Modus: Ausrasten! Fanny Smith verfolgt das Finale der Herren im Ziel.© Dean Treml / Red Bull Content Pool
Ski Cross
"Auf einem anderen Level!" - Red Bull Superskicross endet im Foto-Finish!
Spektakuläre Sprünge, packende Duelle und zum Abschluss ein Foto-Finish: der erste Red Bull Superskicross hielt alles, was er versprach. Am Ende ganz oben: Reece Howden und Sandra Naeslund.
Autor: Martin Seebacher
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Red Bull SuperSkicross

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Fanny Smith

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Bestes Frühlingswetter, traumhafte Kulisse in den Schweizer Alpen und mittendrin: der wohl spektakulärste Track den der Skicross-Zirkus bisher gesehen hat. Der Red Bull Superskicross in Andermatt war mehr als ein absolut würdiges Saison-Finale. Und auch wenn es am Ende für Local HeroFanny Smith nicht ganz zum Sieg reichte - das Strahlen in ihrem Gesicht verriet, wie viel Spass sie und alle anderen Athleten beim Event hatten..
Schau die hier nochmal den Red Bull Superskicross im Re-Live an:
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Red Bull Superskicross: Die Finals
Aber lass uns gemeinsam nochmal einen Blick auf dieses Spektakel werfen - mit 6 Weisheiten, die wir aus diesem Mega-Event mitnehmen:

1. Gib von der ersten Sekunde an Vollgas!

Der Main Event hatte noch nicht einmal begonnen, da ging es auf dem Track schon voll zur Sache: bei den Time Trials kämpften die Athleten um die beste Ausgangslage in den Viertelfinalläufen. Und schon hier kam es zu spannungsgeladenen Duellen.
Kurs des ersten Red Bull Superskicross in Andermatt, Schweiz, am 26.03.2021.
Hier spielt die Action: bei bestem Wetter liegt der Kurs über Andermatt.
Bei den Damen trafen in den Time Trials zwei GOATs aufeinander: Fanny Smith stand auf dem Track neben der Französin Ophélie David, die 2017 ihre aktive Karriere beendet hatte. Zusammen bringen die beiden Athletinnen aktuell 55(!) Weltcup-Siege auf die Piste. Und auch wenn schnell klar wurde, dass es bei David nicht mehr ganz für die Weltspitze reicht: alleine, dass die beiden Weltklasse-Fahrerinnen noch einmal zusammen auf der Strecke standen, war eine Sensation.
Schnellste in den Time Trials war die Schwedin Sandra Naeslund, die mit zwei starken Runs ihre starke Form der letzten Wochen bestätigte.
Bei den Männern glänzten in den Time Trials vor allem die französischen Starter: Bastien Midol war knapp schneller als Youri Duplessis Kergomard. Dahinter positionierten sich Tim Hronek (Deutschland) und der Schweizer Jonas Lenherr für die Viertelfinal-Läufe.
Die Top 3 der Männer und Frauen nach den Time Trials:
MENWOMEN
1. Bastien Midol (FRA)1.46.651. Sandra Naeslund (SWE)1.52.13
2. Youri Deplussis Kergomard (FRA)+ 0.172. Fanny Smith (SUI)+ 1.32
3. Tim Hronek (GER)+ 0.503. Marielle Berger Sabbatel (FRA)+ 2.77

2. Lass dich nicht aus der Bahn werfen!

Spätestens im "kleinen Finale" der Frauen wurde klar: der Negative Turn kurz vor dem Schluss wurde für die Athleten zur Herausforderung. Schon der Schweizer Alex Fiva hatte im Time Trial das Tor am Ende der Kurve verpasst. Im Kampf um den fünften Platz bei den Damen erwischte es dann die Schweizerin Talina Gantenbein.
Alex Fiva fährt beim Red Bull Superskicross 2021 in Andermatt an einem Tor vorbei.
Alex Fiva hatte in seinem Time Trial Pech und verpasste ein Tor.
Nachdem Ex-Athletin Ophélie David im "kleinen Finale" bereits kurz nach den Steps am Start einige Meter zurücklag, klemmte sich Gantenbein auf der silbernen Linie lange an die Fersen der Österreicherin Katrin Ofner. Kurz vor Schluss fiel in diesem Duell die Entscheidung, als die Bündnerin das Tor nach der langgezogenen Linkskurve verpasste.
Erst am Start wird entschieden, welche der beiden Linien man fahren wird, da musst du sehr fokussiert und schnell im Kopf sein. Dieser Event ist auf einem anderen Level! Man hat so etwas vorher noch nie gesehen.

3. Smith vs. Naeslund: ein Duell, das uns weiter begleiten wird

Es ist und bleibt wohl noch länger das grosse Duell im Skicross: Fanny Smith gegen Sandra Naeslund. Während die Schweizerin sich dieses Jahr den Sieg im Skicross-Weltcup holte und sich zur alleinige Rekordsiegerin bei Weltcup-Rennen krönte, holte sich die Schwedin, die zu Beginn der Saison noch verletzt war, den Weltmeister-Titel und den Sieg im letzten Rennen der Saison. Und das ausgerechnet vor Fannys Haustür im schweizerischen Veysonnaz.
Ski Cross · 1 Min
Schau dir hier das packende Finale der Frauen an!
Ich hab Fanny während des ganzen Rennens hinter mir gespürt. Es war eng.
Sandra Naeslund
Im Finale des Red Bull Superskicross trafen die beiden wieder aufeinander, zusammen mit den Französinnen Marielle Berger Sabbatel und Alizee Baron. Von Beginn an war aber klar, wer die beiden Protagonistinnen dieses Rennens waren. Naeslund ging vom Start weg in Führung, Smith immer dicht hinter ihr.
Die Entscheidung viel schliesslich in einer Linkskurve: Smith setzte zum Angriff an, die Schwedin machte jedoch die Linie zu und blockte die Waadtländerin so ab. Naeslund holte sich vor ihrer Kontrahentin einen knappen, aber verdienten Start-Ziel-Sieg.
Das Ergebnis im Finale der Frauen beim Red Bull Superskicross :
  1. Sandra Naeslund (Schweden)
  2. Fanny Smith (Schweiz)
  3. Marielle Berger Sabbatel (Frankreich)
  4. Alizee Baron (Frankreich)

4. Es lohnt sich, Dinge anders zu machen!

"Wenn alle rechts fahren, fahr ich links": das dachten sich Marc Bischofberger (Schweiz) und Adam Kappacher (Österreich) jeweils in ihren Viertelfinales. Während alle anderen Fahrer in der ersten Linkskurve möglichst weit rechts (und damit oben) blieben und so zwar den längeren Weg wählten, aber weniger bremsen mussten, zogen die beiden nach links - also Richtung Innenseite - und überholten mit spektakulären Manövern die Konkurrenz.
Wir kämpfen alle und geben unser Bestes, aber ich denke, jeder hatte eine gute Zeit. Der Kurs war toll und ich hatte wirklich Spass.
Reece Howden
Auch wenn die beiden damit weniger Schwung für die anschliessenden Wellen hatten - Kappacher schaffte es mit dieser Taktik ins Rennen um Platz 5, Bischofberger sogar ins Finale. Dort schaute sich aber auch der Franzose Jean-Frédéric Chapuis die Taktik ab und konnte Bischofberger so hinter sich halten.

5. Egal, wie lang der Weg ist: am Ende entscheiden manchmal Zentimeter

À propos Finale: dass es in diesem Saisonfinale am Schluss um nicht mehr als ein paar Zentimeter gehen würde, setzte dem Spektakel das Tüpfelchen auf das i. Von Beginn an lieferten sich im letzten Run Favorit Reece Howden (der Kanadier der auch die Gesamtwertung im Skicross-Weltcup für sich entscheiden konnte), Jean-Frédéric Chapuis und Marc Bischofberger einen spektakulären Dreikampf. Dem Trio dicht auf den Fersen: Jonas Lenherr (Schweiz).
Mit der Wahl der Innenlinie in der ersten Linkskurve setzte sich Chapuis zunächst an die Spitze. Howden versuchte zwar immer wieder am Franzosen vorbeizuziehen, dieser blockte zunächst aber die Attacken ab. Kurz vor Schluss wurde es richtig eng: in der Rechtskurve vor der Einfahrt in den Zielhang versuchte auch Bischofberger sein Glück. Zu dritt drängten sich die Fahrer in den engen Turn.
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Nervenkitzel pur: um Zentimeter wurde der Finalrun der Männer entschieden.
Und selbst beim Überqueren der Ziellinie war noch nicht klar, wer dieses Finale gewonnen hatte. Erst nach Review des Zielfotos stand fest: Howden hatte den ausgestreckten Arm um Zentimeter vor seinen Gegnern aus Frankreich und der Schweiz.
Das Ergebnis im Finale der Männer beim Red Bull Superskicross :
  1. Reece Howden (Kanada)
  2. Jean-Frédéric Chapuis (Frankreich)
  3. Marc Bischofberger (Schweiz)
  4. Jonas Lenherr (Schweiz)

6. Am Ende zählt vor allem: Hab Spass!

Trotz all der harten Duelle auf der Strecke, am Ende hatten alle Athleten sichtbar vor allem Eines beim Red Bull Superskicross: Spass!
Es war ein super-cooles Rennen und es hat Megaspass gemacht. Ich hoffe, wir sind nächstes Jahr wieder hier.
Alex Fiva
Nach ihrem Final Fight lagen sich die beiden Kontrahentinnen Fanny Smith und Sandra Naeslund in den Armen und diskutierten lachend ihre Streckenwahl. Adam Kappacher hatte im kleinen Finale beim Zielsprung noch einen Trick im Repertoire. Und auch Alex Fiva, der bereits im Viertelfinale ausschied, freute sich im Interview über den tollen Event.
Die Gewinner des Red Bull Superskicross 2021: Reece Howden und Sandra Naeslund.
Strahlen mit der Sonne um die Wette: Reece Howden und Sandra Naeslund
Und so endet die Skicross-Saison mit einem absoluten Highlight: der Red Bull Superskicross wird Athleten und Zuschauern gleichermassen in bester Erinnerung bleiben.
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