Wakeboard-Profi Felix Georgii gleitet auf einem Fluss unter einer Brücke durch, auf der eine Blaskappelle spielt.
© Steffen Vollert
Wakeboarden

Stadt, Land, Fluss – mit Wakeboard-Ass Felix Georgii

Lust auf ein altes Spiel in neuem Glanz? Dann folge Felix Georgii auf dem Wakeboard durch namhafte Städte, wunderschöne Länder und bildschöne Flüsse! Film ab.
Autor: Henner Thies
6 min readveröffentlicht am

3 Min

Auf die Plätze, fertig – Stadt, Land, Fluss!

Für seinen neuen Wakeboard-Film hat Felix Georgii tief in die Trickkiste gegriffen und das beliebte Spiel "Stadt, Land, Fluss" neu interpretiert – mit Winch, Wakeboard und Wille.

Mit Winch, Wakeboard und purem Willen hat Felix Georgii sein jüngstes Video-Projekt aus der Traufe gehoben. Dabei hatte er tatkräftige Unterstützung, viel Spaß, manchmal schlechte Laune aber vor allem eine gute Zeit – vom Süden Deutschlands bis in den hohen Norden.
Wir haben mit dem Wakeboard-Ass über seinen neuen Film, gute Ideen und angewandtes Anger-Management unterhalten.
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Quiz: Jetzt bist du dran! Errate, wo Felix shreddet...

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Interview: Felix Georgii über seinen Film: "Stadt, Land, Fluss"

Hi Felix, bevor es losgeht, müssen wir eine Runde „Stadt, Land, Fluss“ spielen… bereit?
Echt jetzt?
Wakeboard-Profi Felix Georgii fährt im Allgäu eine selbst gebaute Kicker Line auf dem Wakeboard.
Felix packt im heimischen Allgäu das "Land" in Stadt, Land, Fluss!
Ja klar, der Name ist Programm, oder nicht?
Verstehe, dann hole ich mir kurz ein Blatt Papier und einen Stift, warte kurz… ok, bin bereit! A….
Stopp!
O! … Ok, ich hab’s.
Ich auch. Magst du anfangen?
Klar, gerne! Stadt – Oldenburg, Land – Österreich, Fluss – Oder. Und du?
Oldenburg und Oder habe ich auch, als Land habe ich Oman!
Oh, Oman ist gut!
Wakeboard-Profi Felix Georgii wakeboardet im Zollverein Essen.
In Essen drückt Felix einem Weltkulturerbe seinen Stempel auf.
'Stadt, Land, Fluss' ist eine Wakeboard-Sightseeing-Tour quer durch Deutschland.
Na dann mal Butter bei die Fische, Felix: Wie ist die Idee zu deinem neuen Film „Stadt, Land, Fluss“ entstanden?
Die Grundidee zu dem Video war eine Sightseeing-Tour mit dem Wakeboard quer durch Deutschland. Irgendwann sind wir drauf gekommen, dass man das als das Spiel verkaufen könnte, das wir früher in der Schule alle am liebsten gespielt haben – "Stadt, Land, Fluss". Zumal die Flüsse in Deutschland alle einzelnen Bundesländer und letztlich auch die Städte miteinander verbinden. So haben wir uns von meiner Heimat im Allgäu, vom Süden Deutschlands bis in den hohen Norden nach Hamburg gearbeitet.
Nach welchen Kriterien habt ihr die Locations ausgewählt?
Wir wollten allgemein bekannte Locations, wie beispielsweise den Molecule Man in Berlin oder die Elbphilharmonie in Hamburg mit unbekannten Locations irgendwo im Nirgendwo mischen. Zudem wollten wir das typisch Landschaftliche und Urige aus dem Süden ebenso featuren wie das Urbane und Industrielle aus der Mitte Deutschlands oder den Hafen- und Meeres-Charme aus dem Norden.
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Foto-Galerie: Die besten Bilder vom Dreh zu "Stadt, Land, Fluss"

Was waren die größten Herausforderungen bei dem Projekt?
Die größte Herausforderung war wie so oft die Koordination. Das ganze Team (3 Filmer, 1 Winch-Guy, Equipment en masse und ich als Fahrer) an den diversen Locations von Nord bis Süd zeitgleich zu versammeln, war eine echte Aufgabe. Zumal auch der Wasserstand an den Spots, die wir uns ausgesucht hatten, passen musste, dass ich sie dann auch fahren kann.
Im zweiten Dreh-Block, den wir hatten, haben wir alle in zwei Campern Platz gefunden und einige Tage darin gelebt und gecampt. Das war an sich super, nur leider regnet es in Deutschland eben auch im Sommer gerne mal. Wenn du den ganzen Tag im Wasser verbringst, hast du es am Abend aber gerne auch mal trocken (lacht)… Aber alles halb so wild. Das war dadurch auch ein bisschen ein „Back-to-the-Roots“- Projekt.
Für alle, die neu im Wakeboard-Game sind: Wer oder was zieht dich im Video? Woher kommt dieses ominöse Kabel?
(lacht) Das ominöse Kabel, auch Winch genannt, kommt aus einer Seilwinde. Die ist so groß wie ein Kasten Bier, da ist eine Spule drin und diese rollt 300 Meter Stahl-Seil auf. Wenn wir einen Spot gefunden haben, positionieren wir die Winch irgendwo, jenseites des Endes meiner geplanten Line. Dann schnappe ich mir die Schlaufe und laufe die 300 Meter Seil bis zu meinem gewünschten Startpunkt raus. Wenn mein Winch-Guy, in diesem Fall Maddy, dann die Winch startet, zieht mich die Winsch bis zu 300 Meter übers Wasser.
Winch-Experte Maddy sitzt während der Dreharbeiten zu Felix Georgiis "Stadt, Land, Fluss" auf der Winch.
Voller Körpereinsatz! "Winch-Guy" Maddy beschwert die Seilwinde.
Vorteil ist, man kann das Ding überall aufbauen. Nachteil ist: man kann nur einmal fahren und danach muss man das Seil wieder rauslaufen. So komme ich bei Drehs immer auch auf einige Laufkilometer, gerade wenn man an einem Spot auch mal mehr Versuche braucht (lacht)!
An welcher Location, an welchem Trick hast du dir beinahe die Zähne ausgebissen?
Bei dem Wehr, wo ich einen ziemlich weiten Ollie über ein Gap in eine Down-Ledge zum Backside 5-0 mache. Da musste ich für jeden Versuch das ganze Stück wieder hochklettern und dann circa 100 Meter zurückschwimmen. Das habe ich sicher 30 bis 40 Mal gemacht, bis ich den Trick so gestanden habe, wie ich das wollte…
Wakeboard-Profi Felix Georgii checkt den wohl schwierigsten Spot auf seiner "Stadt, Land, Fluss" Reise durch Deutschland.
Felix Georgii am für ihn heikelsten Spot der Dreharbeiten.
Der spektakulärste Trick für mich war aber der Trick ganz zum Schluss des Videos – das war so ein "Do or Die" Ding: Wenn der Trick funktioniert, alles fein; wenn nicht, rase ich mit 30 km/h in dieses starre Geländer, das kann man nicht wollen und das ist zum Glück auch nicht passiert!
Wie motivierst du dich, einen Trick zu stehen, der ums Verrecken nicht gelingen will?
Wenn es hart auf hart kommt, bin ich ein Durchbeißer-Typ. Ich weiß recht schnell, ob ein Trick möglich ist und für mich machbar ist. Das weiß ich eigentlich direkt. Und wenn er machbar ist, muss ich es schaffen. Wenn es dann länger dauert, gehe ich durch alle möglichen Phasen.
Am Anfang bin ich noch glücklich und denke mir, naja, das dauert jetzt ein bisschen, aber wird schon! Bis ich dann richtig sauer werde, mein Board anschreie und es rumschmeiße. Eine der letzten Phasen beginnt, wenn ich ganz still werde und gar nichts mehr sage und nur noch mache. Da helfen dann nur noch gute Tipps. Meistens ist der beste Tipp: „Hey, mach doch mal kurz Pause!“ (lacht).
Wakeboard-Profi Felix Georgii macht an einem Wehr einen Backside Tailslide.
Wenn das Anger-Management funktioniert, geschieht Großes!
Wenn es hart auf hart kommt, bin ich ein Durchbeißer-Typ!
Wie lange hat es gedauert, bis ihr das nötige Footage zusammen hattet und wie lange hat der Schnitt gedauert?
Puh! Von der Idee bis zum fertigen Clip, das hat über ein Jahr gedauert. Das Footage sammeln hat in Summe wahrscheinlich drei bis vier Wochen gedauert und der Schnitt nochmal so lange, aber alles in allem, waren wir mit dem Clip ein Jahr beschäftigt.
Von allen Locations, die ihr für den Film abgeklappert habt, welche waren deine Lieblingsspots?
Auf jeden Fall das Wehr in München mit den drei Drops! Das ist nahe der Prater Insel bei der Maximiliansbrücke. "Die Großen Kaskaden" heißt das. Den Spot sind schon einige Wakeboarder gefahren, unter anderem der Dominik Gührs. Da wusste ich: das ist ne coole Location, die Spaß macht und super aussieht, also ein No-Brainer.
Wakeboard-Profi Felix Georgii carvt an einem Spot im Dortmund-Ems-Kanal bei den Dreharbeiten zu "Stadt, Land, Fluss".
Felix in Action im Dortmund-Ems Kanal – Google Maps sei Dank!
Die zweite Location, die ich extrem feiere, ist diese Vierfach-Tunnelausfahrt im Dortmund-Ems-Kanal. Die habe ich in der Nacht vorher via Google Maps gefunden und als wir am nächsten Tag dort waren, wussten wir, die passt perfekt in unsere Story. Noch dazu sah die cool aus und ich konnte im Anschluss eine mega nice Line dort fahren.
Im Vergleich zu einigen deiner letzten Projekte – was macht „Stadt, Land, Fluss“ für dich besonders?
Am meisten taugt mir, dass wir so viele unterschiedliche Locations in einem Clip vereinen konnten. In "Stadt, Land, Fluss" hast du alle Facetten von Deutschland in einem Video. Das allein ist mega. Was es noch besser macht, ist, dass ich hier im Allgäu die Blaskapelle von meinem Vater integrieren konnte. Die waren alle dermaßen stoked, dass sie da dabei sein können, das glaubt mir keiner (lacht).

Teil dieser Story

Felix Georgii

Sein Motto: Ob auf Wasser oder Schnee, Hauptsache ein Board unter den Füßen!

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