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Das ist StalaMuerte: 10 Fakten über den Schweizer HipHop-Dancer

© Little Shao
StalaMuerte ist ein HipHop-Dancer aus der Schweiz, der mit seinem französischen Battle-Brother Diablo performt. Wir liefern dir die wichtigsten Fakten.
Autor: Tracy Kawalikveröffentlicht am
In nur fünf Jahren hat sich der Schweizer HipHop-Dancer Stala Muerte an die Spitze der Szene getanzt. Seine unglaublich präzise Beinarbeit, seine einzigartige Agilität und seine Kreativität, die er neben seinem Battle-Brother Diablo aus Paris an den Tag legt, haben ihm unzählige Titel eingebracht. Unvergesslich bleibt sein Sieg über die Les Twins im Jahr 2019 im Viertelfinale von Juste Debout.
Diesen Moment bei Juste Debout war für ihn der glücklichste Tag seines Lebens, war doch auch einer der letzten mit seiner Mutter. Er legte all seine Emotion in den Tanz und seitdem ist StalaMuerte zur unaufhaltsamen Kraft in der Breaker-Szene geworden.
StalaMuerte belebt die Szene in der Schweiz.
StalaMuerte belebt die Szene in der Schweiz.
Wenn er gerade nicht trainiert und die kommende Generation inspiriert, holen sie alles aus ihrem Skill-Set heraus, um ihr nächstes großes Projekt auf die Beine zu stellen - eine einstündige Show, die 2021 zu sehen sein wird.
Obwohl er den Großteil des Jahres 2020 passen musste, träumt er bereits von den Tagen, wo er wieder mit seinen Kollegen performen kann, ganz besonders in Ländern wie Japan, die diese Kultur groß feiern. Vor allem aber freut sich der StalaMuerte darüber, teil des Red Bull Teams zu sein, in dem sich eine Vielzahl an Möglichkeiten auftun.
Tanz · 1 Min
Flow Control: Stalamuerte
Zwar hat er bereits als Kind mit dem Breaken begonnen und schon einige Erfolge feiern dürfen, dennoch kannst du dir sicher sein, dass dies erst der Anfang seiner Experimentierfreude ist. Er will die Grenzen ausloten und es ist ganz klar, dass er einer jener Dancer ist, deren Zukunft du nicht verpassen willst!
Du hast StalaMuerte noch nie tanzen gesehen? Hier siehst du das HipHop-Finale von Juste Debout:

1. HipHop liegt in seinem Blut

Den ersten Stil, den ich gelernt habe, war Breaking; ich war vielleicht sieben oder acht Jahre alt. Ich habe wegen meines Bruders mit dem Tanzen begonnen - nicht nur mit den Moves, er hat mir VHS-Kassetten gezeigt und mich in die HipHop-Kultur eingeführt. Er tanzt nicht mehr, aber er kreiert HipHop-Beats. Mittlerweile tanzt aber auch mein kleiner Bruder im selben Style wie ich und er ist DJ. Also, ich glaube, dass es in unseren Genen liegt.

2. Er hat verschiedene Styles auf Lager

Nach dem Breaking begann ich mit dem Smurfing, dabei geht es allein darum, wie du deinen Körper in Wellenbewegungen bewegst. Danach machte ich etwas Krump und vor 11 Jahren begann ich mit HipHop-Freestyle. Viele fragen mich, ob ich aus dem Contemporary komme und sie meinen, "verdammt, das schaut echt anmutig aus", wenn ich tanze. Ich hab das aber nie gelernt, also ist das echt witzig zu hören. Ich lasse mich von Moves inspirieren, ignoriere dabei aber das Genre. Wenn ich etwas sehe, das mir gefällt, arbeite ich einfach damit.
Stalamuerte lässt sich von Moves inspirieren, nicht von Genres.
Stalamuerte lässt sich von Moves inspirieren, nicht von Genres.

3. Alles begann auf der Straße...

Das erste Mal, als ich performt habe, war ich 14 Jahre alt. Ich tanzte mit meinem Kumpel auf der Straße, einfach nur aus Spaß, als uns jemand sah und uns zu seiner Straßenshow in der Stadt einlud. Wir tanzten die Show und die Leute drehten regelrecht durch!
Ich fühlte mich nicht so, als würde ich mit meinem Tanz "berühmt" oder "bekannt" werden, bis ich angefangen habe, zu reisen. Meinen ersten Workshop außerhalb des Landes hielt ich in Italien und es tauchten etwa 100 Teilnehmer auf!
Ich zog mein Programm durch und am Ende kamen einfach die Leute und wollten ein Foto mit mir. Für mich war das alles neu und ich wusste nicht, was zum Teufel da gerade passiert. Als also einer dieser Kids zu mir kam, fragte ich: "Warum willst du ein Bild mit mir? Ich bin doch kein Superstar?" Ich dachte mir, er ist verrückt! Die anderen Dancer erklärten mir, dass das völlig normal sei.

4. Pariser Breaker und HipHop-Freestyles brachten ihn dazu, sein größtes Hindernis zu überwinden.

Die erste große Challenge war, dass ich mir zu viele Gedanken darüber machte, was die Leute über meinen Tanz denken. Ich konnte das nicht ablegen, bis ich nach Paris kam. Keiner schenkte dem, was die anderen über einen dachten, Aufmerksamkeit. Sie alle waren stark und gut - und genau deshalb verschwende ich keinen Gedanken daran, meine Skills in Zweifel zu ziehen. Wäre ich nicht selbstsicher, würde ich im Battle verliere. Nach diesem Erlebnis war ich mit mir im Reinen. Ich vertraute meiner Vision.

5. Aus zwei wurde ein Ganzes, als er seinen Battle-Brother fand...

Ich kannte Diablo eine lange Zeit, über 10 Jahre, und er kannte mich, wir waren aber noch keine Freunde. Wenn wir uns in der Tanzszene trafen, begrüßten wir uns eher auf dem Level "Wie geht's? Alles gut?". Erst vor vier Jahren begannen wir damit, gemeinsam zu tanzen.
Diablo tanzte weit weniger Battles und ich wurde auf eines in Deutschland aufmerksam. Ich textete ihm: "Bro. Es ist schon lange her, seit ich dich in einem Battle tanzen gesehen habe. Ich möchte mit dir tanzen, also wenn du bereit bist, fahren wir!" Er mochte es nicht, mit anderen Leuten zu tanzen, aber mit mir, meinte er, sei es cool, weil wir beide dieses "Feeling" hätten. Also reisten wir nach Deutschland, um zu sehen, was wir gemeinsam ermöglichen könnten - wir hatten kaum trainiert.
Zwar haben wir das Halbfinale verloren, die Leute waren aber gut drauf und meinten: "Verdammt! Ihr müsst unbedingt Juste Debout tanzen!" Seit diesem Battle sagten wir uns "Okay Bro, von heute an gehören wir zusammen, bis wir sterben."
Portrait von Diablo (l) und Stalmuerte (r)
Diablo und Stalamuerte sind Teil der Hip Hop Great 8

6. Er hat einige Battles gewonnnen, aber Juste Debout 2019 veränderte alles.

Der Moment, auf den ich am stolzesten bin, ist jener, als ich das Lächeln meiner Mutter sah, als ich endlich das Juste Debout gewonnen hatte. Diablo und ich waren davor bereits zweimal im Finale, wir dachten uns deshalb, das dritte Mal ist das letzte Mal: "Wenn wir gewinnen, ist das gut, wenn nicht, dann macht das nichts. So ist das Leben und das ist das letzte Mal, dass wir es versuchen!" Meine Mutter aber meinte: "Ich habe bei diesem dritten Versuch ein gutes Gefühl. Also gewinne das für mich!" Als ich sie anrief, war sie so glücklich für mich! Das war der beste Moment meines Lebens. Starb vor einem Jahr, nur ein paar Monate nachher, aber als sie das Video sah, konnte sie mit dem Grinsen nicht mehr aufhören.

7. Tanzen ist seine Therapie

Das Tanzen ist der einzige Weg, durch den ich mich ausdrücken kann. Wenn ich tanze, kann ich meine Gefühle herauslassen. Es ist meine Therapie. Alle meine Emotionen lege ich in meinen Tanz.
Selbst im Training ist das der Fall. Ich trainiere jeden Tag. Es geht immer nur ums Tanzen. Es geht aber auch um das, was du jeden Tag siehst und wie du dein Leben lebst; all diese Eindrücke inspirieren dich und beeinflussen deinen Style.
Diablo und ich arbeiten auf diese Weise, auch wenn wir zusammen sind. Heute fällt es uns leicht, gemeinsam Schritte zu kreieren, weil wir uns kennen wie Brüder. Für das letzte Juste Debout und das Battle gegen Les Twins erfanden wir die Tanzroutine in der Küche in etwa 30 Minuten. Alles andere kommt aus dem Gefühl.
Dance ist StalaMuertes Therapie.
Dance ist StalaMuertes Therapie.

8. Er bringt die Schweizer Szene weiter

Die Tanzszene in der Schweiz ist am Wachsen. Der Grundstein ist gelegt, aber ich sage euch, die neue Generation, meine Generation und die darauffolgende...es wird verrückt, da bin ich mir sicher! Wir tanzen auf einem wirklich guten Level.
Ich fühle mich definitiv so, als hätte ich dazu etwas beigetragen. Mein Sieg bei Juste Debout 2019 motivierte die Jugend, sich zu pushen. All Top-Dancer, die gerade am Kommen sind, wuchsen in meiner Stadt auf, also habe ich ihnen viel beigebracht. Das mache ich heute noch.
Ich baue auch die Musik meiner Jungs immer wieder ein. Mein Freund hat eine Rap-Gruppe, wenn ich also um die Welt reise, verwende ich meine Musik für meine Judge-Demos und meine Workshops. Hör mal rein.

9. Er möchte ein Vermächtnis hinterlassen

Der Aufstieg zum Red Bull-Dancer war der nächste Schritt. Ich freute mich wirklich, als ich das erfuhr (und ich glaube, Diablo war wahrscheinlich noch gehypter und glücklicher für mich). Auf eine gewisse Art und Weise war es aber auch an der Zeit. In meinem Land macht keiner das, was ich mache, und keiner feierte dabei dieselben Erfolge. Als ich also erfuhr, dass sie das gesehen haben und mich aufnehmen, war das großartig. Wenn du geduldig bleibst und einfach dein Ding durchziehst, dann passiert es auch.
Wenn ich mit dem Tanzen aufhöre...also wenn ich nicht mehr auf dieser Welt bin, dann möchte ich ein Vermächtnis hinterlassen. Ich möchte mit meinem Tanz und meiner Vision ein Zeichen setzen - vor allem in meinem Land.
Damit ist die nächste große Challenge eine Kreation von mir und Diablo - eine einstündige Show, nur mit ihm und mir. Die Dinge liefen dieses Jahr ziemlich aus dem Ruder, also arbeiten wir noch immer daran. Hoffentlich können wir sie im nächsten Jahr vorführen! Bleibt dran.

10. Sein Rat für die nächste Generation spielt sich im Kopf ab.

Alles spielt sich im Kopf ab.
Alles spielt sich im Kopf ab.
Sei mental stark. Lege dir ein robustes Mindset zu. Vertrau auf dich. Wenn du in diesem Game jemand werden willst, musst du in deinem Kopf bereit sein. Für mich läuft ein Battle zu 60 Prozent im Kopf ab, der Rest ist Technik. Sobald du dich selbst magst und dich kennst, mach einfach weiter - das ist alles!