du gerade erst anfängst.
- Sprinten am Berg: Dieses Training ist gut geeignet, um explosive Starts beim Sprinten zu verbessern, denn das Ziel ist es, mit jeder Wiederholung weiter den Hügel hinaufzukommen. Das Hügellaufen trainiert die Muskeln in deiner hinteren Muskelkette entlang der Wirbelsäule und der Rückseite deiner Beine.
- Power-Sprint-Workout: Bei diesem Training führst du zwei intensive Sprints mit einer Pause dazwischen durch und erholst dich dann mit einem gleichmäßigen Lauf. Du kannst das mehrere Runden lang machen, um deine Sprintkraft zu verbessern.
- Absteigendes Sprint-Training: Diese Übung eignet sich hervorragend, um die Geschwindigkeit stetig zu erhöhen. Du absolvierst drei Sprintrunden, wobei du die Zeit mit zunehmender Anstrengung verkürzt und zwischen den einzelnen Wiederholungen Erholungssprints einlegst.
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Häufige Fehler beim Sprinten und wie du sie vermeidest
Beim Sprinten geht es nicht nur um eine natürliche Fähigkeit, schnell zu laufen. Es geht darum, mit bestimmten Techniken zu trainieren, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Du kannst deine Geschwindigkeit verbessern, indem du diese häufigen Fehler vermeidest und dich auf deine Form konzentrierst.
Die Arme nicht weit genug nach hinten schwingen
Wenn du deine Arme richtig schwingst, kannst du deine Beine schneller nach vorne ziehen. Konzentriere dich darauf, deine Arme weiter nach hinten statt nach oben zu schwingen. Stell dir vor, du hältst in jeder Hand einen Hammer und schlägst Nägel in eine Wand hinter dir.
Sprinten mit nach außen gedrehten Füßen
Mit nach außen gedrehten Füßen zu laufen, verlangsamt dich. Um das zu vermeiden, übe, auf einer Linie zu sprinten und achte darauf, dass deine Füße möglichst parallel zur Linie auf dem Boden aufschlagen.
Niedriger Kniehub
Wenn du mit einem niedrigen Kniehub sprintest, werden deine Schritte kürzer. Du kannst dies korrigieren, indem du beim Warm-Up einfach ein paar High Knees machst.
Fußaufsatz auf den Fersen
Der Fußballen, nicht die Ferse, sollte beim Fußaufsatz den Großteil deines Gewichts tragen.
Fange an, die Vorteile des Sprintens zu spüren
Zum Sprinten brauchst du keine zusätzliche Ausrüstung oder einen besonderen Ort - du kannst praktisch überall laufen. Du kannst es alleine tun oder dir ein Team suchen, alleine trainieren oder mit einem Trainer zusammenarbeiten. Egal, ob du deine persönliche Bestzeit verbessern oder dich mit Freunden messen willst - die Perfektionierung deiner Technik ist der erste Schritt zum Top-Speed!